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Potsdam-Mittelmark Treuenbrietzens „Königin“ klingt wunderbar
Lokales Potsdam-Mittelmark Treuenbrietzens „Königin“ klingt wunderbar
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18:06 08.05.2016
Stefan Kircheis (li.) und Matthias Schuke kennen sich aus mit Orgeln, wie wenige andere. Quelle: Uwe Klemens
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Treuenbrietzen

Der Name Joachim Wagner spielt in der Welt der Kirchenmusik eine wichtige Rolle. 275 Jahre ist es her, dass der Berliner Orgelbaumeister und Schüler des sächsischen Orgelbauers Silbermann in Treuenbrietzen eines seiner prunkvollen Instrumente seiner Bestimmung übergab. Am vergangenen Sonnabend rückte das Orgeljubiläum den Glanz des barocken Pfeifeninstrumentes ins Licht der Öffentlichkeit.

Bevor die „Königin der Instrumente“ selbst zu Worte kam, gewährte Orgelbaumeister Matthias Schuke in einem Vortrag einen tiefen Einblick in die Herausforderungen seines Metiers. Die meisten der von Johannes Wagner geschaffenen und erhalten gebliebenen Orgeln kennt der 61-Jährige wie ein Leibarzt seinen Patienten.

Umfangreiche Dokumentation der Orgel

Schukes Großvater Alexander, der 1884 das etablierte Orgelbauunternehmen übernahm, hat dafür die Grundlage gelegt. Unter der Leitung seines Sohnes Hans-Joachim wurde die Treuenbrietzener Orgel in den 70er und 80er Jahren restauriert. Die damals entstandene, umfangreiche Dokumentation der Orgel bildete die Grundlage für den Vortrag.

Organistin Henrike Etté schwärmt von der Wagner-Orgel in Treuenbrietzen. Quelle: Uwe Klemens

Aus seiner Bewunderung für Wagner macht Matthias Schuke keinen Hehl und verweist auf dessen Meisterstück in der Berliner Marienkirche. „Wenn man bedenkt, dass Wagner damals gerade mal Mitte 20 war und sich an eine Orgel mit 40 Registern wagte, haben wir heutigen Orgelbauer den allerhöchsten Respekt.“

Baugleiche Orgeln in Brandenburg/Havel, Angermünde und Wusterhausen

Mit ihren 30, auf zwei Manuale verteilten Registern, ist die Treuenbrietzener Orgel ein vergleichsweise bescheidenes Instrument und besitzt in Brandenburg/Havel, Angermünde und Wusterhausen baugleiche Schwestern. Ein Glücksumstand, wie Matthias Schule schildert. Lässt sich doch so, wenn etwas repariert oder gar erneuert werden muss, an den anderen Orgeln erkunden, wie es ursprünglich gedacht und, vor allem, gemacht war.

„Das höchste Ziel bei der Restaurierung einer historischen Orgel ist der maximale Erhalt der originalen Substanz“, schildert Schuke. Nach den Kriterien der Denkmalspflege bedeutet dies, dass historische Metalllegierungen für die Orgelfüße nachgegossen, historische Gerbverfahren für Ledergelenke nachgeahmt und die damals gebräuchlichen Haut- und Knochenleime verwendet werden müssen.

Gut eine halbe Million, Euro schätzt Schuke, müsste hinlegen, wer sich heute eine so hergestellte Orgel dieser Größe bauen ließe.

Berliner Organist Stefan Kircheis: „Die Orgel klingt wunderbar“

Zweiter Akteur des Orgeljubiläums war der Berliner Organist Stefan Kircheis, der, wie Schuke, die Leidenschaft an seinem Beruf von Vater und Großvater erbte. Werke von Johann Sebastian Bach und seinem Sohn Carl Philipp Emanuel, sowie weitere Kompositionen aus der Wirkungszeit Joachim Wagners brachte er zu Gehör. Wie seine Zuhörer im Kirchenschiff geriet der 46-jährige Organist selbst dabei ins Schwärmen. „Die Orgel klingt wunderbar und ist für Musik der damaligen Zeit bestens geeignet.“ Dass Bach-Vater oder -Sohn darauf gespielt haben könnten, hält Kircheis für möglich.

Von Uwe Klemens

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