Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 5 ° heiter

Navigation:
Über 400 Millionen Chipwiderstände jährlich

Teltower Firma schreibt Erfolgsgeschichte Über 400 Millionen Chipwiderstände jährlich

Vor 25 Jahren haben zwei Teltower CvO- Bereichsleiter die Entwicklungscrew vor dem Aus gerettet, indem sie die Firma „microtech GmbH electronic“ gegründet haben. Heute ist einer der Firmengründer immer noch Chef und hat 54 Beschäftigte, die hochwertige Chipwiderstände für den Weltmarkt produzieren. Exportiert wird bis nach Shenzhen in China.

microtech, Teltow, Oderstraße 42, 52.40115 13.24887
Google Map of 52.40115,13.24887
microtech, Teltow, Oderstraße 42, Mehr Infos
Nächster Artikel
Neue Chance auf barrierefreien Bahnhof

Die Geschäftsführer Michaela Behrendt und Joachim Barthel (vorn) mit den Mitarbeitern Winfried Jenke, Katrin Martin, Gerd Nowak, Enrico Schlüter und Jörg Stahnke (hintere Reihe v.l.).

Quelle: privat

Teltow. Die Zeit nach dem Mauerfall und vor der Wiedervereinigung ist vielen als „wilder Osten“ ein Begriff, der die verschiedensten Erinnerungen weckt. Die Firma „microtech GmbH electronics“, die heute als Hersteller hochwertiger Chipwiderstände auf dem Weltmarkt geschätzt wird, hat ganz besondere: 1990 stand das junge Bereichsteam „Chipwiderstand“ des Carl-von-Ossietzky-Werkes Teltow (CvO) kurz vor dem großen Wurf. Talentierte, junge Fachmänner und -frauen hatten leidenschaftlich an der Technologieentwicklung für den Chipwiderstand gearbeitet. Die Produktionsstrecke war fast komplett, zur Wende stand man kurz vor der Überführung der Technologie in die Serienproduktion. Dann wurde plötzlich alles gestoppt. „Null-Stunden-Kurzarbeit“ – Für mehr als 6000 Mitarbeiter des „CvO“ und für mehr als 5000 Mitarbeiter des benachbarten Geräte- und Regler-Werkes (GRW). Ein Schock für die ganze Stadt Teltow!

Auch viele der Arbeitsplätze der neuen Abteilung „Chipwiderstand“ wären betroffen gewesen. All diese Menschen mit Tatendrang und Ehrgeiz kurz vor dem Ziel nach Hause schicken? Nein, sagten sich die Chefs von Produktion und Entwicklung und ergriffen beherzt die Gelegenheit der Stunde. So wurden Joachim Barthel und Horst Schmidt zu Unternehmern, kauften den Firmenteil „Chipproduktion“ von der Treuhand aus dem damaligen CvO-Kombinatsbetrieb heraus und gründeten die „microtech GmbH electronic“. Hier fanden dann 56 Menschen wieder eine Arbeit und eine neue Herausforderung. Am 4. Oktober 1990, dem ersten vereint bundesdeutschen Arbeitstag, wurde das Unternehmen in das Handelsregister Potsdam eingetragen und somit die Privatisierung besiegelt.

Im Jahr 2000 stand die Firma dann kurz vor der Insolvenz, Horst Schmidt verstarb. „Aber ich habe immer alle Löhne gezahlt und wir haben durchgehalten, auch als alles zu scheitern drohte“, berichtet Barthel nicht ohne Stolz. Ohne irgendeine Hilfe der Landesregierung habe er das Unternehmen mit 13/14 Leuten völlig neu aufgebaut. Heute arbeiten wieder 54 Kollegen – freilich mit einem anderen Automatisierungsstand – in dem Betrieb an der Oderstraße, in den seit seiner Gründung etwa 11 Millionen Euro Investitionen geflossen sind. Über 95 Prozent Eigenkapital stecken in der Firma und „wir haben null Schulden“, freut sich der heute 71-jährige Inhaber. Im Jahr 2008 holte er seine Tochter Michaela Behrendt (46) in die Firma. 2011 wurde die Bankkauffrau neben dem Vater zur Geschäftsführerin und Gesellschafterin. „Das macht mich besonders stolz. Vor sechs Jahren hätte ich ja alles für Millionen verkaufen können, aber so bin ich viel glücklicher“, sagt der gelernte Ingenieur für Maschinenbau. Vor einem Jahr hat er auch seiner anderen Tochter Gesellschafteranteile vererbt.

Die Teltower Firma hat sich auf dem Weltmarkt der Elektroindustrie erfolgreich etabliert und macht laut Barthel einen Jahresumsatz von vier bis fünf Millionen Euro. Auf der Liste seiner langjährigen und strategischen Partner führt der Betrieb das „Who is Who“ der Branche. Die in Deutschland beheimatete Produktion fertigt mit hohem Automatisierungsgrad jährlich insgesamt über 400 Millionen Chipwiderstände. Vom Teltower Traditionsstandort der Elektroindustrie aus versorgt „microtech“ seine Kunden für sogenannte High-End-Devices, wie Automatisierungs-, Medizintechnik oder Geräte für Mess- und Regeltechnik mit Chipwiderständen und Sensoren. „In jedem Computertomographen stecken 36 000 Bauteile von uns“, sagt Barthel. Und: „Wir sind weltweit Vorzugslieferant für Siemens.“

Rückblickend betont der Firmengründer: „Jeder Einzelne, ob in Produktion, Verwaltung oder im Vertrieb beziehungsweise bei unseren weltweiten Vertriebspartnern hat seinen Anteil an 25 Jahren erfolgreicher Unternehmensgeschichte.“ Die meisten der Mitarbeiter stammen aus der Region. Joachim Barthel findet, „dass sich Teltow gut entwickelt und der Standort fundamental ist“. So, wie die Stadt habe auch seine Firma eine „sehr positive Entwicklung“ genommen. „Schade nur, dass der Bürgermeister noch nie den Weg zu uns gefunden hat“, bedauert der Alt-Chef. Jede Menge Steuern zahle man ja. Aber die Festagslaune zum 25. Firmenjubiläum lassen sich Barthel, Behrendt und Co. deshalb nicht vermiesen.

Exporte bis nach China

Am 4. Oktober 1990 hat Joachim Barthel, Inhaber und Geschäftsführer der microtech GmbH electronic, gemeinsam mit einem weiteren Mitbegründer das Unternehmen in das Handelsregister Potsdam eintragen lassen und somit die Privatisierung besiegelt.

Die in Deutschland beheimatete Produktion fertigt mit hohem Automatisierungsgrad jährlich insgesamt über 400 Millionen Chipwiderstände und Sensoren in zwei verschiedenen Fertigungstechnologien für jeweils neun verschiedene Baugrößen. Angeboten werden 18 Standard-Produktserien mit jeweils drei möglichen Kontaktierungsvarianten und spezielle Serien etwa für automotive Anwendungen. Kombiniert mit den geforderten Widerstandswerten, die von 20 Milliohm bis hin zu Gigaohm reichen, ist das Produktionsspektrum enorm umfangreich und flexibel.

Heute ist microtech auf dem globalen Weltmarkt der Elektroindustrie etabliert und exportiert bis nach China.

Kontakt: microtech GmbH electronic, Teltow, Oderstraße 42, Telefon: 03328/3 08 24 20

 

Von Claudia Krause

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam-Mittelmark

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg