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Treuenbrietzen Mehr Platz im Kinderland: Kita nimmt Anbau in Betrieb
Lokales Potsdam-Mittelmark Treuenbrietzen Mehr Platz im Kinderland: Kita nimmt Anbau in Betrieb
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19:51 15.03.2019
Die Erziehen der Kita-Kinderland haben mit dem Anbau ein neues Büro für Mitarbeiter und Elterngespräche bekommen. Quelle: Jan Russezki
Pechüle

Die Kita „Kinderland“ in Pechüle ist kaum wiederzuerkennen. Ein modern wirkender Holzwürfel thront auf dem alten ebenerdigen Kindergarten. Ein zweiter wurde an den Eingangsbereich gebaut.

Die Anbauten sollen noch diesem Monat in Betrieb gehen. „Die Einweihung ist für April vorgesehen“, sagt Ralf Gronemeier, Leiter des Bürgeramts Treuenbrietzen.

Noch stehen nicht alle Möbel in der ausgebauten Kindertagesstätte. Doch schon jetzt, ist klar, dass die Eröffnung des Anbaus dringend ist. „Wir haben die ganze Zeit schon in Überbelegung gearbeitet und jetzt kommen noch mal Kinder dazu. Die Politik erwartet, dass wir jetzt den großen Schwung an Kindern aufnehmen“, sagt Sigrid Höhne, die Leiterin der Tagesstätte.

Spielzimmer und Mitarbeiterbüro

Aktuell gebe es in Pechüle keine freien Kita-Plätze. Mit der Eröffnung steigt die Kapazität der Kita von 36 auf 42 Plätze. „Um die Überbelegung abzupuffern, reicht der Anbau nicht, aber für unser Konzept reicht es“, sagt Höhne. Das Konzept der Kita ist das offene, naturverbundene und altersübergreifende Arbeiten.

Viele Aktivitäten finden im Freien statt. „Wir sind eine Naturkita. Das sollte auch nach außen sichtbar sein und das ist gelungen“, sagt Sigrid Höhne über die schmalen Holzplanken der neuen Fassade und das strahlende Birkenholz im Inneren.

Sigrid Höhne, Leiterin der Kita Kinderland blickt aus dem neuen Büro für die Mitarbeiter und Elterngespräche. Quelle: Jan Russezki

Markantes Herzstück in der Arbeit von Architekt Jörg Poltermann aus Jüterbog ist der Aufbau auf dem Dach der Kita. Dort ist ein Büro- und Aufenthaltsraum für die Mitarbeiter entstanden. Zuvor gab es für sie weder einen Raum noch eine Garderobe.

Elterngespräche seien auf den kleinen Kinderstühlen geführt worden, erzählt Höhne. Ihre Büroarbeiten machte sie in einer „Abstellkammer“ von fünf Quadratmetern ohne Fenster. Nun ist der Raum mehr als doppelt so groß und durch ein Fenster zum Spiel-Hof von Licht durchflutet.

Im vorderen Bereich der Kita wurde ein Spielzimmer angebaut. In die Kita geht es nun über den Hof. Quelle: Jan Russezki

Für die Kapazitätserweiterung sorgt ein zweiter Anbau am ehemaligen Eingangsbereich. Dort bekommen die Kinder einen neuen Spielbereich, so dass für die Krippenkinder mehr Platz ist.

„Es ist für die Kleinsten wichtig, damit sie ihre angestammten Plätze, Frei- und Ruheräume haben“, sagt Höhne. Sie wünscht sich aber, dass die Kita nicht größer werden sollte. „Es kommen auch mal wieder strukturschwache Jahre und da muss man dann auch überleben können“, erklärt die Pädagogin.

Kinderboom in Treuenbrietzen

Die Stadt Treuenbrietzen hat seit einigen Jahren einen Engpass an Kitaplätzen, den sie seit 2018 mit einer Erweiterungsoffensive der Kitas lösen will. „Vor sechs Jahren wollte man uns noch schließen und wir haben dafür gekämpft, zu bleiben. Und jetzt sind wir überbelegt“, sagt Sigrid Höhne.

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Die Stadt begründet den Kinderboom mit dem Zusammentreffen mehrerer Faktoren. 2015 und 2016 seien die Geburtenraten in Treuenbrietzen etwas höher gewesen, ebenso die Rückstellungen der Einschulungen. Dazu kämen die Kinder von vielen Zuzüglern und Rückkehrern.

„Wir schieben dieses Polster vor uns her“, erklärt Gronemeier. Nun wird in mehreren Kitas versucht, die Kapazitäten aufzustocken. „Wir hoffen, damit spätestens 2020 den Engpass allgemein überwunden zu haben“, sagt der Ressortleiter.

Den Kinderboom bestätigt auch Sigrid Höhne in ihrer Kita. Sie habe allerdings mit den Folgen zu kämpfen. „Ich habe auf der einen Seite Eltern, die keinen Platz bekommen, andererseits ist die angespannte Lage nicht neu.“

Die Familien würden nicht mehr in großen Verbänden zusammenleben, wie sie es vor 20 Jahren taten. „Die Gesellschaft hat sich verändert und die Politik ist nicht nachgezogen“, kritisiert sie.

Zukunftsaussichten

Für die Zukunft glaubt Ralf Gronemeier an eine Besserung: „Wenn die Erweiterungen fertig sind, können wir fast jedem Kind einen Platz anbieten.“ Das gelte aber dennoch nicht immer für den Wunschplatz.

Auch wenn sich die Mitarbeiter mit der Baustelle gut arrangiert hätten, ist Sigrid Höhne nun froh über das Ende der Arbeiten. Der Lärmpegel sinkt, der Schmutz bleibt aus. Im gewachsenen Kinderland kehrt nun Ruhe für die eigentliche Arbeit ein.

Von Jan Russezki

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