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Potsdam-Mittelmark Treuenbrietzen will mit Windkraft verdienen
Lokales Potsdam-Mittelmark Treuenbrietzen will mit Windkraft verdienen
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13:56 18.05.2016
Im Stadtwald bei Tiefenbrunnen könnten bald Windräder wie diese im Windpark Feldheim-Nord entstehen. Quelle: Thomas Wachs
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Tiefenbrunnen

Die Stadt Treuenbrietzen könnte bald zum Besitzer von Windrädern werden. Zumindest lässt sie weiterhin – unter anderem von der Kommunalaufsicht beim Landkreis – prüfen, ob sie die zwei seit längerem geplanten Anlagen in der Nähe der Siedlung Tiefenbrunnen erwerben darf. Deren Betrieb könnte zur Haushaltskonsolidierung beitragen, heißt es aus dem Rathaus.

Bis Jahresende will die Verwaltung nun die Zuarbeiten für die Stadtverordneten zusammenstellen. „Dann können diese politisch entscheiden, ob die Kommune die Windräder erwerben soll oder nicht“, sagt Bürgermeister Michael Knape (parteilos) auf Nachfrage der MAZ.

Investor ist die Firma Energiequelle

Für die beiden zur Diskussion stehenden Windräder hat die Firma Energiequelle aus Kallinchen bei Zossen (Teltow-Fläming) aktuell die Genehmigung nach Bundes-Immissionsschutzgesetz erhalten. Noch bis zum 25. Mai liegen die Unterlagen dazu unter anderem im Bauamt der Stadtverwaltung öffentlich aus. Das teilte das Ladesamt für Umwelt mit.

Die Firma Energiequelle hatte 2014 unter vier Interessenten von den Treuenbrietzener Stadtverordneten den Zuschlag erhalten, um auf dem kommunalen Flurstück 40 in der Flur 34 als Bauherr aufzutreten. Sie möchte zwei Windräder vom Typ Enercon E 115 mit einer Gesamthöhe von knapp 207 Metern errichten. Dazu verpachtet die Kommune ihr Grundstück zunächst an den Investor. Dieses Modell hatten die Stadtverordneten schon 2014 gebilligt.

Dicht an bewohnten Orten

Die Baufläche für die zwei Windräder im Treuenbrietzener Stadtwald ist im Teilflächennutzungsplan „Windkraftnutzung“ der Kommune als Konzentrationszone für Windenergie ausgewiesen.

Im Regionalplan Havelland-Fläming gehört die Fläche zum Eignungsgebiet Nummer 34 um Altes Lager.

Die Windräder rücken auf einen Abstand von 1,15 Kilometern zum Treuenbrietzener Gemeindeteil Tiefenbrunnen sowie 1,75 Kilometer entfernt von Malterhausen an bewohnte Orte heran.

Laut Bürgermeister Michael Knape (parteilos) könnten über das Pachtmodell mindestens Einnahmen von rund 100 000 Euro pro Jahr erzielt werden. Steigern ließen sich diese Erlöse, wenn die Kommune selbst als Bauherr auftreten würde, erklärte der Rathauschef schon damals. Dazu sieht der Pachtvertrag bereits ein Vorkaufsrecht für die Stadt vor.

Zwischenzeitlich gab es Überlegungen, das Beteiligungsprojekt gemeinsam mit der Nachbarstadt Jüterbog zu realisieren. Auch sie will stärker von der Energiewende profitieren und sucht nach passenden Projekte auch in der eigenen Region. Arm an sonstigen Einnahmen, verspricht sich auch die Kommune im Nachbarlandkreis Teltow-Fläming von den Gewinnen aus dem Betrieb eigener Windräder eine Aufbesserung ihrer Finanzen.

Gute Finanzierungs-Chancen auf dem Kapitalmarkt

Die kommunale Kooperation sie nach ersten Gesprächen jedoch nicht weiter verfolgt worden, sagte der Treuenbrietzener Rathauschef. „Angesichts der historisch einmalig guten Finanzierungs-Chancen auf dem Kapitalmarkt würden wir empfehlen, das Projekt für beide Anlagen allein zu realisieren“, so Knape.

Nach ursprünglichen Plänen der Firma Energiequelle sollten die zwei Windkraftanlagen im zweiten Quartal des Jahres 2016 errichtet werden. Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes sowie für Anwohner durch Rotorbewegungen und Beleuchtung sowie Geräuschbelästigungen werden nicht ausgeschlossen. Die Investoren argumentieren mit der bereits vorhandenen „deutlichen Vorbelastung“ aus dem benachbarten Windpark Altes Lager.

Unter den Stadtverordnete ist das Projekt bislang umstritten. Einzelne Abgeordnete sprechen sich prinzipiell gegen weitere Windkraftanlagen im Stadtgebiet Treuenbrietzens aus.

Von Thomas Wachs

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