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Potsdam-Mittelmark Treuenbrietzen verliert die meisten Einwohner
Lokales Potsdam-Mittelmark Treuenbrietzen verliert die meisten Einwohner
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02:15 07.01.2016
Buntes Wiesenburg: In der Fläming-Gemeinde fühlen sich die Menschen sichtlich wohl – hier beim Blumenmarkt im vergangenen Mai. Quelle: Dirk Fröhlich
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Bad Belzig

Brandenburg schrumpft. Das zumindest geht aus einer neuen Prognose des Landesamtes für Bauen und Verkehr hervor. Demnach kann nur jede fünfte Gemeinde der Mark in den nächsten 15 Jahren auf einen Bevölkerungszuwachs hoffen. Vier Fünftel der 200 Gemeinden und Amtsgemeinden werden dagegen bis 2030 schrumpfen, zum Teil wird sich die Zahl der dort lebenden Kinder halbieren. Die Zahlen des Landesamtes sollen den Kommunen dabei helfen, ihre Verkehrs- und Stadtentwicklungspolitik besser zu planen.

Besonders stark ist der Einwohnerverlust laut Studie in Treuenbrietzen. Von derzeit rund 7400 Einwohnern verliere die Kleinstadt bis 2030 noch 1519, heißt es.

Treuenbrietzen verliert am meisten

Für den Treuenbrietzener Bürgermeister Michael Knape sind diese Zahlen „nicht nachvollziehbar“. Die Verwaltung orientiere sich bei ihrer Planung eher am „Wegweiser Kommune“, der regelmäßig von der Bertelsmann-Stiftung herausgegeben werde. „Und da liegen wir aktuell bei 13,5 Prozent Verlust, im Schnitt hatten wir nie mehr als 6 Prozent Verlust“, sagt Knape.

Im Gegenteil: 2014 habe die Gemeinde erstmals wieder einen Einwohnerzuwachs verzeichnet. 327 Zuzügen standen 244 Wegzüge gegenüber. „Ob das eine Trendwende bedeutet, kann man nicht sagen, wir werden die Zahlen aber weiter beobachten und auch für 2015 sieht es aktuell gut aus“, stellt Knape fest. Die Geburtenraten seien in den letzten Monaten nach oben geschnellt. „Wir verzeichnen aktuell mehr Neugeborene als 2014 um diese Zeit“, freut sich der Bürgermeister.

Zuwachs für 38 Gemeinden erwartet

Die Bevölkerungsprognose des Landesamtes für Bauen und Verkehr entstand in Zusammenarbeit mit dem Dezernat Raumbeobachtung und dem Amt für Statistik Berlin-Brandenburg.

Die Ergebnisse der Prognose basieren auf Trendbeobachtungen, Vorausschätzungen und Analogieschlüssen.

Für 38 der insgesamt 200 Ämter und amtsfreien Gemeinden in Brandenburg wird bis 2030 eine positive Bevölkerungsentwicklung erwartet. Diese Gemeinden grenzen mehrheitlich direkt an Berlin und sind verkehrsgünstig zur Hauptstadt gelegen.

24 amtsfreie Gemeinden werden bis 2030 den Schwellenwert von 20 000 Einwohnern halten und damit den Status einer Mittel- oder Großstadt haben.

Die Prognose des Landesamtes sei mit Vorsicht zu genießen, die Kernaussage entspreche nicht der Realität, sagt Knape. „Wir werden aufgrund unseres positiven Eindrucks nicht gleich neue Kitas bauen, aber wir werden weiter beobachten, ob es sich um eine Trendwende handeln könnte“, sagt Knape.

Auch auf Wiesenburg/Mark kommt laut Prognose des Landesamtes ein Einwohnerverlust von 19,1 Prozent zu. Von den aktuell noch 4461 Einwohnern wären somit im Jahr 2030 noch 3610 übrig.

Verlust von 19,1 Prozent

Die Gemeinde hat das Problem im Blick und klare Ziele vor Augen, dem Bevölkerungsrückgang entgegenzuwirken. „Wir wollen für die Zukunft ein Familienzentrum schaffen, das Angebote für Familien organisiert und sie in verschiedenen Bereichen unterstützt“, erklärt Wiesenburgs Bürgermeister Marco Beckendorf. Außerdem wolle man attraktive Baugrundstücke ausweisen, was sich durch die Regionalplanung des Landes jedoch als schwierig erweise. „Die Dörfer im ländlichen Raum sollen nicht mehr wachsen, um eine Zersiedlung oder Splittersiedlungen zu vermeiden“, sagt Beckendorf. „Neue Grundstücke können meist nur innerorts ausgewiesen werden – hier gilt es also Gewerbe- und Industriebrachen zu reanimieren und da sind Förderungen von Bund und Land gut aufgehoben.“

Bislang sei ein Bevölkerungsrückgang in den sozialen Einrichtungen der Gemeinde nicht spürbar. Die Kinderzahlen in den Kitas seien konstant und die Schülerzahlen seien in diesem Jahr sogar gestiegen, stellt Beckendorf fest.

Zahlen in den Kitas bleiben konstant

Aktuell sieht es in Wiesenburg positiv aus. Dank der 40 Syrer, die seit wenigen Wochen in Schmerwitz leben, ist die Bevölkerungszahl 2015 in der Großgemeinde um einen Einwohner auf 4416 gestiegen.

Positiv ist die Stimmung in Brandenburg an der Havel. Die kreisfreie Stadt muss laut Studie bis 2030 mit einem Bevölkerungsrückgang von 8,9 Prozent rechnen und würde von ihren aktuell 71 305 Einwohnern mehr als 6 000 verlieren. Stadtsprecher Jan Penkawa verkündete auf MAZ-Nachfrage jedoch: „Brandenburg wächst!“. Die Stadt habe aktuell 1 000 Einwohner mehr als 2010 für das laufende Jahr prognostiziert worden war. 2014 habe man 2 689 Zuzüge verzeichnen können - „insbesondere von jungen Familien mit Kindern“, sagt Penkawa. Mit derzeit über 600 Neugeborenen habe man außerdem den höchsten Geburtenstand seit der Wende erreicht.

Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann sagte: „Das ist ein wunderschöner Trend, der zeigt, dass die Menschen sich in unserer lebendigen Stadt wohlfühlen.“ Das nun neue Kitas gebaut werden, eine neue Grundschule in Planung sei und auch die Hortkapazitäten erweitert werden müssten, sei eine „schöne Herausforderung“.

Von Josephine Mühln

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