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Treuenbrietzen Die Stadt schleppt alte Probleme mit ins neue Jahr
Lokales Potsdam-Mittelmark Treuenbrietzen Die Stadt schleppt alte Probleme mit ins neue Jahr
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11:21 29.01.2019
Beim Neujahrsempfang des Treuenbrietzener Bürgervereins hat Michael Knape (li.) die Ziele für das Superwahljahr abgesteckt. Quelle: Thomas Wachs
Treuenbrietzen

Michael Knape tut es noch einmal. Bei der bevorstehenden Kommunalwahl im Mai kandidiert der parteilose Treuenbrietzener Bürgermeister wieder auf der Liste des CDU-Kreisverbandes von Potsdam-Mittelmark für die Wahl zum Kreistag. Das kündigte er beim Neujahrsempfang des Treuenbrietzener Bürgervereins (TBV) an, dessen Vorsitzender er ist.

Beigetreten ist der Stadtchef der CDU freilich noch immer nicht. Schon im Wahljahr 2013 hatte Knape mit dieser Kandidatur Aufsehen erregt. War der Stadtchef doch bis zum Gruppenaustritt fast des kompletten FDP-Ortsvereins im Jahr 2012 lange Jahre bekennender Liberaler.

Verwunderung und Verdruss

Sein Schritt hatte 2013 für Verwunderung und auch viel Verdruss gesorgt. Denn die Kandidatur war damals offenkundig am CDU-Stadtverband vorbei auf Kreisebene ausgeklüngelt worden.

Anders diesmal. Nun praktiziert Knape offen den Schulterschluss mit Anja Schmollack. Die CDU-Stadtchefin kandidiert für den Landtag. „Dafür wünsche ich Dir viel Erfolg, liebe Anja“, sagte Knape beim Empfang in Reuters Restaurant vor gut 30 Gästen. „Ich möchte, dass Treuenbrietzen nach der Wahl in diesem Jahr auf möglichst allen Ebenen im Kreis und im Land mit Treuenbrietzenern gut vertreten ist“, sagte der Bürgermeister. „Im Land ist es Zeit für einen Wechsel“, so der TBV-Chef.

Steigbügelhalter für Nachrücker

Dabei wird der Rathauschef selbst jedoch wohl nur als Steigbügelhalter für nachrückende CDU-Kandidaten im Kreistag agieren. Denn sonst müsste er laut Kommunalverfassung seinen Verwaltungsposten aufgeben.

„Gerade die jüngsten Erfahrungen haben uns als Stadt aber gezeigt, wie wichtig es ist, einen guten Draht zu haben in alle Richtungen“, so Knape. Er hoffe, das das Tal der Tränen aus den letzten drei Monaten durchschritten ist und „Hoffnung wieder wachsen kann“, obwohl „vieles in Flammen aufgegangen ist – auch verbal“, sagte Knape erneut – wohl in Anspielung auf Versprechungen von Landespolitikern zur Hilfe nach der riesigen Waldbrandproblematik vom Sommer.

Auf lokaler Ebene hält der TBV seine Liste „noch möglichste lange offen, für alle, die mit uns Politik machen wollen zum Wohle der Stadt“, sagte der TBV-Vorsitzende. Hier rief er dazu auf „die Debattenkultur zu überdenken“ und Lokalpolitik nicht nur im Internet auszutragen. Offen sei der TBV lokalpolitisch in alle Richtungen. „Für mich haben die Probleme, die es zu lösen gilt keine Farbe“, so Knape.

Bürgerbeteiligung ohne Kondition

Wichtig blieben aus seiner Sicht eine engagierte Bürgerschaft und ein Blick auf die Ortsteile. „Treuenbrietzen lebte auch vom Ehrenamt“, sagte Knape. Er würde sich wünschen, dass die inzwischen in der Stadt etablierten Instrumente zur Bürgerbeteiligung dauerhafter genutzt werden.

Die bisherigen Initiativen zur Mitwirkung „waren leider noch keine Langstreckenläufer“, so Knape. Doch seien „Schwung und viel Puste nötig, um die Probleme zu lösen, die nun nicht einfacher werden“, sagte Knape vor den Gästen seines Empfanges.

Entscheidungen, die weh tun

Dazu hoffe er auch auf einen Konsens noch unter den bisherigen Stadtverordneten, die den Mut haben müssten, auch so knapp vor der Neuwahl „auch noch unbequeme Entscheidungen zu treffen. Ein Vertagen von Entscheidungen bringt uns nicht voran“, sagte der Bürgermeister.

Angesichts noch nicht gelöster Probleme zur Finanzierung wichtiger sozialer Projekte für Schulen und Kindereinrichtungen „müssen wir alle nun auch Schritte erwägen, die auch weh tun“.

Dabei plädierte Knape dafür, „nicht auf Kosten zukünftiger Generationen zu wirtschaften“ und „den Treuenbrietzenern in direkten Gespräche reinen Wein einzuschenken.“

Zur Lösung der Finanzprobleme und der Stärkung der Stadt als Wirtschaftsstandort hofft der Bürgermeister auf den Ausbau von Kooperationen von Firmen so wie mit der neuen Gesamtschule.

Neue Projekt sieht der Verwaltungschef nicht auf der Tagesordnung für dieses Jahr. „Wir haben ja noch genügend alte, die uns noch weiter begleiten werden“, sagte er mit Blick Ausbau der Schulen sowie Begleitung von Straßenbauprojekten des Landes.

Von Thomas Wachs

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