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Treuenbrietzen Neuer Hochsicherheitstrakt in Klinikapotheke
Lokales Potsdam-Mittelmark Treuenbrietzen Neuer Hochsicherheitstrakt in Klinikapotheke
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15:49 14.05.2018
Das Johanniter-Krankenhaus Treuenbrietzen verfügt über ein neues Reinraumlabor in der Klinikapotheke. Verena Sommermeier arbeitet dort. Quelle: JKH
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Treuenbrietzen

Rein, reiner, Reinraumlabor. So absolut sauber wie in der jüngsten Errungenschaft des Johanniter-Krankenhauses Treuenbrietzen ist es nur an wenigen Orten. Rund 200 000 Euro investierte das Fachkrankenhaus jetzt, um seine Klinikapotheke fit zu machen für die Zukunft in Bezug auf die immer anspruchsvolleren Aufgaben bei der Herstellung von Zytostatika.

Substanzen für die Chemotherapie

Die natürlichen oder auch synthetischen Substanzen werden vor allem zur Behandlung von Krebs-Erkrankungen zur Chemotherapie, teilweise aber auch bei der Behandlung von Autoimmunerkrankungen eingesetzt.

„Die Investition in die Umbauarbeiten für das Speziallabor haben die Medikamentensicherheit in der Zytostatika-Herstellung auf höchstes Niveau gehoben“, erklärt Apothekenleiterin Heidrun Zimmermann. Nun verfügen die Räume über alle Sicherheitsvorkehrungen, die es in dem Bereich geben kann. Damit sei die Apotheke fit für die Zukunft in Bezug auf die Herstellung dieser Spezialmedikamente und für die nächsten 10 bis 15 Jahre optimal aufgestellt.

Diplom-Pharmazeutin Heidrun Zimmermann, Fachapothekerin für Allgemein- und klinische Pharmazie, leitet die Klinikapotheke am Johanniter-Krankenhaus Treuenbrietzen. Quelle: privat

„Die geänderte Apothekenbetriebsordnung machte es nötig, die vorhandene Ausstattung bereits nach acht Jahren zu modernisieren und an die neuen gesetzlichen Forderungen anzupassen“, erklärt die Diplom-Pharmazeutin und Fachapothekerin für Allgemein- und klinische Pharmazie.

Unter dem Strich profitiere das Krankenhaus von der eigenen Versorgung. Denn die Herstellung von Medikamenten für die Chemotherapie sei mit einem erheblichen Aufwand verbunden und bei Fremdanbietern entsprechend kostspielig.

Raumluft wird mehrfach gefiltert

Für das Lungenkrebszentrum im Haus lägen weitere Vorteile für die Patienten auf der Hand. „Es gibt kurze Wege und die individuellen Zubereitungen für Chemo- und Immuntherapien für den jeweiligen Patienten können zeitnah hergestellt und verabreicht werden“, erklärt die Fachapothekerin.

In gut einem Monat Umbauzeit waren umfassende und anspruchsvolle Arbeiten für das Reinraumlabor erfolgt. Unter anderem wurde Be- und Entlüftungstechnik mit großem apparativem Aufwand eingebaut. Nun wird die Raumluft über unterschiedliche Filterstufen geleitet, klimatisiert und entfeuchtet. Zudem wurden eine zweite Personenschleuse sowie zwei neue Materialschleusen in den Herstellungsbereich integriert.

Druckunterschiede sperren Keime aus

Hinzu kamen ein neuer Fußbodenbeleg ohne Fugen, neue Decken sowie Reinraumfenster und Spezialtüren. „Zwischen den einzelnen Räumen bestehen Druckunterschiede, die dafür sorgen, dass keine Keime hinein gelangen und keine Zytostatika nach außen strömen können“, erläutert die Expertin. Im Reinraumlabor herrschen konstant 22 Grad Celsius.

Dieser Aufwand trage dazu bei, das fertige Produkt in der höchstmöglichen Qualität für den Patienten bereit zu stellen und gleichzeitig die mit der Herstellung befassten Mitarbeiter zu schützen.

Gefahrstoffe mit toxischen Eigenschaften

„Denn bei den zu verarbeitenden Zytostatika handelt es sich um Gefahrstoffe mit toxischen Eigenschaften“, sagt Heidrun Zimmermann. Ein solches Reinraumlabor sei vergleichbar mit einem Hochsicherheitstrakt.

Es gelten strengste Bekleidungs- und Verhaltensvorschriften. Unter anderem müssen hektische Bewegungen vermieden werden. „Strengstes Verbot gilt für Getränke, Nahrungsmittel, Taschentücher, Bleistifte, Radiergummis oder Papier – also alles, was Partikel absondern könnte, und seien diese noch so klein“, sagt die Apothekenchefin.

Von Thomas Wachs

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