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Treuenbrietzener gewinnt Start-Stipendium

Deutsch-albanischer Jugendlicher Treuenbrietzener gewinnt Start-Stipendium

Man muss als 15-Jähriger nicht unbedingt all das tun, was gerade angesagt ist. Mit seinen tiefer gehenden Interessen hat Rinor Aziri die Jury des diesjährigen Start-Stipendium überzeugt und gehört deshalb nun zu den sechs jungen Brandenburgern, die damit ausgezeichnet wurden.

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In Treuenbrietzen zuhause: Rinor Aziri.

Quelle: Uwe Klemens

Treuenbrietzen. „Das Stipendium ist bestimmt ziemlich wichtig für mein weiteres Leben“, sagt Rinor Aziri. Der Treuenbrietzener Gymnasiast gehört zu den sechs Brandenburgischen Gewinnern des seit 2006 jährlich vergebenen Start-Stipendiums. Neun- und Zehnklässler mit Migrationshintergrund bekommen nach dem erfolgreich bestandenen Auswahlverfahren bis zum Ende der Schulzeit finanzielle und ideelle Unterstützung für den Besuch ausgewählter Fortbildungsveranstaltungen. Zugeraten, sich dafür zu bewerben, hatte dem 15-Jährigen seine knapp zwei Jahre ältere Schwester Rineta, die seit drei Jahren ebenfalls Start-Stipendiatin ist.

Zuhause wird wenig über die Vergangenheit gesprochen

Siebzehn Jahre ist es her, dass ihre Eltern Xhejlane und Izak Aziri auf der Flucht vor dem Bürgerkrieg den Kosovo verließen und nach einem Zwischenaufenthalt in der Schweiz in Treuenbrietzen heimisch wurden. „Ich kann nicht sagen, ob ich mich als Deutscher oder als Albaner fühle“, sagt Rinor, der bereits hier geboren wurde und bislang nur zwei Mal, auf Besuch bei seinem Großvater, in Albanien war. Über die Ereignisse, die seine Eltern zur Flucht trieben, weiß er nur wenig mehr als seine Freunde. „Denn zu Hause wird darüber selten gesprochen und wenn, dann nur mit Besuchern. Aus den Erwachsenengesprächen kann ich dann ab und zu etwas erfahren.“ Dabei ist Politik etwas, für das sich Rinor Aziri brennend interessiert. Fast täglich verfolgt er beim Onlinelesen verschiedener Tageszeitungen, was weltweit und regional passiert. Wenn er den Computer ausschaltet, ist es oft schon nach Mitternacht. „Wichtig ist, dass man politische und wirtschaftliche Dinge immer im Zusammenhang sieht“ ist eine seiner Erkenntnisse, die reifer als die eines 15-Jährigen klingen.

Am liebsten Filme, die zum Nachdenken anregen

Naturschutz und Heimatgeschichte sind zwei weitere Gebiete, für die er sich interessiert. Seinen Wissendurst stillen kann er als Mitglied der Treuenbrietzener Geschichtswerkstatt und beim Anschauen historischer und wissenschaftlicher Sendungen. „Filme, die mich zum Nachdenken anregen, sind mir wichtiger als Mainstreem-Videos oder Musikcharts“.

Ob er wirklich „antimusikalisch“ ist, wie seine große Schwester immer behauptet, kann er nicht sagen. Sein großes Gefühl für den Rhythmus der Sprache hat er als Darsteller im Ensemble der Treuenbrietzener Stadtgaukler bereits mehrfach eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

An seinen Freunden schätzt er am meisten, wenn sie, wie er, über die Dinge um sie herum nachdenken und trotzdem dabei nicht den Frohsinn vergessen. Eine Freundin gibt es bislang noch nicht.

Luftfahrt-Ingenieurwesen oder Politologie stehen auf seiner beruflichen Wunschliste ganz oben.

Von Uwe Klemens

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