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US-Bürger im Fläming setzt auf Clinton

Präsidentschaftswahl in den USA US-Bürger im Fläming setzt auf Clinton

Für Janice von Bothmer ist es eine Wahl zwischen Pest und Cholera. Die US-Bürgerin lebt heute in Locktow in Potsdam-Mittelmark und hat sich entschieden, bei der nun anstehenden Wahl des neuen Präsidenten in den Vereinigten Staaten nicht mitzumachen. Ben Salzer aus Illinois setzt klar auf Hillary Clinton.

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Das gefällt der Kandidatin: Die demokratische Bewerberin Hillary Clinton posiert mit einem Anhänger für ein Selfie.

Quelle: AFP

Locktow/Borkwalde. Vor Janice von Bothmer liegen zwei vollgeschriebene Seiten. Die eine beschäftigt sich mit Hillary Clinton, die andere mit Donald Trump. Auf jeder Seite stehen sich Für und Wider gegenüber. Janice von Bothmer hofft, dass Clinton bei der Präsidentschaftswahl am kommenden Dienstag als Siegerin hervorgeht. Am liebsten wäre ihr allerdings irgendein dritter Kandidat. „Es ist eine Wahl zwischen Pest und Cholera“, sagt sie offen, da sie gegen beide Vorbehalte hat. Janice von Bothmer kommt aus Atlanta im US-Bundesstaat Georgia, lebt heute in Locktow und will sich nicht an dieser Wahl beteiligen.

Janice von Bothmer  lebt heute in Locktow

Janice von Bothmer lebt heute in Locktow.

Quelle: Andreas Koska

Wie sie hat Ben Salzer Bedenken. „Ich bin von keinem der beiden beeindruckt oder überzeugt“, sagt der in Borkwalde lebende US-Amerikaner. Er empfinde „nur Enttäuschung und eine Art Fremdschämen. Wenn ich die Wahl hätte, wurde ich Bernie Sanders ins Amt berufen, da er um die europäischen Sozialwerte viel weiß, und als Wahlversprechen vor hatte, diese ins amerikanischen System einzugliedern“.

Janice von Bothmer fühlt sich wohl in Locktow. „Hier kann ich die Seele baumeln lassen, genieße die Ruhe und die Natur“, begründet sie die Wahl des Wohnorts. Nach einer schweren Krankheit will sie die Hektik hinter sich lassen. Die Heimat in Übersee, die sie vor 16 Jahren verlassen hat, lässt sie trotzdem nicht los. Täglich beobachte sie die Nachrichten, versuche sich in die Seele ihrer Landsleute zu versetzen. „Jeder junge Amerikaner sollte mindestens ein Jahr im Ausland leben, um zu sehen, wie woanders gelebt und gedacht wird.“ Sie fasste den Entschluss, als George W. Bush Präsident wurde. „Da wollte ich weg.“ Mit ihrem Mann zog sie nach München, von dort nach Spanien, wo sie acht Jahre lebten, schließlich nach Brandenburg. Hier unterrichtet sie privat Englisch.

Wahl in den USA

Die Wahl findet alle vier Jahre immer am ersten Dienstag nach dem 1. November statt. Es wird in jedem Bundesstaat separat ausgezählt.

Jeder Bundesstaat entsendet danach Wahlmänner und -frauen, die verpflichtet sind, die Stimme für den Kandidaten abzugeben, der in ihrem Staat die Mehrheit erreicht hat.

Am 20. Januar 2017 beginnt die Amtszeit des nächsten Präsidenten.

Von dem deutschen Gesundheitssystem ist sie überzeugt. „In den USA hätte ich meine Krankheit sicher nicht überlebt.“ Deshalb sei sie eine glühende Verfechterin der Krankenversicherung, die US-Präsident Barack Obama eingeführt hat. „Trump würde sie sofort wieder abschaffen“, glaubt sie. Allein das wäre ein Grund, ihn nicht zu wählen. Die Zweifel an beiden Kandidaten haben sie bewogen, sich in kein Wählerverzeichnis eintragen zu lassen. Sie macht nicht mit. Ihre Stimme wäre in Georgia gezählt worden.

Die Stimme von Ben Salzer aus Borkwalde wird in Illinois ausgezählt, wo sein letzter Wohnsitz Chicago liegt. „Als ich in diesem Jahr in den USA, sogar in meinem Wahlkreis Chicago, bin ich ins zuständige Amt gegangen und habe mich für meine Briefwahl in Deutschland gemeldet. Der Beamte schien sehr erfreut endlich mal einen Wähler kennenzulernen“, erzählt Salzer und lacht. Und? „Trump geht nicht“, sagt er offen und hofft auf den Sieg von Clinton.

Auch er hat seine Anhänger

Auch er hat seine Anhänger: Donald Trump.

Quelle: EPA

Während Ben Salzer die Nacht von Dienstag zu Mittwoch am Urlaubsort ruhig verbringen will, werden Janice und Michael von Bothmer die ganze Nacht vor dem Fernseher sitzen. „Dann klappt irgendwo wieder etwas nicht und man wird doch drei Tage warten müssen“, lästert Michael von Bothmer und denkt dabei an die Probleme mit der Auszählung der Stimmen im Jahr 2000 in Florida. Damals gewann Republikaner Bush knapp gegen Al Gore – obwohl der demokratische Gore in absoluten Zahlen von mehr Amerikaner gewählt worden ist.

Von Andreas Koska

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