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Treuenbrietzen Wasserkuh ist größter Wunsch der Kameraden
Lokales Potsdam-Mittelmark Treuenbrietzen Wasserkuh ist größter Wunsch der Kameraden
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09:15 31.01.2019
Der Waldbrand von August 2018 bei Treuenbrietzen zeigte die Probleme bei der Versorgung mit Löschwasser auf. In Klausdorf wurde ein Wasserbecken installiert. Quelle: Thomas Wachs
Treuenbrietzen

Eine „Wasserkuh“ wäre prima. Solch ein spezielles Tanklöschfahrzeug steht für die Feuerwehrleute der Stadt Treuenbrietzen ganz oben auf der Wunschliste für Investitionen.

Weil es bislang nur zwei Tanker im Stadtgebiet gibt, gerät die Löschwasserversorgung in Gefahr. „Besonders bei den Ereignissen um den riesigen Waldbrand im vorigen Jahr ist deutlich geworden, wie dringend wir solch ein zusätzliches Tanklöschfahrzeug benötigen“, sagte Olaf Fetz, der Stadtbrandmeister.

Spezialfahrzeug für Brandenburg

Der speziell für Waldbrandeinsätze in Brandenburg entwickelte Tanklöschwagen würde 525.000 Euro kosten. Selbst bei einer Förderung verblieben für die Stadt noch rund 90.000 Euro als Eigenanteil, erklärte der Feuerwehrchef. Auch dafür gebe es jedoch einen Förderantrag.

Olaf Fetz ist Stadtbrandmeister in Treuenbrietzen. Quelle: Thomas Wachs

Im Ausschuss für Ordnung und Sicherheit stellte Fetz jetzt die Einsatzbilanz des Vorjahres vor und steckte vor den Stadtverordneten den Investitionsbedarf für die insgesamt 14 Ortswehren und 15 Gebäude der 261 aktiven Brandschützer ab. Allein für Reparaturen und Ersatzausstattungen schlagen dieses Jahr Kosten von knapp 35.000 Euro zu Buche.

Drei Autos aus DDR-Zeiten

Beim größeren Bedarf gehe es hauptsächlich um neue Fahrzeuge, aber auch die Erweiterung von Gerätehäusern. Denn einerseits parken in Brachwitz, Niebel und Lobbese noch Barkas-Wagen aus DDR-Zeiten. In Lühsdorf gibt es gar nur einen Spritzenanhänger. Der Handlungsbedarf sei riesig. „Wir müssten eigentlich jedes Jahr ein Auto ersetzen, haben aber schon vier Jahre Pause gemacht“, sagte der Stadtwehrführer.

„Andererseits haben einige Einsatzfahrzeuge, die nach der Wende beschafft wurden, auch schon wieder ihre Nutzungsdauer von 20 bis 25 Jahren erreicht“, so Fetz. Hinzu komme nächstes Jahr eine große, teure Inspektion für die 2014 als Gebrauchtfahrzeug beschaffte Drehleiter.

261 aktive Brandschützer

Zu den Feuerwehren in Treuenbrietzen zählen 261 aktive Brandschützer. Davon sind 27 Frauen.

In der Jugendwehr gibt es 49 Aktive, davon 15 Mädchen.

Zur Alters- und Ehrenabteilung zählen 72 Männer und Frauen.

In den Gerätehäusern parken insgesamt 21 Fahrzeuge. Einzelne gehören dem Landkreis als Teil von Sondereinheiten.

Im vorigen Jahr wurden 84 technische Hilfeleistung und 81 Brandeinsätze absolviert.

Große Probleme bereitet den Brandschützern allgemein auch die Löschwasserversorgung. Vor allem in Pflügkuff. Weil der dafür bislang genutzte Teich trocken gefallen ist, steht dort direkt kein Wasser zur Verfügung, wenn es nicht mit Tanklöschwagen angefahren oder aus dem dafür nicht vorgesehenen Trinkwassernetz gezogen wird.

Neue Brunnen müssten her

Pflügkuff ist da unser größtes Sorgenkind“, sagte der Feuerwehrchef. Aber auch an der Steinmühlenstraße und der Bismarkstraße in Treuenbrietzen sieht der oberste Brandschützer der Stadt Probleme. Neue Löschbrunnen müssten her.

Das Gerätehaus in Lobbese ist nicht zeitgemäß, obwohl die Feuerwehr selbst sich inzwischen wieder neu gestärkt hat. Quelle: Thomas Wachs

Hoffnung setzt die Stadt Treuenbrietzen als Träger des Brandschutzes dazu nun in ihre Förderanträge. Aus dem Kreisentwicklungsbudget sollen möglichst vier neue Brunnen finanziert werden können.

Neue Kräfte beigetreten

Personell haben die Ereignisse der Waldbrände im vorigen Jahr dazu geführt, dass aus den Reihen freiwilliger Helfer gut zehn Männer und Frauen neu der Feuerwehr beigetreten sind. Das freilich führe nun dazu, dass neue Grundausbildungen finanziert werden müssen.

„Auch haben wir das Budget um 35.000 Euro überzogen, weil natürlich auch Einsatzkleidung beschafft werden musste. Eine Grundausstattung kostet exakt 888 Euro. Zusätzliche Ausrüstung für den Innenangriff schlägt mit weiteren 1100 Euro zu Buche.

Nach Angaben von Olaf Fetz muss die Feuerwehr dennoch weiter um neue Kräfte werben, um überall einsatzfähig zu bleiben. „Derzeit können noch alle Wehren ihre Autos besetzen, doch könnten wir mit dem Personalbestand insgesamt lediglich neun der 14 Ortswehren bilden“, sagt der Stadtbrandmeister.

Bedarfsplan wird erarbeitet

Insgesamt arbeitet die Stadt derzeit an einem neuen Gefahrenabwehrbedarfsplan. Er soll die Handlungsfähigkeit aufzeigen auch den langfristigen Investitionsbedarf darstellen. Derzeit ist er in der Abstimmung zwischen Verwaltung und Stadtverordneten.  

Im vorigen Jahr investierte die Stadt für die Feuerwehren rund 47.000 Euro. So flossen 23.000 Euro in den Abschluss zur Umrüstung auf Digitalfunk, 8000 Euro für Sirene und Alarmierungstechnik in Niebel, 15.000 Euro für Atemschutzgeräte und 1300 Euro für ein Navigationsgerät.

Von Thomas Wachs

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