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Treuenbrietzen Buch zu Spurensuchern erschienen
Lokales Potsdam-Mittelmark Treuenbrietzen Buch zu Spurensuchern erschienen
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17:31 09.01.2019
Mitglieder der Geschichtswerkstatt würdigten mit einer Gedenktafel auch Aaron Isaak. Der im September 1730 in Treuenbrietzen geborene Jude war später Gründer der Jüdischen Gemeinde in Stockholm. Quelle: Thomas Wachs
Treuenbrietzen

Seit Jahrzehnten beschäftigen sich junge Historiker mit besonderen Begebenheiten aus der Geschichte der Stadt Treuenbrietzen. Jetzt können Ergebnisse ihrer Arbeit in einem Buch nachgelesen werden. „Spurensucher“ heißt die Publikation in Form einer Broschüre, die jetzt druckfrisch erschienen ist.

Erarbeitet haben sie Hellmut Päpke aus Rietz und seine Tochter Katrin Päpke aus Treuenbrietzen. Sie selbst war in den 1970er-Jahren schon als Schülerin in der Arbeitsgemeinschaft „Junge Historiker“ dabei, die auch ihr Vater als Lehrer betreut hatte.

Das Cover des Buches „Spurensucher“, das Hellmut und Katrin Päpke aus Treuenbrietzen jetzt herausgebracht haben. Quelle: privat

Nach der politischen Wende ging daraus im Gymnasium „Am Burgwall“ die Geschichtswerkstatt hervor, die auch Katrin Päpke – inzwischen selbst Lehrerin – später mit betreut hatte. Aktuell betreut Geschichtslehrer Valentin Schlegelmilch die Arbeitsgemeinschaft an der Gesamtschule. Er führt deren Themen in Abwandlungen und unter neuen Aspekten fort.

150 Seiten gefüllt

„In all den Jahren haben mal mehr, mal weniger Schüler zum Teil umfangreiche Arbeiten zu Papier gebracht“, erzählt Katrin Päpke. Sie konnten in der Broschüre nun erstmals gesammelt präsentiert werden. Gut 150 Seiten sind damit gefüllt worden.

Die Chance für die gedruckte Ausgabe mit einer Auflage von 500 Exemplaren ergab sich voriges Jahr spontan durch ein Förderprojekt. Über den Lokalen Aktionsplan Hoher Fläming und sein Projekt „Partnerschaft für Demokratie“ flossen rund 6000 Euro aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben“ für die Publikation.

Schwerpunkt war der Sebaldushof

Schwerpunkt in der Arbeit der Treuenbrietzener Geschichtswerkstatt, die nun im Buch zusammengefasst ist, war zunächst immer die Historie der Munitionsfabrik und des Zwangsarbeiterlagers „Sebaldushof“ am Rande der Stadt. Dort waren von den Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg bis 1945 auch europäische Zwangsarbeiter beschäftigt worden. Darunter auch 131 italienische Militärinternierte, von denen 127 am 23. April 1945 bei einem Massaker bei Nichel den Tod fanden.

Am Ort des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers Sebaldushof bei Treuenbrietzen erinnern Namenssteine an 131 Italienische Militärinternierte. 127 von ihnen wurden im April 1945 bei einem Massaker getötet. Schüler der Geschichtswerkstatt schufen die persönlichen Gedenksteine. Quelle: Katrin Päpke

Auch mit zwischenzeitlich umfangreichen Forschungen und Arbeitseinsätzen am einstigen Ort des Lagers Sebaldushof haben die Schüler über die Jahre viel dazu beigetragen, dass im Wald nahe der Berliner Chaussee nun eine Gedenkstätte gepflegt wird und an die Geschichte des Ortes erinnert.

Erweitert wurde die Arbeit der Geschichtswerkstatt in der jüngsten Zeit auch auf Belange zum Jüdischen Leben in der Stadt Treuenbrietzen und der Region.

Im Buch kommen neben diversen Akteuren selbst auch Unterstützer und Weggefährten zu Wort, die über die Jahrzehnte die örtliche Geschichtsarbeit begleitet hatten, erklärt Mitautorin Katrin Päpke. Gespiegelt wird in Fotos und Beiträgen zudem das Echo, das die Arbeiten der Schüler und ihrer Betreuer in diversen Wettbewerben und Medien-Projekten gefunden haben.

Auf Vorschlag der Geschichtswerkstatt war Antonio Ceseri im April 2015 von der Stadt Treuenbrietzen eine Ehrenurkunde verliehen worden. Gewürdigt wurden damit die Verdienste des früheren Militärgefangenen und Überlebenden des Massakers vom April 1945 bei dessen Aufarbeitung. Quelle: privat

Alle Beteiligten sollen nun ein Exemplar des Buches „Spurensucher“ erhalten. Verteilt werde es zudem auch an Gäste aus Italien beim nächsten Besuch zum Gedenktag im April. Aus den Geschehnissen vom April 1945 heraus hatte sich Jahrzehnte später eine offizielle Partnerschaft zwischen den Städten Treuenbrietzen und Chiaravalle in Italien entstanden.

Vorgestellt wird das druckfrische Buch am Freitagabend zunächst in einer internen Runde mit heutigen und früheren Akteuren, erklärt Katrin Päpke. Eine erste öffentliche Gelegenheit, sich über die Arbeit der Geschichtswerkstatt und das Buch zu informieren, bestehe dann am Samstag auch beim Tag der offenen Tür an der Gesamtschule Treuenbrietzen. „Geplant ist auch ein freier Verkauf einiger Bücher, um einen Teil der Kosten zu refinanzieren“, erklärt Katrin Päpke.

Von Thomas Wachs

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