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Treuenbrietzen Drei Orte evakuiert: Waldbrand weiter nicht unter Kontrolle
Lokales Potsdam-Mittelmark Treuenbrietzen Drei Orte evakuiert: Waldbrand weiter nicht unter Kontrolle
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09:47 24.08.2018
Die Rauchwolke vom Waldbrand bei Frohnsdorf von Klausdorf aus gesehen. Quelle: privat
Frohnsdorf

Der große Waldbrand, der seit Donnerstagmittag (23.08.2018) an der Kreisgrenze von Potsdam-Mittelmark zu Teltow-Fläming wütet, war auch am Freitagmorgen nicht unter Kontrolle.

Liveticker

Das Feuer war auch am Freitagmorgen noch nicht gelöscht. Ruchschwaden zogen über Potsdam und Berlin. Wir berichten live.

Seit Donnerstag kämpfen Feuerwehrleute gegen den Großbrand, der die Ortschaften Klausdorf, Frohnsdorf und Tiefenbrunnen bedrohte.

Am Donnerstag wurde nach den Ortschaften Klausdorf und Tiefenbrunnen wurde auch Frohnsdorf evakuiert – Ortsteile von Treuenbrietzen. Die Menschen flüchteten mit dem Nötigsten und mit ihren Tieren.

Insgesamt etwa 580 Menschen mussten um ihr Hab und Gut bangen. „Wir konzentrieren nun alle Kräfte, um die Häuser zu schützen, in der Hoffnung, dass das Feuer in der Nacht an den Siedlungen vorbeiziehen wird“, sagte Potsdam-Mittelmarks Vize-Landrat Christian Stein (CDU) am Abend der MAZ.

Im Fläming wütet seit Donnerstagmittag ein Großbrand. Der Qualm ist weithin zu sehen – sogar bis Luckenwalde.

Zwischen Frohnsdorf und Lindow stiegen seit Donnerstagmittag große Rauchwolken in den Himmel. Auf rund 300 Hektar brannte es. Tendenz wachsend. Das Feuer war nicht unter Kontrolle zu bekommen. „Die Winde sind unberechenbar“, so Steins Einschätzung des Risikos. Die Hoffnung auf Regen zerschlug sich, auch wenn zwischenzeitlich Tropfen fielen. Der Deutsche Wetterdienst gab gegen 19.30 Uhr eine Unwetterwarnung samt Starkregen heraus – wirklich profitiert hat Fläming davon aber nicht.

Rauchschwaden kilometerweit zu sehen

Die dunklen Rauchschwaden waren kilometerweit zu sehen. Sogar von einem Brand einer Deponie war die Rede. Davor warnte die Nina-Warn-App des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Sie empfahl zudem großräumig Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Lüftungs- und Klimaanlagen abzuschalten.

Am Donnerstagabend mussten wegen eines großen Waldbrandes drei Ortsteile Treuenbrietzens evakuiert werden: Tiefenbrunnen, Klausdorf und Frohnsdorf.

„So schlimm war es beim Brand auf dem Schießplatz nicht“, schrieb eine MAZ-Leserin aus Jüterbog. Ende Juli hatte es einen Großbrand dort gegeben. Die Flammen bewegten sich jetzt langsam in Richtung der alten Brandfläche. Aber der Wind machte eine Prognose unberechenbar.

Eine automatische Überwachungskamera der Forstbehörde des Landes hatte den Brand mittags entdeckt. Auch telefonisch ging ein Alarm ein. Entsprechend wurde Großalarm für etliche Feuerwehren ausgelöst.

Der Waldbrand bei Lindow und Frohndorf ist von einer Überwachungskamera entdeckt worden. Quelle: Landesbetrieb Forst

Brandschutzeinheiten beider Landkreise waren gegen 12.30 Uhr ausgerückt. Das Feuer breitete sich schnell aus. War gegen 14 Uhr noch von fünf Hektar die Rede, waren es um 18 Uhr schon 40 Hektar. Ein Polizeihubschrauber hatte das Gebiet erkundet.

Windräder, die in dem Bereich bei Lindow bis hinüber nach Feldheim in großer Zahl stehen, waren von dem Feuer nicht betroffen. Aus Sicherheitsgründen wurde aber die B102 zwischen Treuenbrietzen bis zur Kreisgrenze gesperrt, ebenso wurde der Bahnverkehr unterbrochen (RB33).

Der Waldbrand in der Lindow Heide breitet sich schnell aus. Quelle: FFW Jüterbog

„Teilweise hat Feuer auf die Baumkronen übergegriffen“, teilte Bürgermeister Knape bereits am Nachmittag mit. Für die Bevölkerung von Tiefenbrunnen wurden die Stadthalle und Turnhallen in Treuenbrietzen als Notunterkünfte reserviert. Dort geplante Veranstaltungen wurden abgesagt.

Die Lindower Heide ist teilweise mit Altmunition belastet, gehört aber nicht zum alten Schießplatz Jüterbog, auf dem es Ende Juli im großen Maßstab brannte. „Es kommt immer -wieder zu Detonationen“, berichtet Raimund Engel, Waldbrand-Beauftragter der Landesforst, nach Berichten der Einsatzleitung. Anders als auf dem Schießplatz gibt es im aktuell betroffenen Gebiet einen dichten Kiefernwaldbestand. Zudem facht Wind das Feuer an. Die Schwaden zogen dicht an Frohnsdorf vorbei in nördlicher Richtung.

Altmunition im Boden – Löschhubschrauber angefordert

Ein Löschhubschrauber der Bundeswehr aus Holzdorf wurden angefordert. „Ohne den geht es nicht", so Knape weiter. Weil viel Munition aus dem Zweiten Weltkrieg im Boden liegt, kommt die Feuerwehr nicht an alle Brandherde heran. Mit einer großen Fräse wird ein acht Meter Schutzstreifen

„Seit dem Mittag sind wir bei einem ausgedehnten Waldbodenbrand im Bereich Frohnsdorf im Einsatz. Es wird in der nächsten Zeit zu vermehrten Aufkommen an Feuerwehrfahrzeugen im Stadtgebiet kommen“, berichtete die Feuerwehr Treuenbrietzen via Facebook. Die Einsatzleitung hatte ihre Zentrale im Heim des Siedlervereins Frohnsdorf eingerichtet. Ununterbrochen fuhren Löschfahrzeuge von dort zu den Flammen.

Seit dem Mittag sind wir bei einem ausgedehnten Waldbodenbrand im Bereich Frohnsdorf im Einsatz. Es wird in der nächsten...

Gepostet von Feuerwehr Treuenbrietzen am Donnerstag, 23. August 2018

Alarm gab es zunächst für die Mitglieder der Brandschutzeinheit Potsdam-Mittelmarks mit Kräften aus Treuenbrietzen, Wiesenburg, Ziesar, Lehnin und Werder/Havel. Zudem wurden Technik und Personal weiterer Wehren angefordert. So aus Dippmannsdorf und Dahnsdorf. Dann wurden alle Waldbrandeinheiten aus Potsdam-Mittelmark angefordert.

Vor Ort war ein Einsatzleitwagen des Landkreises Potsdam-Mittelmark mit einem Team um Kreisbrandmeister Jens Heinze, um die Löscharbeiten zu koordinieren. Zudem waren Vertreter der Landesforst, ein Notfallmanager der Bahn und der Treuenbrietzener Stadtwaldförster dort.

Jüterbog von vielen Bränden betroffen

Den ganzen Morgen über waren Feuerwehren im Raum Jüterbog im Einsatz. Es hatte in mehreren Gebäuden im alten Kasernen-Stadtteil Jüterbog II gebrannt. Zwölf Stunden lang wurde dort gelöscht.

Dann gab es schon wieder einen Brand in Jüterbog II. Nach Angaben der Landesforst wurde gegen 16.52 Uhr ein Feuer nördlich der B102 entdeckt. Die Feuerwehr von Kloster Zinna löschte dort eine Fläche direkt an der Bülowstraße.

⚠️So wir haben es geschafft 💪 Einsatz ist beendet und wurde dem Eigentümer übergeben. Wir fahren jetzt Richtung...

Gepostet von Feuerwehr Kloster Zinna am Donnerstag, 23. August 2018

Von Thomas Wachs, Hartmut F. Reck und Alexander Engels

Der Waldbrand bei Treuenbrietzen hat nicht nur für die unmittelbar benachbarten Gemeinden Folgen. Die Kreisverwaltung von Teltow-Fläming bat am Donnerstagabend alle Bewohner darum, ihre Fenster zu schließen. So stark war die Rauch- und Ascheentwicklung.

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