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Treuenbrietzen Dreiste Diebe bringen Vogelschützer in Rage
Lokales Potsdam-Mittelmark Treuenbrietzen Dreiste Diebe bringen Vogelschützer in Rage
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15:24 07.08.2018
Vogelschützerin Antje Dragusch an einem Schutzgatter für Brutstätten seltener Wiesenweihen bei Marzahna. Davon verschwanden jetzt einige. Quelle: privat
Marzahna

Antje Dragusch aus Teltow und Helmut Brücher aus Rohrbeck sind verzweifelt. Die Früchte ihrer Arbeit drohen zu platzen. Denn zwei von vier Schutzgattern, die von ihnen vor der Brutzeit zum Schutz der seltenen Wiesenweihe aufgestellt worden sind, wurden gestohlen. Sie standen bei Marzahna und Feldheim auf Getreidefeldern.

So wie schon in Jahren zuvor. Sie sollen die seltene Vogelart, die ein Bodenbrüter ist, vor Erntemaschinen und vor Raubtieren wie Fuchs, Hauskatze und Wildschwein schützen.

Großer Schaden für den Naturschutz

Rein materiell hält sich der Schaden in Grenzen. Er beläuft sich für die grünen Einstabmatten der Zaunteile in der Größe von 90 Zentimetern mal zwei Meter zuzüglich eines aus Draht bestehenden Überkletterschutzes auf rund 170 Euro je Gatter. Dazu kommt die in Eigenleistung der beiden Vogelschützer investierte Aufbauzeit.

Helmut Brücher ist stets auf der Suche nach Nestern der Wiesenweihe, um sie zu schützen. Quelle: Andreas Koska

Immens ist der Schaden allerdings für den Naturschutz und die Population der Wiesenweihen in der Region, erklärt der Ornithologe Helmut Brücher. Im gesamten Land Brandenburg sind nämlich nur maximal 15 Brutpaare nachgewiesen, davon sieben im Fläming. „Durch die Entfernung der Zäune sind die bereits flügge gewordenen, aber noch kaum flugfähigen jungen Wiesenweihen, die im Getreide schlafen, nicht mehr vor ihren Feinden geschützt“, sagt Brücher zur Notwendigkeit der Schutzgatter.Er hat festgestellt, dass an einem Brutplatz nach dem Diebstahl keine Jungvögel mehr aufgefunden werden konnten.

Eine Wiesenweihe fliegt ein Gelege an, das von einem Zaun geschützt wird. Quelle: privat

Mit den Landwirten der Region hatten die Vogelschützer bisher eine gute Kooperation. Sie stellten sich auf die Behinderungen ein, die von den Gattern mitten im Feld ausgehen vor allem für Erntearbeiten.

Schlechtes Jahr für die Wiesenweihe

Wie Drangusch und Brücher berichten, war dieses Jahr ohnehin ein sehr schwieriges für den seltenen Raubvogel. Während ihre Zuges aus dem Winterquartier in der Sahelzone gab es in der Sahara wochenlang einen starken und heißen Wind, der viele der Vögel zwang, umzukehren. Das ist den Aufzeichnungen der mit einem Sender versehenen Vögel zu entnehmen.

„Deshalb ist jeder flügge Jungvogel in diesem Jahr besonders wichtig“, sagt Antje Drangusch. Die beiden Ornithologen investieren jährlich rund 1000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit in den Schutz der Wiesenweihen und verbringen etwa 15.000 Stunden hinter dem Autosteuer auf den Straßen und Feldwegen im Fläming. Beide glauben nicht, dass die Gatter von Metalldieben gestohlen worden sind, sondern vermuten die Element in einem Garten.

Nur die Markierung blieb zurück

 „Denn die Markierungsstangen der Gelege, ebenfalls aus Metall, wurden bei den Nestern zurückgelassen“, erklärt Helmut Brücher seine Vermutung. Jetzt appelliert er an alle, die etwas beobachtet haben, sich bei ihm oder der Polizei zu melden. Der Vogelschützer glaubt, dass die Zaunelemente vermutlich mit einem Anhänger oder Kleinlaster abtransportiert worden sind. „Wer sie wiederentdeckt oder zwischen dem 3. und 5. August verdächtige Beobachtungen gemacht hat, sollte sich bei uns oder der Polizei melden“, so Brücher. Strafanzeige wegen Diebstahls hat er erstattet.

Jetzt setzen die Vogelschützer auf ein besseres Brutjahr 2019. „Wir hoffen, dass die Anzahl der Brutpaare im Fläming wieder auf die normale Zahl von 15 ansteigt“, sagt Antje Drangusch. Schon 2017 war aufgrund der wenigen Mäuse, die die Weihen zur Aufzucht der Jungvögel benötigen, ein sehr geringer Bruterfolg zu verzeichnen. Statt der 17 Paare gab es nur zwölf, von denen lediglich zwei Bruterfolg hatten.

Von Andreas Koska

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