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Treuenbrietzen lehnt Informationscomputer ab

Tourismus- und Wirtschaftsförderung Treuenbrietzen lehnt Informationscomputer ab

Die Stadt Treuenbrietzen möchte elektronische Informations-Stationen für Touristen anschaffen. Unabhängig von den Öffnungszeiten der Stadtinformation sollen Besucher so jederzeit Angaben zur Stadt und ihren Angeboten abrufen können. Die Abgeordneten lehnen den Vorschlag der Verwaltung allerdings ab. Sie fürchten die Kosten sowie Vandalismus.

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Information auf Berührung bieten diese Bildschirm-Systeme für die Touristik-Branche.

Quelle: TIS

Treuenbrietzen. Umstritten ist in Treuenbrietzen derzeit die Anschaffung elektronischer Informationssysteme für Besucher der Altstadt. Ein entsprechender Vorschlag der Verwaltung fand in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadt- und Ortsteilentwicklung zunächst keine Mehrheit. Fünf Abgeordnete votierten dagegen, einer enthielt sich. Die Stadtverordneten und berufenen Bürger fürchten vor allem die Kosten sowie Vandalismus an den mit Sicherheitsglas ausgerüsteten Vitrinen für die per Fingerberührung zu bedienenden Bildschirme.

Zwei Standorte in der Altstadt erwogen

Die vom Rathaus vorgeschlagenen zwei Informationsgeräte würden in der Anschaffung insgesamt 33 400 Euro kosten. „Dieser Posten könnte komplett über Fördergeld zur Altstadtsanierung finanziert werden“, kündigte Bauamtsleiter Christoph Höhne an. Hinzu kämen ab dem zweiten Betriebsjahr Wartungskosten von insgesamt 4720 Euro jährlich.

Im Rathaus wird das System als Mittel zur Wirtschafts- und Tourismusförderung gesehen. „In Treuenbrietzen gibt es einen erheblichen Bedarf zur touristischen Entwicklung und Präsentation der Stadt“, argumentiert die Verwaltung in der Beschlussvorlage. Das machte auch Birgitta Anders, die im Herbst eigens eingestellte Tourismusmanagerin der Stadt, deutlich. „In der Außendarstellung ist hier noch einiges zu machen“, sagte die frühere Werbeexpertin jetzt bei der Präsentation ihrer ersten Eindrücke und Pläne in der Sitzung des Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschusses.

Die Informations-Bildschirme für Touristen sind barrierefrei erreichbar

Die Informations-Bildschirme für Touristen sind barrierefrei erreichbar.

Quelle: TIS

Für das Informationssystem könnte ein Teil der Betriebskosten über die Beteiligung von Unternehmen, Pensionen und Gaststätten gedeckt werden, für deren Angebote mit dem System geworben werden könnte. Es könnte auf dem großen Bildschirm zielgerichtet Auskünfte über die Stadt, ihre Geschichte, Aktivitäten, touristische Anlaufpunkte und Wissenswertes über die historische Altstadt und deren Sanierung liefern. Vorgeschlagen wurden Standorte an der Stadtinformation in der Großstraße 1 sowie im Zentrum der Altstadt.

Touristinformation nicht ständig geöffnet

Immer mehr Touristen kämen gerade an Wochenenden und Feiertagen in die Stadt. Dann jedoch ist die nun in der Bibliothek angesiedelte Stadtinformation aus personellen Gründen nicht ständig besetzt. Diese Lücken könnte das elektronische Informationssystem schließen.

„Die Idee ist gut, aber die Folgekosten sind angesichts der laufenden Haushaltskonsolidierung zu hoch“, sagte Anja Schmollack (CDU). Mike Fetzer hält sogenannte QR-Codes für das bessere Informationsmittel. Diese an markanten Punkten anzubringenden kleinen Grafiken in Kästchenform verbinden Nutzer moderner Mobiltelefone nach dem Einscannen direkt mit bestimmten Internetseiten. „Dabei sind die Gefahr von Vandalismus und die Betriebskosten geringer als bei den Touch-Bildschirmen der Informationssysteme“, sagt der berufene Bürger in der Sitzung des Ausschusses. Dessen Vorsitzender, Andreas Gronemeier (TBV), verwies auf das Leitbild der Stadt und die Wahlprogramme fast aller Parteien. In den meisten seien Wirtschafts- und Tourismusförderung als Ziele ausgewiesen. Dabei sollten wir „nicht immer technikfeindlicher werden“, so Gronemeier.

Von Thomas Wachs

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