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Potsdam-Mittelmark Tunnel-Entwürfe sollen im Sommer fertig sein
Lokales Potsdam-Mittelmark Tunnel-Entwürfe sollen im Sommer fertig sein
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16:46 11.03.2018
Anstehen an der Bahnschranke: Der Übergang auf der Phöbener Chaussee in Werder ist bis zu neun Stunden am Tag geschlossen. Quelle: Olaf Möldner
Werder

Die Werderaner haben das Warten satt. Seit Jahren sehen sie mit an, wie Pläne für die Bahnunterführung geschmiedet, fallen gelassen und geändert werden. Wollen sie in die Havelauen oder von dort in die Innenstadt, müssen sie sich bei geschlossenen Schranken auf lange Staus einstellen. Rettungsdienst und Feuerwehr stecken ebenso fest, können oft ihre Fristen nicht einhalten und verlieren wertvolle Zeit, die einem Menschen in Not das Leben kosten kann. Wollen die Pendler aus den Havelauen morgens zum Bahnhof, gehen sie teilweise 20 Minuten früher los, um sicherzugehen, dass sie den Zug nicht verpassen.

Lutz-Michael Lorentzen wohnt seit 2012 in den Havelauen und hat die prekäre Situation in einer Petition an den Landtag beschrieben. Er sieht die Sicherheit der 2550 Havel­auen-Bewohner in Gefahr. „Dieser Zustand ist nicht nur für mich, sondern auch für viele Nachbarn nur noch schwer zu ertragen“, sagt er. Kürzlich hat sich der Petitionsausschuss des Landtags mit dem Thema befasst und dazu die Staatssekretärin des Verkehrsministeriums, Ines Jesse (SPD), und den Landrat des Kreises, Wolfgang Blasig (SPD), befragt. Letzterer bestätigte, dass der Kreis einen zusätzlichen Rettungswagen für die Havelauen kaufen und dort stationieren will, heißt es in der Antwort an Lutz-Michael Lorentzen. Wie berichtet, hat der Kreis dafür das eigene Regiobus-Gelände vorgesehen. Container und Personal fehlen derzeit noch. „Hierzu laufen Gespräche“, erklärt der Ausschussvorsitzende Henryk Wichmann (CDU).

Panne bei der Planung

Aus Sicht des Gremiums ist das wesentliche Anliegen der Petition damit gelöst. Die langen Wartezeiten für Pendler aber bleiben, denn das Land rechnet nach wie vor nicht damit, dass der Tunnel vor 2025 fertig wird. 2011 hatten die Planungen begonnen. Im Juni 2016 kam heraus, dass sich das Land verkalkuliert und mit Flächen gerechnet hatte, die gar nicht vorhanden waren. In diesem Sommer sollen die Entwürfe Ines Jesse zufolge fertig vorliegen. Anschließend folgt das Planfeststellungsverfahren, bei dem öffentliche und private Interessen hinsichtlich des Tunnelbaus eingeholt werden. „Für den Petitionsausschuss ist nicht erkennbar, wie die Planungen zu dem Gesamtvorhaben beschleunigt werden können“, so Henryk Wichmann. Etwa 20 Millionen Euro soll das Projekt kosten, sagte Frank Schmidt vom Landesbetrieb Straßenwesen, als er im vorigen Jahr die aktuellen Pläne vorstellte.

Die haben sich zwischenzeitlich wieder geändert, denn die Deutsche Bahn möchte ihren derzeitigen Rad- und Fußgängertunnel behalten. Das bestätigte Bahnsprecher Gisbert Gahler auf MAZ-Anfrage. Der Landesbetrieb Straßenwesen plant einen breiteren Tunnel mit Rampen unweit der bestehenden Unterführung. Denn für Fußgänger und Radfahrer wäre im Straßentunnel wegen der engen Grundstückssituation kein Platz. Sie sollen entlang der Eisenbahnstraße zum Bahnhof geführt werden und kommen durch den Tunnel sowohl von der einen zur anderen Seite des Bahnhofs als auch zu den beiden Bahnsteigen.

Bahnhof Werder, Fußgänger- und Radtunnel Quelle: Luise Fröhlich

„Der bestehende Bahnhofszugang sollte so belassen werden wie er ist“, sagt Gisbert Gahler. Die Deutsche Bahn habe erst vor zwei Jahren die Aufzüge reparieren lassen und wolle zudem nicht, dass die Pendler Umwege auf sich nehmen müssen. Auf barrierefreiem Weg würde der neue Tunnel 100 bis 150 Meter mehr bedeuten, über Treppen sind es 70 bis 80 Meter. Beim Baumblütenfest müsse die Polizei schon jetzt Menschen vom Gleisbett holen, die versuchen, die Schienen leichtsinnig zu überqueren, statt den Tunnel zu nehmen. Mit einem weiteren Weg könnte dies häufiger vorkommen, warnt Gisbert Gahler. „Den Reisenden und Bahnhofsnutzern geht es immer um kurze Wege und eine schnelle Querung.“ Die Bahn wolle die Entscheidung nicht allein treffen, sondern unter anderem den Verkehrsbund Berlin-Brandenburg (VBB) einbeziehen.

Termin mit Ministerin Schneider steht weiter aus

Im Juni vorigen Jahres hatten das Verkehrsministerium und der Landesbetrieb Straßenwesen bei einem Treffen die Stadt Werder und Stadtverordnete über den aktuellen Stand informiert (MAZ berichtete). Mit dem Plan, die Unterführung auf der Achse der Phöbener Straße zu bauen, waren frühere Ideen, den Tunnel durch die Hausgärten zur Elsastraße zu führen, vom Tisch. Chefplaner Frank Schmidt betonte, dass nicht nur Stadt und Bahn, sondern auch das Land den Tunnel will. Bei 7000 Fahrzeugen täglich auf der L 90 verursachen Schließzeiten an der Schranke von neun Stunden am Tag erhebliche Rückstaus. Die Havelauen und auch die nördlichen Ortsteile sind abgeschnitten. Dem Treffen vorausgegangen war eine Einladung der Verkehrsministerin Kathrin Schneider von den Stadtverordneten. Dafür hatte sich die CDU-Fraktion eingesetzt und einen Fragenkatalog zu der Unterführung erarbeitet, die schon seit den 90er Jahren im Gespräch ist. Die Ministerin selbst kam nicht, schickte dafür ihren Abteilungsleiter und den Chefplaner. Die Stadtverordneten wollen dennoch ein persönliches Gespräch, das weiter aussteht.

Sanierung der L 90 ab September

Ab September soll die L 90 zwischen Kreisverkehr und der Anschlussstelle Phöben saniert werden. Dem Landesbetrieb Straßenwesen zufolge wird die Straße im ersten Bauabschnitt voll gesperrt (zwischen Kreisverkehr und Otto-Lilienthal-Straße). Die Umleitung geht durch die Havelauen.

Der zweite Bauabschnitt bis zur Autobahnabfahrt folgt 2019. Dort könne der Verkehr wegen der breiteren Trasse halbseitig an der Baustelle vorbei geführt werden.

Von Luise Fröhlich

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