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Treuenbrietzen ist nicht der Mittelpunkt

Verkehrsentwicklung Treuenbrietzen ist nicht der Mittelpunkt

In der Region Treuenbrietzen machen sich die Bürger Sorgen, abgekoppelt zu werden. Der ländliche Raum findet im Vergleich zum Speckgürtel etwa im Landesentwicklungsplan kaum Beachtung. Insbesondere im Verkehr spiegelt sich das wider. Die CDU will andere Wege gehen – doch auch da sieht es für Treuenbrietzen und Umgebung eher dünn aus.

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Rainer Genilke erörtert die Entwicklungsstrategie der CDU.

Quelle: Christin Iffert

Treuenbrietzen. „Treuenbrietzen ist aus bahntechnischer Sicht nicht der Mittelpunkt“, gibt Rainer Genilke, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, zu. Geladen hatte die CDU am Dienstagabend zur Diskussion über die Entwicklung des ländlichen Raums unter dem Gesichtspunkt Verkehrsentwicklung. Trotz einer umfangreichen Strategie zur Entwicklung im Schienenverkehr bleibt Treuenbrietzen und auch die Region nahezu unerwähnt – obwohl man sich einig war, dass Busse und Bahnen schneller und öfter in Brandenburg unterwegs sein müssen.

Doch Treuenbrietzen fehlt es an entscheidenden Kriterien, um im Plan der Christdemokraten umfassend aufzutauchen: Es gibt keine Direktverbindung nach Berlin bis 2030 und es fehlt der Status Mittelzentrum. Stattdessen gibt es, wie bereits im Verkehrsplan der Landesregierung vorgesehen, eine Verbindung mit dem RE 33 über Treuenbrietzen zum Potsdamer Hauptbahnhof. Diese Verbindung sei von vielen Treuenbrietzenern gewünscht. Norbert Hermann, Mitglied der CDU in Treuenbrietzen, ist Berlin-Pendler. Obwohl er die Strecke nach Potsdam positiv sieht, merkt er zwei Problemfelder an. „Über Potsdam bin ich natürlich langsamer nach Berlin, wohingegen ich über Jüterbog schneller ankomme.“ Allerdings seien die Abfahrtszeiten ungünstig, außerdem fahre er so durch zwei Landkreise mit höherem Kostenaufwand. Darum wünscht er sich ein Überdenken der Tarifpolitik des Verkehrsverbundes. Ähnlich sieht das Eric Vohn, Direktkandidat der FDP für den Bundestag im Wahlkreis. Seiner Ansicht nach sollte das ABC-Konzept überarbeitet werden, was letztlich auch für Treuenbrietzener auf der RE-Strecke zu einer Ersparnis führe.

Die Bürger hoffen indes auf einen Bahnhalt des RE 33 in Frohnsdorf. Dort wohnen fast 600 Menschen und die Planungen sind im Rathaus abgeschlossen. Bisher scheitert es am Land, denn der Bahnhof müsse erst bestellt werden, erklärt Treuenbrietzener Bürgermeister Michael Knape. Ohnehin seien etliche Ortsteile Treuenbrietzens noch zu stark abgekoppelt, meint Bürgermeisterkandidat Alexander Waschetzko (CDU). Eine bessere Anbindung zu ausgewogeneren Zeiten, wäre ein erster, wichtiger Schritt.

Im Falle Frohnsdorf sieht die CDU-Landtagsfraktion in ihrer Entwicklungsstrategie allerdings keinen zusätzlichen Halt vor – und auch sonst nicht. „Wir müssen bis 2030 das System erstmal so erhalten, wie es ist und mehr Menschen zur Nutzung animieren“, sagt Genilke. Zwar würde er Pendler begeistern, aber das müsse bezahlt werden und zudem würden neue Bahnhöfe auch längere Fahrzeiten bedeuten. Das passt nicht ins Konzept, denn Ziel ist es, diese zu verkürzen. So dürfen im Konzept zwischen jedem Mittelzentrum und Berlin höchstens 90 Minuten Fahrzeit liegen. Um das „Land besser erschließen“ zu können, gibt es nach Wunsch der CDU neben Regionalbahnen- und Expressen deshalb „Metropol-Expresse“. Diese können gekoppelt und geflügelt werden – Treuenbrietzen exklusive.

Wenn nun also die Region bahntechnisch nur geringfügig angebunden bleibt, könnte man den Fokus auf Plusbuslinien setzen. Einen Lösungsansatz gab es am Dienstag dazu aber noch nicht. Genilke sprach sich jedoch dafür aus, dass das Land sich nicht aus der Verantwortung stehlen darf. „Die Linien bezahlen ausschließlich die Landkreise“ – und Mobilität dürfe nicht davon abhängig sein, ob der Bürger gerade in einem solventen Landkreis wohnt.

Von Christin Iffert

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