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Potsdam-Mittelmark Schwere Bagger müssen draußen bleiben
Lokales Potsdam-Mittelmark Schwere Bagger müssen draußen bleiben
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00:44 23.08.2014
Arbeiter bauen mit Hilfe abgesägter Baumstämme Wassersperren in Fließe des Treuenbrietzener Zarthes ein. Quelle: T. Wachs
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Treuenbrietzen

Die Motorsäge kreischt. Ein Baum kracht zu Boden. Schnell ist der Stamm in gut zwei Meter lange Stücke zerlegt. Zwei kräftige Arbeiter packen flink zu. Sie wuchten die Holzstücke per Hand in ein Fließ. So wächst im Treuenbrietzener Naturschutzgebiet „Zarth“ Stamm für Stamm eine Wassersperre. Vorgesehen sind derartige Staue an mehreren Stellen des sensiblen Moor- und Feuchtwaldkomplexes. Der Zarth ist landesweit eines der zwei bedeutendsten Schutzgebiete ihrer Art. Dieses soll im Auftrag des Vogelschutz-Komitees revitalisiert werden. Dem ausschließlich dem Naturschutz verpflichteten Verein gehören seit 2007 weite Teile des Zarthes.

Mit dem Ende der Brutzeit der Vögel rückten dort nun die Bauarbeiter an. Maschinen können sie nur im Außenbereich des Naturschutzgebietes und auf dem mitten hindurch führenden Hauptweg einsetzen. Wie berichtet, ist es das Ziel des bis Jahresende mit möglichst viel Handarbeit und natürlichen Materialien geplanten Projektes, einen besseren Wasserrückhalt im Gebiet zu erreichen. So soll das weitere Austrocknen des Moorkörpers gestoppt werden. Dazu werden einerseits im südlichen Quell- und Anströmgebiet – in der Nähe des Radweges nach Bardenitz – in den Lauf der vor Jahrzehnten künstlich angelegten Entwässerungsgräben nun „Plomben“ gesetzt. Ein Mitarbeiter der Firma Pro Arkades aus Zossen trägt dazu mit einer kleinen Planierraupe vorsichtig Bodenmaterial von der zuvor von meterhoch wucherndem Schilf befreiten Wiesenfläche ab. Mit dem Material werden die Gräben im Quellgebiet an mehreren Stellen im Abstand von 25 Metern verschlossen. „Somit soll der noch recht intakte Moorkörper zu seiner Natürlichkeit zurückfinden können“, erklärt Eric Haase. Der Planer vom Büro IDAS in Luckenwalde koordiniert das an drei Firmen vergebene Renaturierungsprojekt.

„Würden die Fließe weiterhin ihr Wasser so rasch wie bisher an die den Zarth umgebenden Entwässerungssysteme verlieren, graben sie sich immer tiefer in den noch verbliebenen Moorboden ein“, erläutert Eberhard Schneider, Präsident des Vogelschutz-Komitees. „Bei Erreichen der darunter liegenden mineralischen Bodenschichten würden die beschleunigte Erosion und eine verstärkte Austrocknung des Moorwaldes bewirkt werden“, sagt der promovierte Biologe. Dem entgegenzuwirken ist das Ziel des Revitalisierungsprojektes. „Das Hauptaugenmerk liegt auf dem Erhalt der besonderen Quellmoore und der klaren Fließe, der besonderen und sehr artenreichen Pflanzengesellschaften sowie der durch über 90 Brutvogelarten charakterisierten Tierwelt“, erklärt Schneider. Entscheidend für die Erhaltung des Zarthes als wertvollem artenreichen Lebensraum, der zugleich einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leiste, sei die künftig gleichmäßige und nur wenig schwankende Wasserversorgung des Moorkörpers. „Er kann dann wieder große Mengen des klimaschädlichen Kohlendioxids speichern“, sagt der Präsident des Vogelschutz-Komitees.

Interview mit Wolfgang Heilscher

Wolfgang Heilscher ist Bauleiter der Firma Pro Arkades aus dem Raum Zossen. Sie ist derzeit im Treuenbrietzener Zarth tätig.
MAZ: Ist dieser Auftrag im sensiblen Naturschutzgebiet für Sie etwas Besonderes?
Wolfgang Heilscher: Eigentlich nicht. Wir haben unter anderem im Auftrag der Naturparkverwaltung Nuthe-Nieplitz schon ähnliche Projekte realisiert. Dennoch ist jedes für sich wieder speziell und eine Herausforderung.
Und auch umständlich – immerhin können Sie nicht einfach mit großer Technik anrollen?
Heilscher: So einfach wie der Bau eines Parkplatzes am Supermarkt ist das hier sicher nicht. Aber wir haben einige Kollegen, die sich auf solche Natur-Projekte freuen, weil sie aus der Forstwirtschaft stammen. Sie bringen auch das nötige Gefühl für solche besonderen Projekte mit, deren Sinn man auch verstehen muss.

Das insgesamt rund 500.000 Euro teure Projekt schließt auch Arbeiten am einzigen öffentlichen Hauptweg im Zarth ein. Dort werden die einst in Betonröhren verlegten Wasserdurchlässe nun zu offenen Furten umgebaut. Auch das soll die natürliche Wasserregulierung verbessern. Wanderer und Radler können die Furten künftig auf kleinen Brücken queren, die aus Holz neu errichtet werden.
Im Rahmen des über Fördergeld der Europäischen Union und des Landes finanzierten Projektes will das Vogelschutz-Komitee weitere, heute noch private Flächen im Zarth ankaufen. „Auch das muss aber bis Jahresende erledigt sein“, erklärt Eberhard Schneider. Spielraum habe der Verein dabei nicht. „Denn die Vergaberichtlinien zwingen uns zur Einhaltung der Kaufpreise gemäß den Bodenrichtwerten“, sagt der Präsident.

Von Thomas Wachs

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