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Treuenbrietzen Proteste bei Pflanzaktion
Lokales Potsdam-Mittelmark Treuenbrietzen Proteste bei Pflanzaktion
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20:31 16.03.2019
Minister Jörg Vogelsänger (SPD) und Alain Paul vom Verband der Forstbaumschulen symbolisieren die Spende von mehr als 26 000 Bäumen zur Wiesderaufforstung von Waldbrandflächen bei Bardenitz. Quelle: René Gaffron
Bardenitz

Auf den Flächen der Waldgenossenschaft Bardenitz hat jetzt die Wiederaufforstung begonnen. Rund 100 Hektar ihres Bestandes waren im vergangenen Sommer ein Raub der Flammen geworden. Nun wurden am Sonnabend Vormittag die ersten 3,24 Hektar im Klausdorfer Forst mit Setzlingen bepflanzt. Minister Jörg Vogelsänger (SPD) reihte sich in die Zahl der etwa 80 Aktiven ein, die ungeachtet von Regen und Wind mit dem Spaten in der Hand zur Sache gingen.

Wiederaufforstung der Waldbrandflächen im Klausdorfer Forst hat begonnen

Der Bund der Forstleute und die Industriegewerkschaft Bauen, Agrar und Umwelt (Bau) nutzten die Gelegenheit, ihren Protest kund zu geben. Anlass dazu bietet der sogenannte 10-Hektar-Erlass. Demnach sollen vom nächsten Jahr an lediglich die Kleinwaldbesitzer auf alle Dienstleistungen des Landesforstbetriebes Brandenburg zurückgreifen dürfen. „In der Oberförsterei Dippmannsdorf müssen 20 Verträge deshalb aufgelöst werden“, bestätigte Leiterin Karin Heintz auf MAZ-Nachfrage.

Solidarität steht im Mittelpunkt

Mit der Einschränkung des Spektrums soll weiterer dreistelliger Stellenabbau in der märkischen Forst realisiert werden. Der Ressortchef zeigte sich bestenfalls unverbindlich gegenüber den Eigentümern und ließ sich zumindest nicht auf ein Gespräch mit den Personalvertretern ein. Der Fokus der Aktion sollte diesmal offenkundig auf die Solidarität gerichtet sein, die seiner Einschätzung nach seit der Waldbrandkatastrophe 2018 im Raum Jüterbog/Treuenbrietzen herrsche.

So wurde das Pflanzgut zu einem größeren Teil im Januar von Besuchern der Internationalen Grünen Woche in Berlin auf einem Ruderergometer des Deutschen Forstwirtschaftsrats buchstäblich erkämpft. In der Folge kam der Gegenwert für knapp 5000 Bäumchen zusammen. Der Verband Deutscher Forstbaumschulen (VDF) spendet diese jungen Bäume und legt selbst noch ein Mehrfaches darauf, sodass exakt 26 684 Stück bereitgestellt werden konnten.  

Zaun schützt junge Bäume

„Die Forstbaumschulen erkennen an der geringeren Qualität des Saatgutes schon seit Jahren, dass sich der Klimawandel einstellt“, sagte Alain Paul. Dennoch spenden sie ungeachtet eigener Schwierigkeiten wegen der Dürre, so der Sprecher des Unternehmensverbandes. Somit hätten zumindest die Mitglieder der Waldgenossenschaft Bardenitz zumindest für drei Hektar keine Kosten für die Pflanzungen zu tragen. Kiefern, Traubeneichen, Stieleichen und Birken werden eingesetzt und durch einen Zaun vor Verbiss vom Wild geschützt. Dazu wird ein Waldrand angelegt, der mit Baum- und Straucharten angereichert wird, heißt es in einer Erklärung.

Beratung gibt es weiter für alle

Hilfe bei der Holzernte, Markierungen und Motorsägenlehrgänge, die vom Landesforstbetrieb bisher- gegen Entgelt –für alle Waldbesitzer angeboten werden, sollen ab 2020 nur noch für Eigentümer von weniger als zehn Hektar offeriert werden.

Für alle bleibt die Beratung zu Holzverwertung, Arbeitsschutz und Förderanträgen im Leistungskatalog verbrieft.

Während die Landesregierung Brandenburg selbst ihre Personalkosten reduzieren will, empfiehlt sie den Einkauf der Leistungen von Dritten sowie die Zusammenschlüsse zu Forstbetriebsgemeinschaften mit eigenen Mitarbeitern.

Forstleute aus der gesamten Mark, aber auch Auszubildende der Waldarbeitsschule Kunsterspring des Landesbetriebs Forst Brandenburg zeigten, wie die Setzlinge fachmännisch in den Boden kommen. Gemeinsam packten Kritiker und Behördenangestellte dann mit zu. Darüber hinaus bildeten der Wahlkreisabgeordnete im Landtag Brandenburg, Günter Baaske (SPD) und seine Herausforderin Anja Schmollack (CDU) eine Arbeitsgemeinschaft.

Wald in 40 Jahren

Während die heimische Familie um Werner Henze immerhin mit vier Generationen in der Furche stand, bedauerte Wolfgang Seehaus das Wegbleiben von Jugendlichen. „Am Freitag auf die Straße zu gehen und die Politiker zu fordern, ist die eine Seite“, so der Vorsitzende der Waldgenossenschaft. „Hier könnte sich der Nachwuchs praktisch für die Zukunft engagieren.“ Immerhin: In voraussichtlich 40 Jahren sollte nach Einschätzung von Georg Schirmbeck, Präsident des deutschen Forstwirtschaftsrates, wieder ein klimastabiler Wald gewachsen sein.

Von René Gaffron

Nach dem verheerenden Waldbrand bei Treuenbrietzen hat die Waldgenossenschaft Bardenitz mit der Wiederaufforstung der Brandflächen begonnen. Im Sommer 2018 waren mehr als 300 Hektar Wald abgebrannt.

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