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Überall Graffiti: 2.000 Euro Belohnung

Schmierereien in Bad Belzig Überall Graffiti: 2.000 Euro Belohnung

Es war nicht das erste Mal, dass in Bad Belzig Gebäude mit Graffiti beschmiert worden. Gerade das Bahnhofsgebäude ist immer wieder Ziel der Täter – die Schäden dort reichen von bemalten Wänden über zerkratzte Scheiben bis hin zu kaputten Schaukästen. Die Beschädigten glauben aber nicht daran, dass die Täter entsprechend bestraft werden.

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Ingo Krugmann von den Stadtwerken am beschädigten Bahnhofsgebäude.

Quelle: josephine mühln

Bad Belzig. Gleich mehrere Gebäude in Bad Belzig sind am Wochenende von Graffiti-Sprayern beschmiert worden. Die Polizei fand unter anderem Verunreinigungen an der Giebelwand der Fleischerei Steinhaus in der Bahnhofsstraße, an einer Wand des Schuhhauses Seidel in der Wiesenburger Straße und am Bahnhofsgebäude. Vom Büro des dort ansässigen Landschaftsarchitekten Gunnar Lange wurde eine Scheibe zerstört.

Beschmierte Wände in Bad Belzig

Beschmierte Wände in Bad Belzig.

Quelle: J. Mühln

Der Polizei waren zwei Personen aufgefallen, die sich gerade mit Farbe an einer Mauer zu schaffen machten – beiden flüchteten, als sie den Streifenwagen erblickten. Einen Tatverdächtigen konnten die Beamten festhalten, der andere konnte nicht gestellt werden. Die beiden 18 und 20 Jahre alten Männer konnten jedoch anhand ihrer Personalausweise identifiziert werden. Der gefasste Tatverdächtige trug auch den Ausweis seines Komplizen bei sich.

Gegen die beiden wurde Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet, derzeit laufen noch die Ermittlungen der Polizei. Angaben zur Schadenshöhe konnten noch nicht gemacht werden. Bei einer Verurteilung erwartet die Täter eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren. Die Stadtwerke haben indes für Hinweise, die zu den Tätern führen, die ihre Gebäude beschädigten, eine Belohnung von 2 000 Euro ausgesetzt. Es ist davon auszugehen, dass es sich bei ihnen ebenso um die beiden vom Wochenende handelt. Um aber schlussendlich Licht ins Dunkel zu bringen, wurde die Prämie ausgelost.

Schmierereien am Bahnhof

Schmierereien am Bahnhof.

Quelle: J. Mühln

Diese Graffiti-Attacke war nicht die erste in Bad Belzig. „Seit zwei, drei Jahren kommt das immer wieder vor“, sagt Joachim Steinhaus von der gleichnamigen Metzgerei. Er wünscht sich, dass die Täter entsprechend bestraft werden, glaubt aber fast schon nicht mehr daran. „Was passiert denn, wenn sie die dann kriegen? Nichts!“

Auch Anna Grimm, Inhaberin des beschmierten Schuhgeschäftes in der Wiesenburger Straße, findet die Taten „äußerst ärgerlich“. Ihr Sohn, dem das Haus gehört, sei zwar versichert. „Aber inwieweit uns das bei so einem Fall weiterhilft, müssen wir erst noch sehen“. Besonders frustrierend: Das Haus wurde erst vor knapp drei Jahren saniert, die Fassade bekam einen neuen Anstrich. „Und auch für die Stadt ist das kein schönes Bild, wenn man über die Wiesenburger Straße reinkommt“, sagt Grimm.

„Wir sind sauer und betrübt, dass das mittlerweile solche Formen annimmt“, sagt Ingo Krugmann von den Stadtwerken, denen das Bahnhofsgebäude gehört. Der Technische Leiter hat den Umbau des Bahnhofs bis zur Fertigstellung 2012 begleitet. Seitdem gebe es dort immer wieder Probleme mit Vandalismus, erzählt er. Zerkratzte Scheiben, Schmierereien an den Wänden, kaputte Schaukästen – die Liste ist lang.

Haus erst vor drei Jahren saniert

Krugmann ärgert sich vor allem über den fehlenden Respekt vor dem alten Gebäude und dem Eigentum anderer, sagt er. „Wir müssen denen mit aller Härte zeigen, wo der Hammer hängt. Aber das Problem ist, dass du die Leute auf frischer Tat ertappen musst – mit der Sprühdose in der Hand.“ Krugmann hatte bereits nach der Fertigstellung des Bahnhofsgebäudes 2011 darüber nachgedacht, Kameras zu installieren, die Sprayer abschrecken. Das sei aber letztendlich an den zu hohen Datenschutzbestimmungen gescheitert. „Man darf beispielsweise nur sein eigenes Grundstück filmen, aber wie sollen wir das anstellen, wenn an die Hinterseite des Gebäudes direkt das Bahnhofsgelände grenzt?“

Landschaftsarchitekt Lange meint, es sei auch für ihn als Mieter „frustrierend, laufend Geld und Zeit“ für den Vandalismus zu verschwenden. Er habe sein Büro gerne dort, allerdings schwinde diese durch die Schmierereien. „Man muss ja ständig Angst haben, dass wieder was kaputt gemacht wurde, wenn man morgens zur Arbeit kommt“, sagt Lange. „Wenn ich keine Alarmanlage hätte, würde ich gar nicht mehr ruhig schlafen.“

Von Josephine Mühln

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