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Potsdam-Mittelmark Troja entsteht neu vor den Toren von Niemegk
Lokales Potsdam-Mittelmark Troja entsteht neu vor den Toren von Niemegk
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02:18 06.08.2015
Nervenkitzel auf der grünen Wiese Quelle: Stefan Specht
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Niemegk

Troja wird wieder auferstehen. Der Ort steht bereits fest. Es ist die Paintballarena im ehemaligen Tontagebau, in der die antike Metropole zu neuem Leben erwachen wird. In etwa einem halben Jahr ist es so weit, ist sich Arena-Mitarbeiter Swen Bareither sicher.

Grund für dieses ungewöhnliche Bauvorhaben: Die erst ein Jahr alte Paintballanlage in der „Flämingpforte“ stößt bereits an die Grenzen ihrer Kapazitäten. Sie soll deshalb erweitert werden. Die vier bisher existierenden Felder heißen Tankfeld, Häuserfeld, Westernstadt und Woodland. Nun wollen die Betreiber Holger Ibener und Christian Pietrucha mit ihren Mitarbeitern die aus zahlreichen Filmen bekannte Wehranlage Trojas aus Holz nachbauen.

Komplette Schutzausrüstung

„Wir wollen zwei Türme und einen Wall, sowie allerhand Weiteres aus dieser Zeit aus Holz nachbauen. Da kommt viel Arbeit auf uns zu“, sagt Holger Ibener. „Aber die ist allemal nötig, um unseren Kunden immer mal wieder etwas Neues bieten zu können“, so der 41-Jährige. Angefangen hatte er vor gut einem Jahr mit einem einzigen Feld und knapp 30 Spielgeräten, den so genannten Markierern. Mittlerweile sind daraus 55 Geräte geworden. Die können sich die Gäste ebenso wie eine komplette Schutzausrüstung vor dem Spiel ausleihen.

Die Regeln auf dem Feld sind streng. Nur mit Maske darf gespielt werden. Wer von einer der Farbkugeln getroffen wurde, hebt den Arm, die Mitspieler dürfen dann nicht mehr auf ihn zielen. Außerhalb des Feldes sind die Markierer gesichert und mit einem Schutz versehen. Die Kugeln sind zwar nicht tödlich, gelangen sie allerdings in Auge, Ohr oder Mund können sie erhebliche Verletzungen anrichten. Bei der Überwachung der Regeln sind die Mitarbeiter der Anlage darum gnadenlos. Wer die ignoriert, muss mit einem Verweis rechnen. „Das ist für uns ebenso wichtig wie die regelmäßige Überprüfung der Spielgeräte“, sagt Holger Ibener. Und das mit gutem Grund: Stellen Kontrolleure dort Unregelmäßigkeiten fest, droht der Anlage die Schließung.

Permanent gut besucht

Und noch etwas ist den Betreibern der Paintballarena wichtig: Ihr Sport und die Anlage sollen als Spaß angesehen werden. „Wir haben nichts mit Militär oder Krieg zu tun“, unterstreicht Holger Ibener. Viel mehr gehe es darum, gemeinsam Freizeitspaß zu haben und einen actionreichen Tag zu verbringen.

Die Botschaft scheint bei den Besuchern anzukommen. So sind es nach Aussagen der Betreiber zum großen Teil Junggesellenabschiede und Geburtstagsrunden, die sich in Niemegk zum Paintballspielen treffen. Wer seine eigene Ausrüstung mitbringt, kann am Wochenende für 15 Euro von 10 bis 17 Uhr spielen. Dazu kommen die Kosten für die Farbkugeln. Ausrüstung gibt es für 30 Euro.

Unter den Stammspielern sind viele direkt aus Niemegk und der Umgebung. Doch die Anlage trifft im Ort erwartungsgemäß nicht ausschließlich auf Gegenliebe. Gerade den direkt angrenzenden Anwohnern geht das Treiben speziell an den Wochenenden zu weit. So erreichten die Unternehmer schon einige Male Beschwerden und Anzeigen. Bislang verlief aber offenbar alles im Rahmen der Regeln. Holger Ibener hatte bei der Amtsverwaltung Niemegk im Vorfeld Genehmigungen für den Betrieb der Anlage – Wochenenden und Feiertage inklusive – eingeholt.

Auf ruhigere Zeiten brauchen die Anwohner in nächster Zeit also nicht zu hoffen. Die Anlage kommt so gut an, dass die Mitarbeiter ihren Urlaub verschieben müssen, um die zahlreichen Gruppen einweisen und betreuen zu können. „Wir sind selbst vom Erfolg überrascht. Aber es macht Spaß und das ist das Wichtigste“, sagt Holger Ibener.

Von Stefan Specht

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