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Treuenbrietzener Klinik verteidigt Zertifikat

Kompetenzzentrum für Thoraxchirurgie Treuenbrietzener Klinik verteidigt Zertifikat

Die Spezialisten für Thoraxchirurgie am Johanniter-Krankenhaus Treuenbrietzen haben ihr Qualitätssiegel verteidigt. Als einzige Fachklinik im Land Brandenburg ist die Einrichtung nach der Premiere im Jahr 2012 nun zum zweiten Mal in Folge erfolgreich als Kompetenzzentrum zertifiziert worden. Dafür waren einige Hürden zu nehmen.

Treuenbrietzen Johanniterstraße 1 52.084059027047 12.874953322754
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Chefarzt Olaf Schega (li.) ist in Treuenbrietzen Experte für Thoraxchirurgie.

Quelle: Johanniter-Kliniken

Treuenbrietzen. Die Klinik für Lungenchirurgie im Johanniter-Krankenhaus Treuenbrietzen hat ihr Zertifikat als Thoraxzentrum erfolgreich verteidigt. Als einzige im Land Brandenburg ist die Spezialklinik zum zweiten Mal in Folge erfolgreich zertifiziert worden. Das Qualitätssiegel wurde durch die Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie (DGT) bestätigt. Geprüft werden dazu die Strukturen im Haus sowie die Behandlungsprozesse und deren Ergebnisse. Betrachtet werden dabei die Anzahl der Fachärzte sowie die Qualifizierung und Fortbildung sowohl der Ärzte als auch des Pflegepersonals. Nötig sind zudem ausreichende Kapazitäten in Operations- und Intensivabteilungen.

Mindestens 400 Operationen gefordert

Bundesweit sind mittlerweile 44 Kliniken als „Lungenkrebszentrum“ und 14 Einrichtungen als „Thoraxzentrum – Qualitätszentrum für Thoraxchirurgie“ zertifiziert. Für das Zertifikat als Thoraxzentrum schreibt die DGT über ein straffes Qualitätsmanagement hinaus auch eine Mindestzahl von 400 Operationen jährlich an der Lunge vor. In der Treuenbrietzener Lungenklinik mit 154 Betten und fünf Plätzen in der onkologischen Tageskliniken stehen 24 Betten für die Thoraxchirurgie zur Verfügung. Von fünf Fachärzten und zehn Pflegekräften wurden dort im Jahr 2014 mehr als 600 Patienten stationär und 54 ambulant betreut.

Experten auch für „Knopfloch-Chirurgie“

Die Hochleistungsmedizin der Treuenbrietzener Lungen-Fachklinik, die größte des Landes, bietet in ihrer Kooperation mit anderen Disziplinen des Hauses nach Einschätzung der DGT eine nachgewiesen hohe Behandlungssicherheit für die Patienten, die sich mit schweren und chronischen Krankheiten zu komplexen operativen Therapien in diese Klinik begeben. Operative Therapie des Bronchialkarzinoms, die Laserchirurgie von Lungenmetastasen, die komplexe Chirurgie an der Luftröhre sowie die minimalinvasiven, videothorakoskopischen Eingriffe – also die schonende „Knopfloch-Chirurgie” ohne großflächige Öffnung des Brustkorbs – bei gut- und bösartigen Erkrankungen und die Korrektur von Fehlbildungen des Brustkorbes sind das Spezialgebiet der Treuenbrietzener Mediziner.

Kritischer Blick auf das eigene Handeln

Von entscheidender Bedeutung für ein erfolgreiche Zertifizierung ist die Ergebnisqualität der Arbeit gemessen an der Überlebensdauer und Überlebensqualität für die behandelten Patienten. „Eine Zertifizierung erfordert es, gewohnte Abläufe kritisch zu überdenken und im Interesse der Patienten an die Forderungen der Fachgesellschaft anzugleichen“, sagt Olaf Schega. Der Doktor sieht Zertifizierungen „als ein wichtiges Element, um die eigenen Handlungsweisen kritisch zu reflektieren und dank der Anregungen von außen stetig weiter zu entwickeln“, so der Chefarzt des Thoraxzentrums.

Tumor-Konferenzen per Videoschaltung

Ihre Kompetenz teilen die Treuenbrietzener Experten unter anderem bei OP-Einsätzen in anderen Kliniken sowie regelmäßig in „Tumor-Konferenzen”. Per Videoschaltung – sie ist auch aus dem OP-Saal möglich – und via Internet werden in einer fachübergreifenden Expertenrunde Patientenfälle aus diversen Kliniken beraten. Enge Kooperationen bestehen mit den großen Schwerpunkt-Krankenhäusern in Brandenburg wie dem Städtischen Klinikum Brandenburg an der Havel, dem Klinikum Frankfurt (Oder), dem Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam. Zudem arbeiten die spezialisierten Abteilungen des Johanniter-Krankenhauses landesweit eng mit vielen onkologischen Schwerpunktpraxen und spezialisierten pneumologischen Praxen zusammen.

Lungenkrebs muss frühzeitig erkannt werden

Wie Olaf Schega bereits anlässlich der ersten Übergabe des Zertifikates erklärte, seien von den jährlich rund 1000 neuen Erkrankungsfällen in Brandenburg mit der Diagnose Lungenkrebs lediglich 20 bis 30 Prozent operabel. 70 Prozent der Patienten werden unter anderem mit Chemotherapie behandelt. Mehr als die Hälfte der Eingriffe werde bereits in Treuenbrietzen erledigt. Die besten Langzeiterfolge gebe es, wenn der Krebs frühzeitig erkannt und operiert wird. „Im geringsten Stadium 1 können bis zu 80 Prozent der Patienten geheilt werden”, sagte der Doktor. Patienten im Stadium 4 überleben ihre Erkrankungen indes meist nicht länger als ein Jahr. Schega sieht daher wachsenden Bedarf bei der Früherkennung. Wie bei Darmkrebs und Brusttumoren bei Frauen müsse auch für Lungenkrebs ein Vorsorgesystem aufgebaut werden.

Von Thomas Wachs

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