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Treuenbrietzen Maroder Mönch legt Forellenteich trocken
Lokales Potsdam-Mittelmark Treuenbrietzen Maroder Mönch legt Forellenteich trocken
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16:36 16.05.2018
Der bei Ausflüglern beliebte Forellenteich bei Treuenbrietzen ist ohne Wasser. Verwundert hat das auch Revierförster Christoph Bartz, hier am Mönch. Quelle: Thomas Wachs
Treuenbrietzen

Plötzlich war das gesamte Wasser weg. Nicht nur Ausflügler wundern sich derzeit über das völlig ungewohnte Bild am Forellenteich im Wald bei Treuenbrietzen-Süd. Der bei Spaziergängern und Radlern seit jeher für Picknick-Stopps beliebte Anziehungspunkt zeigt sich aktuell komplett ohne Wasser. Nur ein Rinnsal plätschert noch vom Einlauf her quer durch das nur noch mit einer Schlammschicht bedeckte Bett des Teiches mitten im Nieplitztal.

Geplant war die Trockenlegung nicht

Überrascht von dem völlig unerwarteten Anblick wurde auch Christoph Bartz, der zuständige Landesförster. Der Wald drumherum und der Forellenteich gehören zu seinem Lüdendorfer Revier. Geplant war die Trockenlegung ganz und gar nicht.

Im Mönch ist das unterste Absperrbrett geborsten. Quelle: Thomas Wachs

„Im Mönch ist das unterste Absperrbrett kaputt gegangen“, erklärt der Revierförster zur Ursache für den spontanen Wasserverlust. Mit der in dem Schacht aus Beton angelegten simplen Konstruktion lässt sich eigentlich der Wasserstand im Teich regulieren. Über den Mönch sowie eine Rinne zum früheren Wasserrad fließt das Teichwasser zum Hufeisenteich und von dort zur Nieplitz ab.

Beliebtes Treuenbrietzener Ausflugsziel ist seit jeher der Forellenteich. Er fließt über den Hufeisenteich in die Nieplitz ab. Quelle: Thomas Wachs

„Diesen Überlauf aus Holz im Mönch zu reparieren, ist kein so großer Aufwand“, erklärt Christoph Bartz. Schnell würde sich der Forellenteich wieder füllen. „Doch wenn er nun schon mal leer ist, wollen wir prüfen, ob sich eine grundhafte Sanierung des Gewässers anbieten würde“, sagt der Revierförster am Mittwoch gegenüber der MAZ. So könnten der Schlamm entfernt und der Sandfang am Zulauf mal gereinigt werden.

Der Zufluss brachte über Jahrzehnte auch viel Sand in den Forellenteich. Quelle: Thomas Wachs

Dazu hat Bartz jetzt bereits die Untere Naturschutzbehörde (UNB) bei der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark eingeschaltet. Denn der Forellenteich liegt in einem besonders sensiblen Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH). Dort gelten besondere Regeln für den Naturschutz.

Termin mit der Naturschutzbehörde

„Nächste Woche haben wir einen Termin mit der UNB“, erzählt Christoph Bartz. Dann werde beraten, welche Arbeiten möglich und sinnvoll wären. Sehen müsse er danach, welche Kapazitäten der Landesbetrieb Forst dafür finanziell wie personell aufbieten kann. „Wir hoffen so schnell wie möglich auf eine Lösung“, sagt der Revierförster.

Er ist seit zwei Jahren für den Bereich zuständig. „Der Forellenteich ist schon eine auch touristisch besonders interessante Ecke“, sagt Christoph Bartz. Er lernt sein neues Revier gerade noch kennen. „Langfristige Idee ist es aber schon, womöglich auch die Brücke zur Insel im Forellenteich neu aufzubauen“, erklärt der Förster.

Die Fundamentblöcke im Forellenteich erinnern an die abgebaute Brücke zur Insel. Quelle: Thomas Wachs

Deren Fundamentblöcke aus Beton stehen noch auf dem jetzt trockengelegten Teichboden. Ausflügler vermissen den Übergang noch immer. Die Brücke wurde vor mehr als zehn Jahren ersatzlos abgebaut, weil sie marode war.

Fische wurden nicht geschädigt

Fische oder weitere Lebewesen seien bei dem Wasserverlust nicht geschädigt worden. Sie sind wohl abgeflossen mit dem Wasser. „Auch wenn es der Name anders vermuten lässt, ist der Forellenteich kein bewirtschaftetes Fischereigewässer“, erklärt der Revierförster. Lediglich einzelne Fische hätten sich dort von allein eingestellt. Historisch gab es an der Stelle einst eine Wassermühle. Zu ihr gehörte der Forellenteich.

Insgesamt war die Gegend an der Nieplitz schon vor Jahrhunderten ein beliebtes Fischgebiet für Forellen.

Von Thomas Wachs

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