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Treuenbrietzen Mit Verspätung rücken die Bagger nun in der Berliner Chaussee an
Lokales Potsdam-Mittelmark Treuenbrietzen Mit Verspätung rücken die Bagger nun in der Berliner Chaussee an
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09:57 27.04.2018
In der Berliner Chaussee in Treuenbrietzen starten jetzt die Bauarbeiten zur Sanierung der Bundesstraße 2 vom Gymnasium bis zum Ortsausgang. Quelle: Thomas Wachs
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Treuenbrietzen

Kurz nach dem Tag der Arbeit geht die Arbeit richtig los. Am Donnerstag rücken erste Bauarbeiter in der Berliner Chaussee in Treuenbrietzen an. Dann beginnt auf der Bundesstraße 2 der mehrfach verschobene Ausbau der Ortsdurchfahrt im Abschnitt zwischen der Lindenallee und dem Ortsausgang in Richtung Potsdam.

Für Autofahrer bringt das für mehr als ein Jahr Behinderungen mit sich. „Wir planen den Ausbau bis zum 30. August 2019 in mehreren wechselnden Teilabschnitten“, sagt Irina Lorz, Sachgebietsleiterin für Bauvorbereitung und Bauüberwachung im Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg (LS).

Halbseitige Sperrungen mit Ampelregelung

„Logistisch ist das eine Herausforderung, weil wir weitgehend für die Anlieger die Zufahrt zu ihren Grundstücken ermöglichen wollen“, so die Expertin. Während der Bauzeit gelten halbseitige Sperrungen mit Ampelregelung. Autofahrer dürfen auf einer Behelfsstraße einspurig durch den Baubereich rollen.

Für Lastwagen ist der Abschnitt indes komplett gesperrt. Für sie gelten weiträumige Umleitungen. „Dafür haben wir unter anderem noch die Ortsdurchfahrt Bardenitz asphaltieren lassen“, sagt Irina Lorz. Vorgestellt wurden der Bauablauf und zuständige Ansprechpartner kürzlich bei einer gut besuchten Anliegerversammlung. Ursprünglich sollten die Bagger schon vor zwei Jahren rollen.

Die Kosten im Überblick

Die Kosten für den Ausbau der Berliner Chaussee belaufen sich auf rund 4,75 Millionen Euro brutto. Getragen werden sie von vier Beteiligten.

Der größte Anteil entfällt mit rund 3,07 Millionen auf den Bund. Das Land Brandenburg trägt knapp 37 000 Euro.

Die Stadt Treuenbrietzen muss gut 291 000 Euro aufbringen.

Auf den Zweckverband entfallen für Abwasseranlagen rund 731 000 Euro, zuzüglich Planungs- und Nebenkosten.

Verschoben werden musste das Vorhaben jedoch unter anderem wegen eines von Anliegern der Berliner Chaussee und des Berliner Dreieckes initiierten Bürgerentscheides, der im Juni 2016 Erfolg hatte. Damit erwirkten die Initiatoren und Unterstützer aus dem gesamten Stadtgebiet Veränderungen in den Bauplänen, die sie für überzogen hielten.

Nun baut der Landesbetrieb nicht mehr das Berliner Dreieck mit aus sondern lediglich die Chaussee. Auch dort gibt es Abstriche wie den Wegfall einer langen Verkehrsinsel am Dreieck.

Preise am Markt sind explodiert

Dennoch waren inzwischen die Preise am Markt derart explodiert, dass der Landesbetrieb sowie der am Projekt ebenfalls beteiligte Wasser- und Abwasserzweckverband „Nieplitztal“ ihre Ausschreibungen wiederholten und Planungen veränderten. „Insgesamt belaufen sich die Bruttokosten des Projektes für alle Beteiligten nun auf rund 4,75 Millionen Euro“, erklärt Irina Lorz der MAZ.

Beim Baustart geht es nun zunächst um die Sedimentationsanlagen zum Auffangen des Regenwassers. Sie entstehen am Graben gegenüber der Burgwallstraße sowie in der Nähe der Ringstraße. Regenwasser wird künftig getrennt vom Abwasser aus den Haushalten abgeführt.

Viel Arbeit für den Zweckverband

Der Wasser- und Abwasserzweckverband lässt in dem Zuge der Tiefbauarbeiten den Abwasserkanal und die Schmutzwasserhausanschlüsse erneuern. „Dafür liegen die Nettokosten nun mit rund 780 000 Euro deutlich über den einst inklusive des Berliner Dreiecks kalkulierten 580 000 Euro“, erklärt Roland Meinusch, technischer Geschäftsführer der für den Zweckverband als Dienstleister tätigen Wasserwirtschaftgesellschaft Nieplitztal (WWN). „Dabei haben wir allerdings schon Abstriche in Details an der Zindelmühle gemacht und lassen auch das Berliner Dreieck selbst außen vor“, erläutert der WWN-Chef.

Für den Verband bedeutet die Kostenexplosion am Ende dennoch Mehrausgaben von rund 100 000 Euro, die finanziert werden müssen. „Im nächsten Jahr wird das sicher bei der neuen Kalkulation der Gebühren zu berücksichtigen sein“, sagt der WWN-Geschäftsführer.

Anlieger müssen dazu bezahlen

Für die Besitzer der 29 Grundstücke an der Ausbaustrecke kassiert der Abwasserverband Anschlussbeiträge. Deren Höhe regelt allgemein die Verbandssatzung. Im ermittelten Durchschnitt für ein rund 1100 Quadratmeter großes Grundstück liegen sie bei 3400 Euro. Hinzu kommen Kosten zur Erneuerung der Hausanschlüsse.

Sie richten sich nach den tatsächlichen Kosten. Diese haben sich seit der ersten Anliegerversammlung im Februar 2016 nun drastisch erhöht. „Die Ausschreibung ergab mehr als eine Verdopplung dieser Preise“, erklärte Roland Meinusch gegenüber der MAZ. „Im Schnitt liegen sie nun bei rund 6000 Euro“, so der Geschäftsführer.

Anliegerbeiträge werden später zudem für Nebenanlagen und Gehwege sowie den Straßenbau an der Berliner Chaussee fällig. Dafür ist nun gesonderte die Kommune selbst zuständig. „Wir schreiben das Projekt frühestens nach Abschluss des Straßenbaus im Jahr 2019 aus“, bekräftigte Baumatsleiter Christoph Höhne diese Woche in der Sitzung des Ausschusses für Stadt und Ortsteilentwicklung.

Von Thomas Wachs

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