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Potsdam-Mittelmark Treuenbrietzen wird zum bundesweiten Modell
Lokales Potsdam-Mittelmark Treuenbrietzen wird zum bundesweiten Modell
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16:36 11.10.2016
Franziska Brocksch koordiniert in Treuenbrietzen die Arbeit am Bürgerbeteiligungs-Projekt „Transform-Bar“. Quelle: Thomas Wachs
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Treuenbrietzen

Wie können Bürger einer Stadt wie Treuenbrietzen dazu beitragen, innovative Lösungen für anstehende Fragen zur Entwicklung ihrer Kommune zu finden? Dieser und weiteren Frage gehen Wissenschaftler und Partner aus weiteren Orten nun in einem bundesweiten Forschungsprojekt nach. „Vor mehr als einem Jahr hatten wir den Förderantrag gestellt und nun den Zuschlag erhalten“, erklärte Bürgermeister Michael Knape (parteilos) in der jüngsten Sitzung des Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschusses.

Unter dem Titel „Kommunen innovativ – Transform-Bar“ ist es das Ziel, mit Wissenschaftlern kommunale Beteiligungskonzepte zu erproben und zu verbreiten. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt läuft bis Mai 2019. In dieser Zeit koordiniert Franziska Brocksch für die Stadt Treuenbrietzen die Mitarbeit. Beteiligt sind zudem die Stadt Münsingen auf der schwäbischen Alb sowie Sozialforscher und Hochschulen aus Stuttgart, Göttingen und Berlin.

„Derzeit knappe Kindergartenplätze, strittiger Straßenausbau, Verkehrskonzept, demografischer Wandel und allgemein die Infrastruktur – in Treuenbrietzen stehen viele Themen auf der Agenda“, sagte Franziska Brocksch bei der ersten Verstellung des Projektes im Hauptausschuss. Für einige Projekte habe sich in der Vergangenheit gezeigt, dass ihr Erfolg wesentlich von einer frühzeitigen Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung, Unternehmen, Gewerbetreibende und Bürgern abhängt. Dafür sind im Projekt vor Ort auch fünf Beteiligungsworkshops geplant.

Das Projekt läuft zunächst bis Mai 2019. Erste Schritte sind dieses Jahr Gespräche mit engagierten Personen aus Treuenbrietzen und Münsingen, um ein Gespür für die Aktivitäten und Herausforderungen zu bekommen. Zum Start werden zunächst 25 Interviews mit Stadtverordneten, Vereinschefs, Vertretern von Institutionen sowie engagierten Bürgern geführt.

Aus diesen sollen sodann mögliche Aktionsfelder abgeleitet und erste Eckpfeiler eines Kommunikationskonzeptes für die Kommunen erarbeitet werden. „Auf dessen Basis beginnt dann ab 2017 die gemeinsame Arbeit mit den Bürgern“, erklärt Brocksch. Schon jetzt zeichneten sich Schwerpunkte ab. Als Beispiele nennt die Koordinatorin, die seit 2014 selbst in Treuenbrietzen wohnt, den zuletzt per Bürgerentscheid gestoppten Straßenbau an der Berliner Chaussee aber auch Themen wie Junges Wohnen, den Aufbau eines Regionalladens, kommunale Kooperationen mit Nachbarorten oder auch den Regionalplan zur weiteren Nutzung von Windkraftanlagen.

Zur Person

Für das Projekt „Transform-Bar“ ist Franziska Brocksch nun die Koordinatorin in der Stadt Treuenbrietzen. Dafür bekleidet die 30-Jährige im Rathaus eine über das Projekt voll geförderte Teilzeitstelle für 20 Wochenstunden.

Die Projektleiterin studierte in einem Magisterstudiengang Komparatistik und ist zudem Diplom-Journalistin.

Seit Ende 2014 wohnt die gebürtige Berlinerin mit ihrem Ehemann und zwei Kindern in Treuenbrietzen. Zuletzt tätig war Franziska Brocksch bei der Berliner Zentrale des Deutschen Roten Kreuze als Online-Redakteurin für soziale Medien und den Internetauftritt.

In dem Projekt werden anhand konkreter Themen und Initiativen Instrumente für erfolgreiche Bürgerbeteiligung entwickelt und erprobt. Durch gemeinsames Lernen soll Treuenbrietzen als Kommune in die Lage versetzt werden, weitere Projekte mithilfe eigenständig entwickelter Instrumente zur Bürgerbeteiligung umzusetzen. „Treuenbrietzen kann auf diesem Wege seine Attraktivität steigern und die Lebensqualität der Bürger verbessern“, sagt Frank Ulmer von der Dialogik-Gesellschaft für Kommunikations- und Kooperationsforschung, die das Projekt Transform-Bar mit den diversen Verbundpartnern zentral koordiniert.

„In dessen Rahmen wird zudem eine Internetplattform ins Leben gerufen, auf der erfolgreiche Beispiele für kommunale Beteiligungsprojekte verbreitet werden“, erklärt Franziska Brocksch. „Gleichzeitig ermöglicht die Plattform einen bundesweiten Erfahrungsaustausch zwischen aktiven Kommunen“, so die Koordinatorin.

„Vor dem Hintergrund aktueller Diskussionen zu verschiedenen Themen in der Stadt, die eine breite Bürgerbeteiligung wünschen, ist dieses Projekt eine gute Möglichkeit, den Wünschen der Bürger zu entsprechen“, sagt Bürgermeister Michael Knape.

Von Thomas Wachs

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