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Treuenbrietzen Die Nieplitztaler machen nach 30 Jahren Schluss
Lokales Potsdam-Mittelmark Treuenbrietzen Die Nieplitztaler machen nach 30 Jahren Schluss
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13:26 10.09.2018
Treue Fans: Marion und Arnold Halik mit Tränen in den Augen. Quelle: Andreas Koska
Brachwitz

Der Sportplatz in Brachwitz scheint wie geschaffen für die Nieplitztaler. Hier gibt es die treuesten Fans. Zum 15-jährigen Jubiläum 2003 kamen 800 Gäste, zehn Jahre später waren es schon 1000 und am vergangenen Wochenende wurden alle Rekorde gebrochen – auch wenn der Anlass ein trauriger war. Zum Abschied und gleichzeitig 30-jährigem Jubiläum waren rund 1200 Zuhörer nach Brachwitz gekommen und feierten die Volksmusiker.

Die Nieplitztaler haben ihren Abschied groß gefeiert. Viele Gäste hatten sich zünftig gekleidet. Hier und da flossen Tränen.

Was 1988 als eine Ausgliederung aus einem Jugendblasorchester der Freiwilligen Feuerwehr Buchholz begann, wurde zu einem Exportschlager. Ob Meran in Südtirol oder Bischofshofen im Salzburger Land – die Nieplitztaler Musikanten um den Bandchef Rene Beschnitt waren an vielen Orten erfolgreich. Fernsehauftritte folgten und der Terminkalender füllte sich zusehends.

Jetzt soll Schluss sein. „Eine Region verabschiedet sich“, fasste Marion Kleinerüschkamp aus Linthe ihren Eindruck in einem kurzen Satz zusammen. Mathias Liefeld freut dagegen sich schon auf die nächsten Wochen. „30 Jahre sind genug“, sagt er bestimmt. Schließlich haben die Bandmitglieder einen Beruf neben der Musikertätigkeit.

Großes Programm

Bis zu 60 Auftritte im Jahr hatten sie absolviert. „Es ist nebenher einfach schlecht zu stemmen“, sagt Liefeld, der von Anbeginn dabei war. Der Wirt der „Musikantenschänke“ aus Bardenitz bleibt jedoch der Volksmusik verbunden, als Mitglied der Kapelle „Keilberg Musikanten“. „Da gibt es nur 20 Auftritte jährlich, das geh“, sagt Mathias Liefeld.

Trotz der Tränen in vielen Augen gab es auch Freude. Lara Müller (9) .freut sich darüber, dass sie jetzt ihre Mama, die einzige Frau in der Band, auch am Wochenende bei sich haben wird. Nadine Schumann ist vor einem Vierteljahrhundert dazu gestoßen. „Allein unter Männern ist es sichern nicht einfach, aber auch für die Jungs war es mit mir bestimmt nicht ganz einfach“, meint Schumann, die Keybord spielt, und lacht.

Die Frau fährt die Männer

Mit ihr kam die Ordnung in das Ensemble. „Ich organisiere, handle die Gagen aus und bin auch die Fahrerin, denn die Männer dürfen manchmal nach dem Auftritt nicht mehr fahren", erläuterte sie.

Bandchef Rene Beschnitt gab zu, dass er schon manche Träne vergießen musste, aber den Entschluss aufzuhören für den richtigen hält. „Der Abschied tut weh, aber ich will keine einzige Sekunde missen“, bekannte er offen und begeisterte die Zuhörer mit einem Duett mit seiner Schwester Linda Hormig. Beide besingen dabei die Geschwisterliebe- und hiebe.

Das jüngste Bandmitglied ist der 26-jährige Oliver Schmidt. Er ist seit acht Jahren dabei. Als die anderen ihren Frauen für die Geduld und Unterstützung in den vergangenen Jahrzehnten dankten, holte Trompeter Schmidt seine Oma auf die Bühne und überreichte ihr Blumen. „Die andere Oma war gerade kurz weg“, erklärte er die Wahl.

Viel gelernt in dieser Zeit

Der Band war er damals beigetreten, um den Altersdurchschnitt zu senken, was nur rudimentär gelang. „Ich werde die Zeit vermissen, denn ich habe sowohl musikalisch auch als menschlich viel gelernt“, versicherte der junge Mann.

Marion und Arnold Halik sind bei jedem Konzert der Nieplitztaler dabei. „Wir sind absolute Fans“, bekennen die Kropstädter. Unter den Zuhörern sieht man nicht nur Buchholzer, wo die Band gegründet worden ist, Bardenitzer und Brachwitzer. Auch aus Brück, Golzow, Damelang und Freienthal waren die Abschiedsgäste gekommen.

Befreundete Ensembles wie der Musikverein Brück oder das Blasorchester Stücken gaben ein Abschiedsständchen und die Cammertänzer rissen mit ihrer Darbietung die Zuschauer zu Jubelstürmen hin. Die Nieplitztaler werden noch drei kleine Konzerte spielen, bevor wirklich Schluss ist. Am Samstag passte alles, jede Menge Zuschauer, die bis zum Schluss ausharrten und blauer Himmel, besser geht es nicht.

Die „Nieplitztaler Polka“ allerdings kann jetzt nur noch aus dem CD-Spieler erklingen.

Von Andreas Koska

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