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Treuenbrietzen würdigt Hofkapellmeister

Theater am Himmel-Denkmal Treuenbrietzen würdigt Hofkapellmeister

In Treuenbrietzen verwandelt sich der Stadtpark zur Theaterbühne. Ein Stück zum Gedenken an den vor 250 Jahren im Ort geborenen und späteren Hofkapellmeister Friedrich Heinrich Himmel wird am 19. September von den „Stadtgauklern“ aufgeführt.

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Beim,„Feierabendspaziergang“ zur Sabinchenfestwoche boten die Stadtgaukler Ausschnitte ihres neuen Stückes im Straßentheater.

Quelle: Thomas Wachs

Treuenbrietzen. Viel Platz für kreative Ideen bietet der Treuenbrietzener Stadtpark. Er zieht sich — in Erinnerung an seinen Schöpfer — als „Pauckert-Ring“ rund um die historische Altstadt. Dessen Potenzial lauschiger Plätzchen als Veranstaltungsorte im Grünen längst erkannt hat auch Christina Bunzel. Die vielseitig aktive Veranstaltungsmanagerin rückt immer wieder neue Orte des Stadtbildes mit kreativen Aktionen ins Rampenlicht. Neueste Idee ist die Veranstaltungsreihe „Park-Poeten“. Einmal im Jahr sollen fortan Konzerte, Lesungen, Theateraufführungen, Lichtinstallationen, Ausstellungen und anderes mehr Besucher anlocken. „Vergleichbar ist das mit unserer Adventsaktion Schauplätzchen“, erklärt Christina Bunzel. „Nur dass die Park-Poeten immer im Sommer in Aktion treten sollen“, sagt die Organisatorin.

Schon zur Aktion „Schauplätzchen“ im Winter setzte Alex Kozmidi das Treuenbrietzener Himmel-Denkmal im Park musikalisch in Szene

Schon zur Aktion „Schauplätzchen“ im Winter setzte Alex Kozmidi das Treuenbrietzener Himmel-Denkmal im Park musikalisch in Szene.

Quelle: Christina Bunzel

„Die Gestaltung des Parks bietet sich nicht nur als Areal zum alltäglichen Flanieren sondern auch für vielfältige kulturelle Höhepunkte an“, so Bunzel. Premiere ist am Samstag, dem 19. September. Dann wird die Theatergruppe „Treuenbrietzener Stadtgaukler“ unter freiem Himmel zwischen Badeanstalt, Ehrenhain und Nieplitz auf die Bühne treten. Am Denkmal für den aus der Stadt stammenden Komponisten Friedrich Heinrich Himmel (1765 - 1814) werden die Stadtgaukler die neue Veranstaltungsreihe mit ihrer Inszenierung des Stückes „Das Posthaus in Treuenbrietzen“ eröffnen. Veröffentlicht wurde es im Jahr 1806 von August Friedrich Ferdinand von Kotzebue (1761 - 1819).

Uraufführung zur Premiere im Park

Inspirieren ließ sich der Dramatiker, Schriftsteller und Librettist für das Lustspiel offenbar von Erzählungen seines Zeitgenossen Friedrich Heinrich Himmel, den er wohl einige Male traf. Nun gibt es die Uraufführung. „Denn nach unserer Kenntnis ist das Stück bisher nie aufgeführt worden“, erzählt Cornelia Hippauf von den Stadtgauklern. Gut ein Jahr lang haben die zehn Akteure der von Schülern und Lehrern gebildeten Theatergruppe den Stoff des Lustspiels für ihre Inszenierung aufgearbeitet und um einen zweiten Aufzug ergänzt. „Dieser klärt dann über die Verbindung Kotzebues zu Friedrich Heinrich Himmel auf“, verrät Hippauf. Der später als Hofkapellmeister am preußischen Hofe bekannt gewordene Musiker und Komponist war 1765 in Treuenbrietzen geboren worden.

Dichter siedelt Stück in Treuenbrietzen an

Einer Begegnung der Zeitgenossen ist es wohl zu verdanken, das der Dichter sein Lustspiel in Treuenbrietzen ansiedelte. Als um 1765 nach der Schlacht bei Prag im preußisch-österreichischen Krieg viele Soldaten auch durch Treuenbrietzen zogen, wurde das dortige Posthaus zum Dreh- und Angelpunkte diverser Episoden — militärisch sowie in Liebesdingen. Es begegnen sich ein Mädchen und ein Soldat, die vor seinem Kriegseinsatz bereits einander versprochen gewesen sein sollen. In die Verwechslungs- und Liebeskomödie fließen viele Begebenheiten aus der damaligen Stadt mit ein. „Mehr soll aber noch nicht verraten werden“, sagt Cornelia Hippauf.

Das Himmel-Denkmal im Treuenbrietzener  Stadtoark wird zum Theaterort

Das Himmel-Denkmal im Treuenbrietzener Stadtoark wird zum Theaterort.

Quelle: Thomas Wachs

Bereits im vorigen Jahr hatten die Stadtgaukler mit einer Eigenproduktion an den 200. Todestag von Friedrich Heinrich Himmel erinnert. Dieses Jahr nun steht der 250. Geburtstag des Musikers im Mittelpunkt. „Seitens der Stadt gibt es ja ansonsten ja keinerlei Aktivitäten, um an den doch bekannten Sohn der Stadt zu erinnern“, sagt Cornelia Hippauf. „Gleichzeitig wollen wir mit der Wahl des Aufführungsortes am Himmel-Denkmal auf dessen doch sehr vernachlässigten Zustand hinweisen“, ergänzt Christina Bunzel. „Für das Freilufttheater sollten sich Besucher gerne einen eigene Klappstuhl mitbringen“, rät die Organisatorin. Bei Regenwetter findet die Aufführung im Kino „Kammerspiele“ statt.

Termin: Theaterstück „Das Posthaus in Treuenbrietzen“, 19. September, 19.30 Uhr, Im Park am Himmel-Denkmal. Eintritt für Kinder bis 14 Jahre drei Euro; für Erwachsene im Vorverkauf sechs und an der Abendkasse sieben Euro. Vorverkauf in der Sparkasse Treuenbrietzen, Großstraße 23.

Komponist am preußischen Hofe

Der späteren Hofkapellmeister Friedrich Heinrich Himmel wurde am 20. November 1765 in Treuenbrietzen geboren. Sein Vater betrieb am Markt eine Gastwirtschaft. Sohn Friedrich Heinrich fiel schon früh durch seine Musikalität auf, wurde vom städtischen Organisten musikalisch ausgebildet und beherrschte danach außer dem Orgelspiel auch das Klavierspiel perfekt.

Himmel starb jung mit 49 Jahren am 8. Juni 1814 an der Wassersucht. Der begabte Musiker hinterließ neben seinen Opern, geistlichen sowie weltlichen Chorwerken mehr als 300 Lieder. Dazu kamen Sinfonien, Klavier-Konzerte, Ouvertüren und Militärmärsche. Die religiösen und patriotischen Lieder von Himmel waren im 19. Jahrhundert fester Bestandteil der Schulliederbücher.

Auch während seines Theologiestudiums fiel Himmel durch seine musische Begabung auf. Am preußischen Hofe machte er als Klaviervirtuose, königlicher Hofkapellmeister sowie Komponist Karriere.

Trotz unterschiedlicher Einordnung durch die Musikwissenschaft war Himmel ein herausragender Klaviervirtuose, der international begeisterte. Einige seiner Kompositionen wirken auch über seinen Tod vor 200 Jahren hinaus in der Musikwelt nach.

Die Gunst von Preußen-König Friedrich Wilhelm II. (1744—1797), seiner Familie und des Kämmerers versuchte sich Himmel durch Intrigen zu erhalten, heißt es.

Aufgrund seiner aufwendigen und unsoliden Lebensführung war er ständig in Geldschwierigkeiten, deshalb begegnete er am Hofe auch offener Feindschaft.Kritiker warfen ihm Liederlichkeit und Alkoholismus vor.

Von Thomas Wachs

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