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Treuenbrietzen kassiert mehr von Vereinen

Höhere Gebühren für Sporthallen Treuenbrietzen kassiert mehr von Vereinen

Nutzer der beiden Treuenbrietzener Sporthallen müssen ab 2017 höhere Gebühren zahlen. Mit der leichten Anhebung der Stundensätze will die Kommune das Defizit von zuletzt rund 100 000 Euro pro Jahr wenigstens etwas schmälern. Doch auch mit der nun diskutierten neuen Satzung bleibt die Kommune weit entfernt von einer Kostendeckung.

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Die Stadthalle in Treuenbrietzen ist von Sportlern gut ausgelastet. Jetzt steigen die Gebühren leicht.

Quelle: Jörgen Heller

Treuenbrrietzen. Die Stadt Treuenbrietzen lässt sich die Sportlichkeit ihrer Einwohner einiges kosten. Jahr für Jahr buttert sie ordentlich Geld für den Betrieb der Turnhalle an der Albert-Schweitzer-Schule sowie der Stadthalle an der Burgwallstraße zu. Rund 100 000 Euro pro Jahr waren es im jetzt genauer untersuchten Zeitraum 2013/2014.

Nun sollen die Nutzer höhere Gebühren zahlen (siehe Infokasten). Das geht aus der neuen Satzung hervor. Diese erhielt in der jüngsten Sitzung des Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschusses eine klare Mehrheit der Stadtverordneten. Allerdings bleibt das Zahlenwerk auch mit der nun beschlossenen Gebührenanhebung ein deutliches Zuschussgeschäft für die Stadt.

Aus der Auswertung der konkreten Zahlen für 2013/14 geht hervor, dass lediglich sechs Prozent der Kosten für die Stadthalle durch Einnahmen aus Gebühren gedeckt waren. In der Sporthalle an der Schweitzer-Schule waren es zwölf Prozent. Dem kalkulierten Kostensatz von 41,61 Euro pro Stunde standen in der Stadthalle im Schnitt Einnahmen von lediglich 2,45 Euro je Stunde entgegen. In der Turnhalle flossen bei Kosten von 15,55 Euro pro Stunde nur 1,84 Euro aus Gebührenzahlungen zurück.

Gebühren bleiben stark subventioniert

„Auch die neuen Gebührentarife für beide Hallen sind trotz der leichten Anhebung nach wie vor stark subventioniert“, sagte Sandra Hoedt im Finanzausschuss. Die im Rathaus für Controlling sowie Kosten-Leistungsrechnung zuständige Mitarbeiterin hat die neue Gebührenkalkulation erstellt. Dazu habe es seit April 2015 auch mehrere Abstimmungsgespräche mit Vereins-Vertretern gegeben.

Neue Preise ab Januar

In der neuen Gebührensatzung für Treuenbrietzener Sporthallen gibt es keine rabattierten oder ermäßigten Tarife mehr. Zudem entfällt die Unterscheidung zwischen ortsfremden und ortsansässigen Vereinen.

Die Nutzung der Stadthalle kostet ab Januar 2017 für Vereine unter der Woche sechs Euro und am Wochenende 12,50 Euro pro Stunde. Bislang sind dafür fünf bzw. zehn Euro fällig. Sonstige Nutzer zahlen künftig 25 statt 20 Euro pro Stunde. Für das Foyer einzeln werden zehn Euro fällig.

In der Turnhalle an der Albert-Schweitzer-Schule werden pro Stunde künftig 2,50 Euro für die Halle und zwei Euro für den Gymnastikraum kassiert. Bisher sind je zwei Euro fällig.

Im Kalkulationsjahr 2013/14 nutzten Vereine die Stadthalle an 2036 Stunden. In der Turnhalle waren es 1511 Stunden.

Verrechnet mit den Kosten für den Schulsport, Personal, Abschreibungen und Verwaltungsanteile etc. ergibt sich für die Stadthalle im untersuchten Zeitraum ein jährliches Defizit von 79 715 Euro. In der Turnhalle beträgt es im Schnitt 20 721 Euro. In beiden Sportstätten, die fast lückenlos ausgelastet sind, beträgt der Anteil des Vereinssports zwischen 33 und 41 Prozent. Für die Stadthalle mit Gesamtkosten von rund 227 300 Euro entfallen circa 84 720 Euro auf den Vereinssport. Dafür wurden Benutzungsgebühren von gut 5000 Euro pro Jahr kassiert. In der Schweitzer-Sporthalle mit Kosten von jährlich rund 75 720 Euro entfallen 23 500 Euro auf den Vereinssport. Davon flossen zuletzt pro Jahr 2780 Euro aus Nutzungsgebühren zurück.

Mit der nun vorgelegten neuen Kalkulation wurde die Benutzungs- von der Gebührensatzung getrennt. „Damit soll vermieden werden, dass angesichts der alle zwei Jahre vorgeschriebenen neuen Kalkulation der Gebühren immer beide Regelwerke neu beschlossen werden müssen“, erklärte Sandra Hoedt.

Belegungsplan ist verbindlich

In der neuen Hallenordnung entfällt nun die Möglichkeit, laut Belegungsplan reservierte Nutzungszeiten bis 14 Tage vor dem Termin abzusagen. „Dies war unpraktikabel und zog für die Erstattung der Gebühr einen zu hohen Verwaltungsaufwand nach sich“, erklärte Sandra Hoedt. Nach Ansicht des Rathauses seien auch die neuen Tarife innerhalb des Belegungsplanes in Höhe von zwei Euro und 2,50 Euro für die Turnhalle mit Gymnastiksaal sowie drei beziehungsweise sechs Euro für die große Stadthalle „nach wie vor noch so stark subventioniert, dass eine Gebührenerstattung nicht vertreten werden kann“, so Hoedt. Vereine sollten daher nur die Nutzungszeiten anmelden, die sie wirklich in Anspruch nehmen. Immerhin werde für die Stadthalle zu den Nutzungszeiten stets auch ein Hallenwart eingeplant.

Gebührenerhöhung war überfällig

Kritik zu der ab Januar 2017 geplanten Gebührenerhöhung gab es von Anja Schmollack. „Die Finanzprobleme der Stadt sollten nicht auf dem Rücken der Vereine ausgetragen werden“, sagte die CDU-Fraktionschefin. Sie verwies auf das Engagement einiger Vereine, die bereits Sportstätten in Eigenregie betreiben. Bürgermeister Michael Knape (parteilos) verwies auf die „im Vergleich zu Orten im Umland immer noch sehr moderaten Gebühren“ und auf die mit rund 100 000 Euro pro Jahr „umfassende Vereinsförderung“. Die geplante Anhebung, „die zudem schon voriges Jahr fällig gewesen wäre“, sei vor allem den großen Vereinen zumutbar, sagte der Rathauschef im Finanzausschuss.

Von Thomas Wachs

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