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Treuenbrietzener fordern neue Spielgeräte

Stadtentwicklung mit Folgekosten Treuenbrietzener fordern neue Spielgeräte

Die Pläne für ein Baugebiet in der Kameruner Siedlung zu Treuenbrietzen haben eine Debatte um fehlende Kinderspielplätze ausgelöst. Stadtverordnete fordern nun ein Konzept für die Aufwertung eines bestehenden Platzes an der Robert-Koch-Straße. Der Verwaltung fehlt jedoch bereits seit Jahren nötiges Geld, um bestehende Anlagen in der Stadt zu erhalten.

Treuenbrietzen Robert Koch Straße 52.087947430624 12.844954177771
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Der Spielplatz an der Robert-Koch-Straße in Treuenbrietzen soll attraktiver werden.

Quelle: Thomas Wachs

Treuenbrietzen. Die Wogen schlagen hoch, seitdem bekannt ist, dass die Stadt Treuenbrietzen auf ihren kommunalen Flächen in der Kameruner Siedlung ein Wohngebiet für bis zu zehn neue Eigenheime entwickeln möchte. Nach Ansicht einiger Eltern und Anlieger in der Umgebung des angestrebten Bebauungsplangebietes „Kapitän-Lehmann-Weg“ werde damit der Platz für spielende Kinder immer mehr eingeschränkt. Beliebt sei dafür nämlich der Sandberg inmitten des künftigen Baugebietes, der weichen müsste. Er werde eifrig im Winter auch zum Rodeln genutzt.

Mutter kritisiert Stadt als kinderfeindlich

„Da sollen junge Familien herziehen, aber das letzte Stück für die Kinder soll weg“, schrieb Mike Belitz kürzlich nach der Berichterstattung der MAZ zum Projekt in einem Internetkommentar. Und Stefanie Belitz schreibt im sozialen Netzwerk: „Treuenbrietzen ist total kinderfeindlich. Hauptsache die Stadtkasse ist ordentlich voll. Der Rest interessiert doch keinen“. Andere Leser verweisen unterdessen auf den Mangel an Baugrundstücken in der Stadt und begrüßen das Projekt der Kommune. „Wer sich mal mit der Lage befasst hat, merkt schnell, dass es kaum Grundstücke in der Stadt gibt“, schreibt Michel Schubert. Es gebe viele Leute, die sich ein eigenes, selbst gebautes Haus in Treuenbrietzen wünschen.

Die Kommune will das 12 600 Quadratmeter umfassende Wohngebiet selbst entwickeln und vermarkten, um Spekulationsmöglichkeiten für die Grundstücke einzudämmen.

Konzept und Kostenschätzung gefordert

In Ergänzung zum bereits gefassten Beschluss für den B-Plan „Kapitän-Lehmann-Weg“ fordert die CDU-Fraktion der Stadtverordnetenversammlung jetzt die Schaffung eines Spiel- und Bolzplatzes im neuen Wohngebiet. Ein entsprechender Antrag ist nun im Ausschuss für Stadt- und Ortsteilentwicklung diskutiert worden. Dessen Vorsitzender, Andreas Gronemeier (TBV), plädierte dafür, alle auf dem Areal möglichen Grundstücke zu vermarkten, „um Einnahmen für die Stadtkasse zu erzielen“. Zudem gebe es wenige Schritte entfernt einen kleinen Spielplatz an der Robert-Koch-Straße, argumentierten auch weitere Ausschussmitglieder.

Die wenigen Geräte an der Robert-Koch-Straße sollen Verstärkung bekommen

Die wenigen Geräte an der Robert-Koch-Straße sollen Verstärkung bekommen.

Quelle: Thomas Wachs

Am Ende verständigten sich die Abgeordneten darauf, dass die Stadtverwaltung ein Konzept mit Kostenschätzung erarbeitet, um dieses Spielareal in der angrenzenden Leipziger Siedlung attraktiver zu machen. Bisher gibt es dort zwei Klettergeräte, einen Sandkasten und eine Wippe.

Erhebliche Wartungskosten

Die Stadt Treuenbrietzen betreibt aktuell 15 Spielplätze, drei davon in Betreuungseinrichtungen und Schulen.

Im Haushalt für 2016 sind dafür insgesamt Unterhaltungskosten von 4000 Euro bewilligt. Zumeist fließen sie in die Überprüfung.

Zum zentralen Spielpark am Schwanenteich in Treuenbrietzen zählen eine gut angenommene Skater- und BMX-Anlage, ein Bolzplatz und ein Spielareal für jüngere Kinder.

Das Areal war im Jahr 2003 für rund 800 000 Euro aufgebaut und im Mai 2004 in Betrieb genommen worden.

Für die künftige Wartung und den Erhalt der Spielgeräte, Betonbauteile und Grünflächen waren damals jährliche Kosten von 3200 Euro veranschlagt worden.

Allein für die Wartung und Reparatur der Spielgeräte, die vorwiegend aus Holz gefertigt wurden, hatte das Bauamt damals vor Baubeginn Kosten von 350 bis 500 Euro pro Jahr geschätzt.

Bauamtsleiter Christoph Höhne forderte konkrete Vorgaben der Stadtverordneten und verwies auf die angespannte Haushaltslage der Stadt. „Wenn Sie uns Finanzierungsvorschläge machen, bauen wir ihnen so viele Spielplätze wie sie möchten“, sagte der Ressortleiter den Abgeordneten. Doch gebe es bereits jetzt Probleme, bestehende Spielplätze zu pflegen und betriebssicher zu halten. „In den alljährlichen Haushaltsdebatten werden die dafür dringend nötigen und von uns vorgeschlagenen Finanzposten aber stets wieder von den Abgeordneten gestrichen“, monierte Höhne. In der Folge müssten dann auch Spielgeräte gesperrt oder abgebaut werden.

Erheblicher Pflegebedarf, aber kein Geld bewilligt

Erheblicher Pflegebedarf, aber kein Geld bewilligt: Im Spielpark am Schwanenteich fehlt schon das marode Kletter-Pferd.

Quelle: Thomas Wachs

So geschehen inzwischen auch in dem im Jahr 2003 errichteten Spielpark am Schwanenteich. Dort musste nun ein hölzernes Kletterpferd entfernt werden, weil tragende Bauteile marode sind. Das räumte der Bauamtsleiter auf Nachfrage von Harald Torges (SPD) ein. Nun harrt das Pferd seiner Sanierung, bis dafür Geld bereitgestellt wird.

Von Thomas Wachs

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