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Trinkwasser im Hohen Fläming wird billiger

Brück Trinkwasser im Hohen Fläming wird billiger

Weihnachten ist vorverlegt: Der Wasserversorgungsverband „Hoher Fläming“ senkt seine Mengengebühr. Rund 23 200 Einwohner profitieren davon. Die Verbandsversammlung beschloss jetzt zudem den Wirtschaftsplan. Er sieht unter anderem vor, langfristig zu investieren in Solaranlagen mit Batteriespeichern zur Sicherung von Pumpwerken.

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Peter Grunewald ist Wassermeister des Wasserversorgungsverbandes „Hoher Fläming“ mit Sitz in Brück. Er ist auch für die Qualität im Wasserwerk Niemegk zuständig.     

Quelle: Thomas Wachs

Brück. Gute Nachrichten für die Verbraucher im Hohen Fläming: Die Wassergebühren sinken ab Januar. Dann werden im Gebiet des Wasserversorgungsverbandes „Hoher Fläming“ (WAV) mit Sitz in Brück statt derzeit 1,79 je Kubikmeter Frischwasser nur noch 1,60 Euro netto fällig. Diesen Schritt billigten die Mitglieder der Verbandsversammlung jetzt bei ihrer jüngsten Sitzung in Niemegk.

Dort bestätigten sie zunächst einstimmig Thomas Hemmerling in der Funktion des Verbandsvorstehers. Der Niemegker Amtsdirektor bleibt für weitere acht Jahre an der Spitze des WAV. Sein Stellvertreter ist weiterhin Wiesenburgs Bürgermeister, Marco Beckendorf (Die Linke).

„Die Gebührensenkungen wurden unter anderem durch Einsparungen in den Betriebsabläufen möglich“, erklärte Betriebsleiter Peter Gronemeier gegenüber der MAZ. So seien beispielsweise Wasserwerke energetisch optimiert, Reparaturkosten gesenkt und alte Anlagen durch effektivere ersetzt worden.

Derzeit rund 8500 Hausanschlüsse

Der Wasserversorgungsverband „Hoher Fläming“ ist Anfang der 90er-Jahre von den hiesigen Städten und Gemeinden aus der Taufe gehoben worden. Zum Verband gehören fast alle Kommunen des Altkreises Belzig mit Ausnahme von Görzke (Kommunaler Eigenbetrieb) und Bad Belzigs Kernstadt (Stadtwerke-GmbH).

Aus zehn eigenen Wasserwerken sowie dem Wasserwerk Bad Belzig werden jährlich etwa 820 000 Kubikmeter des nassen Elements gefördert und damit rund 23 200 Einwohner versorgt.

Etwa zwei Dutzend Mitarbeiter sind damit beschäftigt – von der Förderung und Aufbereitung über die Lieferung an 8500 Hausanschlüsse bis zur Abrechnung.Der Verwaltungssitz befindet sich im Gewerbegebiet Brück. Betriebsleiter ist Peter Gronemeier.

Dabei hatte der Verband, der in den Ämtern Brück und Niemegk, der Gemeinde Wiesenburg/Mark und den Ortsteilen der Stadt Bad Belzig tätig ist, sein Gebühr erst im Vorjahr deutlich angehoben. In der landesweiten Problematik der „Altanschließerbeiträge“ hatte sich der WAV zur Rückzahlung aller bis dahin von „Neuanschließern“ geleisteten Beiträge entschlossen. Für die Rückerstattung ist ein Kredit von 3,5 Millionen Euro aufgenommen worden. Seither entfielen Anschlussbeiträge. Dafür gab es höhere Gebühren.

Fast alle Beiträge zurückgezahlt

„Die Rückzahlung ist nun zu 99,4 Prozent abgeschlossen“, erklärte Ralf Henneberg. Lediglich rund 20 000 Euro müssten noch zurückgezahlt werden, sagte der kaufmännische Leiter des WAV in seiner Bilanz vor den Vertretern der Mitgliedskommunen.

Thomas Hemmerling (li),  ist als Vorsteher des  Wasserversorgungsverbandes  "Hoher Fläming" bestätigt worden

Thomas Hemmerling (li.), ist als Vorsteher des Wasserversorgungsverbandes  "Hoher Fläming" bestätigt worden. Peter Gronemeier ist dort Betriebsleiter. 

Quelle: Thomas Wachs

Insgesamt stehe der Zweckverband nach Einschätzung des Finanzchefs sowie auch eines externen Büros zur Wirtschaftsprüfung auf soliden Füßen. Jedoch mussten Defizite in der Bilanz zum Teil aus der zweckgebundenen Rücklage ausgeglichen werden, die damit weiter schmilzt.

Dennoch hat der WAV auch für das kommende Jahr wieder umfangreiche Investitionen im Wirtschaftsplan verankert, den die Verbandsversammlung nun gebilligt hat. Insgesamt sind dafür Ausgaben in Höhe von 886 000 Euro vorgesehen. Darunter sind zwei große Vorhaben zur Erneuerung von Wasserleitungen. So fließen knapp 470 000 Euro in die Arbeiten an der 900 Meter langen Treuenbrietzener Straße in Niemegk sowie 92 500 Euro in 300 Meter lange neue Wasserleitungen in der Eichenallee in Borkheide. Hinzu kommen jeweils 30 000 Euro teure Reparaturarbeiten in den Bereiche von Bad Belzig, Brück, Niemegk und Wiesenburg, die insgesamt 120 000 Euro kosten. Für sonstige Betriebsausrüstungen sind weitere knapp 204 000 Euro vorgesehen.

Batterien speichern Strom für Wasserwerke

Ein langfristiges Projekt ist die Ausstattung von sieben der insgesamt zehn Wasserwerke des Zweckverbandes mit Photovoltaikanlagen samt Batteriespeicher. „Damit soll die Versorgungssicherheit auch im Fall von Stromausfällen gewährleistet werden, wie wir sie bei jüngsten Sturmereignissen gerade wieder hatten“, erklärt der Betriebsleiter. Denn lediglich die Orte Linthe, Niemegk und Wiesenburg seien in ein System von Ringleitungen eingebunden. „So können sie auch von der anderen Richtung her versorgt werden“, sagt Peter Gronemeier. Gewährleisten will er jedoch auch die Versorgungssicherheit in den übrigen Orten des Verbandsgebietes.

Auftakt für das Projekt mit Gesamtkosten von rund 492 000 Euro ist im nächsten Jahr in Reppinichen. Dort sind rund 60 000 Euro für die PV-Anlage und 42 000 Euro für den Speicher vorgesehen. Dabei werde die Batterieanlage jeweils zu 80 Prozent von der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) gefördert. Weitere Wasserwerke sollen folgen, kündigte der WAV-Betriebsleiter an.

Von Thomas Wachs

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