Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Treuenbrietzen Auf historischen Fahrrädern unterwegs.
Lokales Potsdam-Mittelmark Treuenbrietzen Auf historischen Fahrrädern unterwegs.
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:29 11.09.2018
Das macbt doch was her: Thomas Preißker (links), Adelheid und Gerd Dalichow mögen alte Velos und die historische Kleidung dazu. Quelle: Andreas Koska
Treuenbrietzen

Zwei Tage lang stand ein verrostetes Fahrrad auf dem Hof von Gerd Dalichow. Er dachte, dass es einem Nachbarn gehört. Doch der Nachbar schüttelte den Kopf. Also stellte Gerd Dalichow den Drahtesel in seinem Schuppen unter. „Einige Wochen später fragte mich ein Bekannter, ob ich das Rad gefunden hätte“, erzählt Dalichow – und nun löst sich das Rätsel auf. Das Fahrrad hatte wohl auf einem Müllhaufen gelegen und war dem Bekannten aufgefallen. Der wusste von Dalichows Leidenschaft für alte Fahrräder und brachte es ihm einfach vorbei.

„Das passiert uns häufiger“, sagt Dalichow. Mit uns meint er sich und den nur wenige Häuser weiter wohnenden Thomas Preißker. Beide Männer gehören dem Rietzer Radverein an, sind allerdings den historischen Zweirädern verfallen. „Unsere Interessengemeinschaft ist vom Rietzer Verein unabhängig“, betont Dalichow.

Das älteste Fahrrad aus der Sammlung von Dalichow aus dem Jahr 1900 Quelle: Andreas Koska

Zwei Dutzende Fahrräder hat Gerd Dalichow mittlerweile. Das älteste hängt wie ein Schmuckstück an der Wand. Es ist ein Arkona-Rad, das um 1900 gebaut worden ist. Es ist zwar betriebsbereit, wird aber nicht mehr bewegt. Für die Ausfahrten nimmt Dalichow jüngeres Gefährt – ein Adler-Rad aus den 30er Jahren.

Ein weiteres nutzt seine Frau Adelheid. „Wenn wir ausfahren, sind wir alle historisch gekleidet", berichtet Adelheid Dalichow. Sie und Ines Spitzner sind die einzigen Damen, die immer dabei sind, wenn die Interessengemeinschaft unterwegs ist.

„Altradgesellschaft“, was im ersten Moment nach Schrotthandlung klingt, ist der Name der Interessengemeinschaft. Zwölf Frauen und Männer verbergen sich dahinter, die mehrfach im Jahr gemeinsam unterwegs sind. Historische Räder besitzt jedoch neben Dalichow nur Preißker. Die anderen Altrad-Fahrer bekommen die Drahtesel gestellt. Jeder ist immer auf dem selben Rad unterwegs, muss es säubern und pflegen.

Früher waren manche Velos mit Karbidlampen ausgestattet Quelle: Andreas Koska

Damit tun die Radler den Gefährten einen großen Gefallen: „Die Fahrräder müssen alle bewegt werden, deshalb ist es gut so“, sagt Gerd Dalichow, der vom Beruf Schweißer und Schlosser ist. Sein Freund Preißker ist Industriemechaniker. „Deshalb sind wir so gern dabei, wenn es gilt die Räder zu sanieren", sagt der Treuenbrietzener.

Die beiden Enthusiasten verändern wenig an den historischen Vehikeln. Sie machen sie fahrbereit. Hin und wieder muss Dalichow ein Ersatzteil selbst anfertigen. Damit es so originalgetreu wie möglich ist, recherchiert Preißker nach entsprechenden Informationen. „Wir dokumentieren den Zustand der Räder beim Auffinden und nach der Restaurierung“, erläutert Preißker. Darüber hinaus „versuche ich Fakten zur Geschichte des Herstellers herauszufinden".

Stand zwei Tage auf dem Hof: das Ewera-Rad in Dalichows Hof Quelle: Andreas Koska

Das ist mitunter nicht so einfach. So sucht Preißker immer noch nach Informationen über ein „Prima-Bärenrad“. Im Internet sei er bislang nicht fündig geworden. Bei Ebay im Internet finden sich zwar Steuerkopfschilder dieser Marke, doch über den Hersteller erzählen sie auch nichts. Auch von einem „Ewera aus Schönebeck“ hat Thomas Preißker noch nichts Näheres in Erfahrung bringen. Ein Ewera-Rad ist aus dem Müll gefischt worden.

Die Altradgesellschaft ist seit nunmehr sechs Jahren auf den Straßen in und rund um Treuenbrietzens unterwegs, besucht Oldtimertreffen, macht beim Sabinchen-Umzug mit und war sogar schon mal in Nordwalde, der westfälischen Partnerstadt von Treuenbrietzen, mit dabei.

„Wenn wir unterwegs sind, finden wir viel Beachtung und das ist schön“, freut sich Adelheid Dalichow. Kaum schlüpft sie in ein Kostüm, wird sie zu Gräfin. „Bei uns kann jeder mitfahren, aber er oder sie müssen sich historisch kleiden“, sagt Thomas Preißker. Er trägt Knickerbocker-Cordhosen, dazu ein Cord-Sakko, Fliege und Schiebermütze.

Gerd Dalichow radelt in einer Cordhose mit breiten Streifen durch die Lande. Dazu trägt er eine Melone, ein Stehkragenhemd und Weste. Eine Taschenuhr mit Kette zwischen Knopfloch und der kleinen Westentasche gehört zum Gewand dazu. Strohhut, ein mit blauen Blümchen gemustertes Kleid schmücken Adelheid Dalichow und verwandeln sie in eine moderne Frau aus den 30er Jahren.

So trifft man sie bis zu zehnmal im Jahr bei den Ausfahrten. Oft geht es nach Haseloff oder Schlalach, man war schon zum Oldtimertreffen in Cammer. „Das haben wir uns für das kommende Jahr wieder vorgenommen“, sagt Dalichow und trägt den Juli-Termin sofort in seinen Kalender ein. Die nächste Ausfahrt findet am 3. Oktober statt. Wohin die kurze Reise geht, das steht allerdings noch nicht fest.

Von Andreas Koska

Große Hilfsbereitschaft erfuhren Feuerwehrleute aus Frohnsdorf im Fläming jetzt von ihren Namensvettern aus Frohnsdorf in Thüringen. Dort wurde während der Waldbrände eine dicke Spende gesammelt.

11.09.2018

Aus noch ungeklärter Ursache war die 26-Jährige mit ihrem Auto nach links von der Straße abgekommen.

10.09.2018

Vor 1200 Zuschauern haben die Nieplitztaler ihr letztes Konzert gegeben. Nach 30 erfolgreichen Jahren ist jetzt Schluss. Sieben Stunden dauerte das Programm mit musikalischen Gästen.

10.09.2018