Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Treuenbrietzen Woidke hält Versprechen nicht – Bürger fordern Handlungen
Lokales Potsdam-Mittelmark Treuenbrietzen Woidke hält Versprechen nicht – Bürger fordern Handlungen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:27 15.04.2019
Ministerpräsident Dietmar Woidke (li.) besuchte 2018 mehrfach Einsatzkräfte beim Waldbrand um Treuenbrietzen. So auch mit Innenminister Karl-Heinz Schröter in Frohnsdorf. Quelle: Thomas Wachs
Frohnsdorf

Der Frohnsdorfer Ortsbeirat ist sauer auf Ministerpräsident Woidke. Das haben die Lokalpolitiker um Ortsvorsteherin Annett Lehmann jetzt in einem offenen Brief an Dietmar Woidke (SPD) deutlich gemacht.

Darin bitten sie um einen Gesprächstermin, um ihren zehn Punkte umfassenden Fragenkatalog zu erörtern und ältere Probleme zu lösen. Denn „leider fühlen wir uns als Bewohnerinnen und Bewohner des Landes Brandenburg circa 50 Kilometer von der Landeshauptstadt Potsdam entfernt weder wahrgenommen – beziehungsweise nur wenn es brennt – noch wertgeschätzt und schon gar nicht wichtig“, heißt es in dem Schreiben. Zur Kommunalwahl im Mai fand sich nur ein neuer Kandidat für den Ortsbeirat.

Warten auf Unterstützung

Einfordern möchten die Frohnsdorfer bei Dietmar Woidke vor allem die von ihm bei Besuchen während des verheerenden Waldbrandes im August 2018 „zugesagte und versprochene Unterstützung, auf die wir noch heute warten“, so Lehmann. „Es wäre wichtig, dass Sie zu Ihrem Wort stehen und Taten folgen lassen“, schreibt die Ortschefin.

Ministerpräsident Dietmar Woidke (2. v. li.)besuchte 2018 mehrfach Einsatzkräfte beim Waldbrand um Treuenbrietzen. So auch mit Innenminister Karl-Heinz Schröter (li.) in Klausdorf. Quelle: Thomas Wachs

Im Nachgang des Waldbrandes interessiert die Frohndorfer, wann die Bergung von Munition aus Waldgebieten erfolgt, die heute noch eine Gefahr für Waldnutzer sowie die Feuerwehr darstellt. „Warum stiehlt sich das Land aus der Verantwortung“, fragen die Frohnsdorfer.

Schnelle Aufklärung erhofft

Schnelle Aufklärung erhoffen sie sich auch zur Brandursache. Obwohl bisher kein Brandstifter gefasst ist und scheinbar keine ausreichenden Beweise für eine Brandstiftung vorliegen, weigert sich die Versicherung der Stadt Treuenbrietzen noch, den Schaden für die Kommune zu begleichen. Die Frohnsdorfer erbitten daher den Abschluss der Ermittlungen, „um die Sache klarzustellen“.

Unterstützung des Landes erhoffen sie sich zudem für die Aufforstung und nötige Investitionen zum besseren Brandschutz für Wälder und Siedlungen, unter anderem für neue Löschbrunnen sowie neue Feuerwehrfahrzeuge mit Wassertank.

Haltepunkt der Bahn gefordert

Von der Landesregierung im Stich gelassen fühlen sich die Bewohner des Treuenbrietzener Ortsteiles seit längerem auch beim Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs. Seit Jahren geschmiedete Pläne für einen neuen Haltepunkt an der Strecke der Regionalbahn 33 werden immer wieder verworfen.

„Der Zug fährt jeden Tag mehrfach vorbei und hält nicht an, da kein Haltepunkt vorhanden ist, obwohl viele der circa 400 Frohnsdorf Bürger die Bahn gerne nutzen würden“, erklärt Annette Lehmann.

Bürger wollen Kosten sparen

Nach ihren Angaben könnten die geschätzten Investitionskosten in Höhe von 504.000 Euro verringert werden, wenn Ideen der Bürger in die Planung einfließen würden. „Nehmen Sie uns beim Wort, wir zeigen es Ihnen gern“, schreiben die Frohnsdorfer an den Ministerpräsidenten.

Weitere Kritikpunkt der Frohnsdorfer sind Windkraftanlagen in Wäldern. Damit sehen sie eine zusätzliche Brandlast und Gefahr. „Wo bleibt die Energiewende in den Köpfen der Politiker und wann werden auch andere Energiegewinnungsarten geprüft“, fragen die Frohnsdorfer nach Potsdam.

Entschuldungsantrag seit 2011

Hilfe von dort fordern sie auch ein für die Sanierung des Haushaltes der Stadt Treuenbrietzen, die ohne Hilfe von außen ansonsten in den nächsten 30 Jahren nicht zu leisten sei. Daher sollte das Innenministerium endlich über einen Entschuldungsantrag der Stadt entscheiden, der dort seit 2011 vorliegt. „Wie lange darf das Land sich zur Bearbeitung Zeit lassen?“

Defizite sehen die Frohnsdorfer weiterhin beim Breitbandausbau und einer Versorgung mit Mobilfunk rund um ihren Ort. Das Funkloch führte beim Waldbrand anfangs zu Kommunikationsproblemen der Einsatzkräfte. „Abhilfe wurde versprochen, Taten folgten leider nicht“, resümiert die Ortschefin resigniert.

Spielplatz in Eigenregie erbaut

Fragen haben die Frohnsdorfer außerdem zur touristischen Entwicklung im ländlichen Raum sowie zur Förderung von Kinder- und Jugendarbeit mit Sport- und Spielplätzen. Dazu hoffen sie auf Förderprogramme, die es auch finanziell angeschlagenen Kommunen möglich machen, ohne Eigenanteil Investition zu realisieren.

Im Ort selbst seien alle Neuanschaffungen der vorigen zehn Jahre auf dem Spielplatz in Eigeninitiative und mit Spenden der Bürger realisiert worden, erklärt Annette Lehmann im Brief an den Ministerpräsidenten.

Von Thomas Wachs

Mit einem Warnstreik haben Beschäftigte einer Sparte des Gerätewerks Treuenbrietzen am Freitag ihren Kampf um gerechte Löhne untermauert. Sie wenden sich gegen Sparvorschläge der Geschäftsführung.

12.04.2019

Lebenserfahrung ist gefragt, um Treuenbrietzener Schüler in ihrer Entwicklung zu stärken. Gesucht werden Menschen ab 55 Jahre, die am Projekt „Seniorpartner in School“ teilnehmen möchten.

11.04.2019

Einen speziellen Rettungseinsatz an der Dorfkirche absolvierten Notarzt-Team und Feuerwehrleute am Donnerstag in Zeuden. Dort ist ein Bauarbeiter auf dem Dach verunglückt.

11.04.2019