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Potsdam-Mittelmark Trotz Trockenheit solide Ernte
Lokales Potsdam-Mittelmark Trotz Trockenheit solide Ernte
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00:31 10.08.2015
In Kranepuhl werden Triticale geernet. Quelle: Melanie Höhn
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Kranepuhl

Anderthalb Stunden dauert es, bis Landwirt Maik Nowakowski 20 Tonnen Triticale, eine Kreuzung aus Weizen und Roggen, mit seinem Mähdrescher geerntet hat. Er ist mit seiner Arbeit in den letzten Zügen, am Montag sind dann insgesamt 108 Felder der Produktionsgenossenschaft Flämingrind zwischen Kranepuhl und Bad Belzig wieder kahl und für die kommende Herbstbestellung bereit. Bevor am 20. August der Raps ausgesät wird, muss der Boden noch ordentlich bearbeitet und gepflügt werden. Mitte bis Ende September wird dann der Mais geerntet.

Fast zwei Monate lang hatten die Pflanzen kein Wasser

„In diesem Jahr war die Ernte eher durchschnittlich. Ich bin angenehm überrascht, dass die Pflanzen so gut durchgehalten haben,“ sagt Hartmut Schulze von Flämingrind. Fast zwei Monate lang hatten die Pflanzen kein Wasser, auch die Winterfeuchtigkeit und der Schnee fehlten, so der Landwirt. Im Juni gab es dann einen starken Regenschauer, der aber den meisten Fruchtsorten nichts mehr genützt hat. Außer der Weizen, er konnte das Wasser noch gut aufnehmen. „Seine Qualität ist daher besser im Vergleich zu den anderen Getreidesorten,“ so Schulze. Auch der Geschäftsführer von Flämingrind, Ulrich Benedix, freut sich über die solide Ernte trotz der schwierigen Wetterbedingungen. „Im Vergleich zum Vorjahr ist die Ernte schlechter, aber da war auch das Wasser an der richtigen Stelle.“

In diesem Jahr war es hart an der Grenze

Durch gutes Wurzelwachstum im Herbst haben jedoch auch die insgesamt vier Roggensorten, der Winterraps und die Gerste die regenarme Zeit überstanden. „In diesem Jahr war es jedoch hart an der Grenze“, erklärt Landwirt Schulze. Die Getreideernte umfasst in der Regel 14 bis 17 Dreschtage, nach zwei Wochen ist alles schon wieder vorbei. Der Roggen wird sieben Tage lang geernet, die anderen Sorten jeweils nur etwa zwei bis drei Tage lang.

Landwirt Hartmut Schulze beim Wiegen und Protokollieren der Ernte. Quelle: Melanie Höhn

Hartmut Schulze und neun Kollegen arbeiten zur Erntezeit etwa 14 bis 16 Stunden am Tag. 7 Uhr morgens beginnt ihr Tag und geht manchmal bis 23 Uhr. Doch der Landwirt kann sich keine andere Tätigkeit vorstellen: „Für mich ist es der schönste Beruf. Ich bin mit der Natur verbunden, jeden Tag auf dem Feld und an der frischen Luft.“ Einfach sei es jedoch nicht. „Die Technik muss bezahlt werden und wir müssen mit minimalem Aufwand die Felder so bestellen, dass wir die Kosten so gering wie möglich halten. Auch Arbeitskräfte werden knapp,“ gibt Schulze zu Bedenken. Die Düngemittelpreise haben sich fast verdoppelt, sowie hohe Pacht- und Bodenpreise machen den Landwirten zu schaffen. „Ohne Beihilfe der EU können wir bei diesem Preisniveau nicht überleben.“

Immer ein Löschwasserwagen dabei

Bei 35 Grad im Schatten wiegt er die Triticale und protokolliert jeden einzelnen Schritt. Bei diesem hohen Temperaturen ist die Brandgefahr hoch auf den Feldern, erklärt er, deshalb steht neben den Mähdreschern immer ein Löschwasserwagen. „Eine größere Gefahr ist jedoch das Strohpressen, da haben wir immer einen Feuerlöscher in der Nähe,“ sagt der Landwirtschaftsmeister.

Warten, bis die Preise wieder steigen

Ein Drittel der Ernte ist Futtermittel für die Flämingrinder, ein Drittel wird an Agravis in Niemegk, die Baywa in Bergholz und Hage Nord verkauft. Das restliche Drittel wird in Kranepuhl eingelagert. 2015 waren die Preise gut, aber sehr wackelig, sonst sind sie immer über einen längeren Zeitraum stabil. Gründ könnte sein, dass genug Weizen auf dem Weltmarkt vorhanden ist oder die Weizenernte global als sehr gut eingeschätzt wird, sagt Schulze, der schon seit 1978 Landwirt ist. „Wir warten mit dem Verkauf des eingelagerten Getreides, bis die Preise dafür wieder steigen.“

Von Melanie Höhn

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