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Treuenbrietzen will öffentliche Zufahrt

Streitthema Motocross am Krähenberg Treuenbrietzen will öffentliche Zufahrt

Das Streitthema Motocross geht in Treuenbrietzen in eine neue Runde. Die Stadtverordneten plädieren für eine öffentliche Widmung der Zufahrt zum Trainings- und Wettkampfareal am Krähenberg. Kritiker fürchten, dass damit das Antragsverfahren für einen häufigeren Betrieb beflügelt werden könnte.

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Eine rechtlich gesicherte Zufahrt zum Motocross-Gelände am Treuenbrietzener Krähenberg wird unter anderem für den Rettungsdienst erwünscht.

Quelle: privat

Treuenbrietzen. Die Stadt Treuenbrietzen will jetzt die Zufahrt zur Motocross-Strecke am Krähenberg als „sonstigen öffentlichen Weg“ widmen lassen. Das beschlossen die Mitglieder des Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschusses als Empfehlung an die Stadtverordnetenversammlung auf Antrag des Treuenbrietzener Krähenberg-Vereines (TKV). Ihm soll damit der ordnungsgemäße Betrieb seiner Sportanlage ermöglicht werden. Zum TKV mit 44 Mitgliedern zählen Motorcrossfahrer, BMX- und Mountainbike-Radfahrer sowie seit zwei Jahren auch einzelne Bogenschützen. Derzeit darf er das Gelände in der ehemaligen Kiesgrube und späteren Mülldeponie am Stadtrand viermal im Jahr nutzen. Ein zuletzt in der Stadt stark umstrittener Antrag auf Ausweitung der Nutzungstage läuft bei Landesbehörden.

Widmung ist preiswerteste Lösung

Aus Sicht des Vereines sowie der Stadtverwaltung ist die Widmung des Weges die preiswerteste Lösung, um rechtlich abgesichert öffentliche Veranstaltungen durchführen zu dürfen. Für die Kommune würden rund 3000 Euro Vermessungskosten anfallen. Sie ist neben der Bahntochter DB-Netz AG, sowie der Kies- und Steinwerk Boerner GmbH & Co. KG Eigentümer der für die Wegführung genutzten Flurstücke.

Das Thema der Zuwegung ist seit einem Jahr in den Gremien der Stadtverordnetenversammlung ohne Ergebnis diskutiert worden. Nun wiederholte der TKV seinen Antrag, um den Trainings- und Wettkampfbetrieb aufrecht erhalten und rechtlich absichern zu können, schreibt Vereinschef Ingo Schega in seinem Antrag.

Streitthema seit zwei Jahren

Zwischen der Stadt und dem Treuenbrietzener Krähenberg Verein (TKV) besteht seit 1. Februar 2010 ein Nutzungsvertrag für die kommunale Fläche eines Teils der Kiesgrube.

Der Motocross-Betrieb auf der ehemaligen Mülldeponie auf dem Krähenberg am Stadtrand von Treuenbrietzen ist seit Sommer 2014 Streitthema.

Im November hatte die Mehrheit der Stadtverordneten in ihrer Stellungnahme zum Genehmigungsverfahren das Einvernehmen der Stadt zum Antrag des Krähenberg-Vereins verweigert, mit dem Trainings- und Wettkampfzeiten deutlich ausgeweitet werden sollen.

Derzeit dürfen Cross-Fahrer die Strecke an vier Terminen im Jahr nutzen. Der vom Verein gestellte Bauantrag für eine Ausweitung wird beim Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV) bearbeitet.

Im Februar 2015 wurde der Antrag auf öffentliche Widmung des Zufahrts-Weges erstmals gestellt. In mehreren Sitzungen von Ausschüssen der Stadtverordnetenversammlung war er bislang nicht entschieden worden.

„Bisher ist die Zuwegung rechtlich nicht gesichert“, bestätigte Bürgermeister Michael Knape (parteilos). Er plädiert weiterhin für eine Unterstützung des Vereins. Zudem biete das Verfahren die Möglichkeit, die als Gewerbeareal ausgewiesenen, angrenzenden Flächen bei Nachfrage von Investoren leichter zu vermarkten. Die Verkehrssicherungspflicht für den Weg soll laut Beschlussvorlage vorerst an den Krähenberg-Verein übertragen werden. Eine bislang als Alternative zu Widmung diskutierte Eintragung von Geh- und Fahrrechten für den Weg sei dem Verein aus Kostengründen nicht zuzumuten, heißt es aus der Verwaltung.

„Wir sollten dem Verein keinen Todesstoß versetzen“, argumentierte auch die CDU-Fraktionsvorsitzende Anja Schmollack und stimmte im Hauptausschuss für die öffentliche Widmung des Weges. Vor einem Jahr hatte sie dies noch abgelehnt. „Durch die Hintertür wird hier versucht, das Genehmigungsverfahren für mehr Motocross doch noch zu unterstützen”, sagte sie damals zur Idee der Widmung.

Anlieger fürchten zusätzlichen Lärm

Das befürchten auch Anlieger. Sie erwarten bei einem regelmäßigen Betrieb auf der Strecke ständige Lärmbelästigungen.

Andreas Gerlach,  Hauptgeschäftsführer des Landessportbundes Brandenburg

Andreas Gerlach, Hauptgeschäftsführer des Landessportbundes Brandenburg

Quelle: Detlev Scheerbarth

Aus Sicht von Andreas Gerlach, dem Hauptgeschäftsführer des Landessportbundes Brandenburg, trage der Treuenbrietzener Krähenberg-Verein „durch seine Aktivitäten und sein Engagement dazu bei, die Stadt attraktiver und landesweit bekannter zu machen“. Der Interessenvertreter Brandenburger Sportvereine plädierte dafür, für den TKV Rechtssicherheit zu ermöglichen. „Die Vereinsarbeit für den Breitensport in drei Disziplinen sollte nicht erschwert oder gar unterbunden werden“, sagte Gerlach auf Einladung des Bürgermeisters im Hauptausschuss. Dort stimmten fünf Abgeordnete für die Widmung. Drei enthielten sich der Stimme. Abschließend müssen die Stadtverordneten entscheiden.

Von Thomas Wachs

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