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Tunnel soll erst 2025 fertig sein

Werder Tunnel soll erst 2025 fertig sein

Eigentlich sollte die Verkehrsministerin persönlich zu dem Termin mit Werders Stadtverordneten und Verwaltung kommen und die Fragen zur Bahnunterführung beantworten. Stattdessen informierten der Chefplaner und der zuständige Abteilungsleiter im Ministerium darüber, dass erst 2022 mit einem Baubeginn an der Schranke gerechnet wird. Es gab Kritik.

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Bis zu neun Stunden am Tag ist die Schranke an der Phöbener Straße in Werder dicht.

Quelle: Olaf Moeldner

Werder. Es gibt Neuigkeiten zur Bahnunterführung in Werder: Fest steht mittlerweile, dass sie auf der Achse der Phöbener Straße gebaut werden soll. Frühere Planungen, die Unterführung durch die Hausgärten zur Elsastraße zu führen, sind vom Tisch. Darüber haben der Abteilungsleiter Verkehr des Brandenburgischen Verkehrsministeriums, Egbert Neumann, und der Dezernatsleiter Planung des Landesbetriebs Straßenwesen Potsdam, Frank Schmidt, die Stadt und mehrere Stadtverordnete am Dienstag informiert. Die Stadtverordneten hatten ursprünglich Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) gebeten, offene Fragen zur Verkehrsinfrastruktur in der Stadt zu beantworten, insbesondere zur Bahnunterführung, die schon seit den 90er-Jahren im Gespräch ist. Die Ministerin bot ein Gespräch mit ihrem Abteilungsleiter und dem Chefplaner des Landesstraßenbetriebs an. Die Stadt halte dennoch weiter an einem persönlichen Gespräch mit Kathrin Schneider fest.

Wiederholt hatte das Land den bevorstehenden Start eines Planfeststellungsverfahrens für die Bahnunterführung für 2015 angekündigt, jetzt soll es Ende 2018 so weit sein. Chefplaner Frank Schmidt betonte zunächst, dass auch das Land großes Interesse an der Beseitigung des Bahnüberganges habe. Die L 90 habe als regionale und überregionale Verkehrsachse große Bedeutung, bei 7000 Kraftfahrzeugen täglich laut letzter Zählung und Schließzeiten der Schranke von neun Stunden am Tag gebe es häufig lange Rückstaus. Der Landessstraßenbetrieb plane seit Mai 2011 an dem Projekt. Die anliegenden Grundstücke sollen nun durch Einbahnstraßen seitlich vom Tunnel erschlossen werden. Durch die neue Troglage der L 90 werde es für die Anlieger erheblich leiser werden.

„Das Land hat die Stadt viele Jahre hängen lassen“

Platz für Rad- und Gehwege in der Unterführung werde es wegen der engen Grundstückssituation nicht geben. Vielmehr sollen Fußgänger und Radfahrer entlang der Eisenbahnstraße zum Bahnhof geführt werden, wo neben dem vorhanden ein neuer und breiterer Tunnel mit Rampen entstehen soll, der sowohl als Unterführung als auch zur Anbindung der Bahnsteige dienen wird. Letzte Details müssten laut Frank Schmidt noch mit der Bahn abgestimmt werden. 2022 könnten die Bauarbeiten beginnen, die rund drei Jahre dauern sollen. Er rechne mit Kosten von etwa 20 Millionen Euro für das Projekt.

Der Stadtverordnete und Alt-Bürgermeister Werner Große (CDU) sagte, das Land habe die Stadt Werder viele Jahre mit der L 90 hängenlassen, auch was den immer noch nicht abgeschlossenen Ausbau der Verkehrsachse im Stadtbereich betrifft. Dass es zu weiteren Verzögerungen bei der Bahnunterführung kommt, sei kaum noch nachzuvollziehen. Auch die Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung Annette Gottschalk äußerte Kritik und erinnerte daran, dass vom Land zuletzt ein Beginn des Planfeststellungsverfahrens im Jahr 2015 in Aussicht gestellt worden sei.

Auch über die Taktverdichtung wird im Ministerium nachgedacht

Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) schloss sich der Kritik an, zumal die Bahnüberführung auch ein Hindernis bei der Weiterentwicklung des ÖPNV-Konzeptes vom Powerbus darstelle. „Durchgehende Busverbindungen aus Phöben und insbesondere aus den Havelauen über die Bahngleise werden nun auf lange Sicht unmöglich bleiben“, so die Bürgermeisterin. Hoffnungsvoll stimme sie, dass mit der Trassenführung entlang der bestehenden Strecke erhebliches Konfliktpotenzial bei Anliegern beseitigt werde. Frühzeitig müssten jetzt die Anwohner eingebunden und die Planungen für eine Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes abgestimmt werden, um neue Verzögerungen zu vermeiden.

Abteilungsleiter Egbert Neumann sprach außerdem von Überlegungen, ab dem Jahr 2022 den Takt des RE 1 zu verdichten. Auch zum Thema Zeppelinstraße in Potsdam äußerte er sich. Zwar sei nachvollziehbar, dass die Landeshauptstadt die Schadstoffe auf der B 1 begrenzen will, es fehle aber bei dem Thema an einer „Kommunikation auf Augenhöhe mit Partnern und Nachbarn“. Für die anstehenden Test, die Schadstoffe durch eine Einspurigkeit der Zeppelinstraße zu begrenzen, fehle als Schlüsselelement eine Busspur zwischen Potsdam und Geltow.

Erfreut zeigten sich die Stadtverordneten von der Ankündigung der Landesvertreter, dass im kommenden Jahr die Deckschicht auf der L 90 zwischen den Havelauen und dem Ortseingang Phöben erneuert werden soll. Weiterhin sei geplant , mit dem Bau des Radwegs zwischen Glindow und Klaistow in Verbindung mit einem neuem P+R Parkplatz an der Autobahnauffahrt zu beginnen.

Von Luise Fröhlich

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