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Potsdam-Mittelmark Turnplatz als Bodendenkmal gelistet
Lokales Potsdam-Mittelmark Turnplatz als Bodendenkmal gelistet
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05:18 27.11.2017
Der Turnplatz wird für den Neubau des Gerätehauses der freiwilligen Feuerwehr ins Auge gefasst. Das erhitzt die Gemüter in Bad Belzig. Quelle: Christiane Sommer
Bad Belzig

An der Nordseite des Turnplatzes ist grünweißes Flatterband gespannt. Mit dieser Visualisierung soll verdeutlicht werden, welches Areal der geplante Neubau des Feuerwehrgerätehauses einnehmen würde. Denn am Dienstagabend soll das umstrittene Vorhaben mit den Anwohnern erörtert werden.

„Zwischen 3.500 und 4.000 Quadratmeter werden benötigt“, sagt Christoph Grund. Etwa ein Drittel also. Denn nach Aussage des Bauamtsleiters beträgt die nutzbare Turnplatzfläche derzeit etwa 12.000 Quadratmeter. Ein noch größerer Eingriff ist laut Roland Leisegang (parteilos) immerhin vom Tisch. Wie der Bürgermeister jüngst vor den Stadtvätern wissen ließ, beabsichtigt die Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark derzeit nicht, ihre derzeit unter dem Dach des Krankenhauses untergebrachte Rettungswache an das künftige Domizil der Brandschützer anzudocken.

Ein Teil des Platzes war früher ein Urnengräberfeld

Womöglich werden die Ahnen der Kur- und Kreisstädter bei der Standortentscheidung noch ein entscheidendes Wort mitreden. Denn der auserkorene Platz ist als Bodendenkmal in der Denkmalliste des Landkreises Potsdam-Mittelmark eingetragen. Zwar nicht in seiner kompletten Größe, aber fast bis zur Hälfte. Nachweislich ruhen dort Vorfahren aus der Eisenzeit.

Der heimische Denkmalexperte Thomas Langer erklärt in diesem Zusammenhang, dass die Größe des nachgewiesenen germanischen Urnengräberfeldes noch längst nicht komplett erfasst sei. Damit wäre es durchaus denkbar, dass unter der anvisierten Fläche ebenfalls Urnengräber längst vergangener Tage nachgewiesen werden. Entscheidet sich die Kommune für den Neubau auf dem Turnplatz, sind archäologische Grabungen unumgänglich. Die wiederum könnten die Kosten für den auf 4,2 Millionen Euro teuren Neubau explodieren lassen. Thomas Langer erklärt, dass die Toten die dort bestattet wurden, einst zwischen Weinberg und Rollberg zu Hause waren. Von ihrer Siedlung aus konnten die Menschen in die Niederung auf den Bestattungsplatz der Ahnen schauen. Die heutige Bebauung hat diese Blickachse jedoch längst in die Vergangenheit verbannt.

Rathaus und Feuerwehrleute werben um Verständnis

Zum Leidwesen vieler Bad Belziger soll jetzt auch noch der Turnplatz teilweise verschwinden, der nach Einschätzung des Experten durchaus Flächendenkmalcharakter hat. „Er tand schon immer im Fokus der Öffentlichkeit. Nicht nur zu Zeiten Albert Baurs. Um 1900 fanden dort beispielsweise große Gartenausstellungen statt. Es gibt viele alte Fotografien, die daran erinnern“, so der Fachmann weiter.

Derweil Rathaus und Feuerwehrleute aktuell in der Nachbarschaft um Verständnis werben. Für 4,2 Millionen Euro sollen Stellplätze für neun Einsatzfahrzeuge, Sozial- und Schulungsräume, Werkstatt und Lager entstehen.

Unterschriftenaktion gegen Neubau auf dem Turnplatz gestartet

Doch der Unmut der Anwohner wächst derzeit schneller als von ihnen erwartet. Inzwischen wurde gar eine Unterschriftensammlung gestartet, auf der die Unterzeichner den Neubau der Feuerwache grundsätzlich befürworten - nur eben nicht auf dem Turnplatz. Verwaltung und Blauröcke werden wohl ihrerseits darlegen, unter welchen Bedingungen die Auswahl für den Standort getroffen wurde.

Der Lütter Klaus Pomp, der in der Stadt das Erbe Albert Baurs pflegt, sieht das Vorhaben ebenfalls mit einer Träne in den Augen. Er sagt: „Brandenburgweit ist der Turnplatz in Bad Belzig der einzige erhalten gebliebene authentische Platz seiner Art“. Erst am Dienstag hatte Gerd Stein vom Forum für Sportgeschichte in Berlin in einem Referat auf die Bedeutung Baurs in der Berlin-Brandenburgischen Turnerschaft und auf diese Besonderheit hingewiesen.

Von Christiane Sommer

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