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Überfüllte Sondersitzung in Linthe

Motelbau im Gewerbegebiet Überfüllte Sondersitzung in Linthe

Im überfüllten Hotel-Saal fand am Montag eine Sondersitzung der Linther Gemeindevertretung statt. Hauptthema waren Pläne der Spargelhofbetreiber Jakobs aus Beelitz und Schäpe, im Gewerbegebiet Linthe ein Motel zu bauen. Dieses könnte zum Flüchtlingsquartier werden. Priorität habe diese Nutzung für die Investoren derzeit aber nicht, sagten die Gebrüder Jakobs.

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Überfüllt war der Saal zur Sonder- sitzung der Linther Gemeindevertreter.

Quelle: Th. Wachs

Linthe. Riesiges Interesse herrschte am Montagabend zur Sondersitzung der Gemeindevertretung Linthe. Im überfüllten Saal des Hotels „Linther Hof“ ging es hauptsächlich um Pläne für den Bau eines Motels im Gewerbegebiet. Wie berichtet, wollen die Betreiber der Spargelhöfe Jakobs aus Schäpe und Beelitz dort auf einem rund 33 000 Quadratmeter großen Areal direkt an der Autobahn 9 investieren. Für das geplante Motel stehe die Nutzung als Unterkunft für Asylbewerber und Flüchtlinge derzeit nicht im Vordergrund. „Jedoch würden wir niemals nie sagen“, so Josef Jakobs, der Chef des Spargelhofes in Schäpe. Er setzt großes Vertrauen in die Region im Süden Berlin und sieht großes wirtschaftliches Wachstumspotenzial für Fremdenverkehr sowie vor allem Übernachtungsmöglichkeiten. „Darum kommt das Motel definitiv“, sagte der Investor. Ergänzt werden könnte es um einen Fläming-Markt für regionale Produkte sowie womöglich um Gewerbebetriebe, so Josef Jakobs. Sollte „der gesellschaftliche Druck zur Unterbringung von Flüchtlingen jedoch größer werden, schließen wir das auch für Linthe nicht aus“, so Josef Jakobs. Er und sein Bruder sicherten eine „offene Kommunikation“ zu dem Thema zu. „Wir haben nichts zu verbergen“, sagte Jürgen Jakobs.

Bereits Erfahrungen mit Flüchtlingsquartieren

In Schäpe und Beelitz-Heilstätten bieten die Unternehmer bereits Quartiere für insgesamt knapp 80 Bewohner an. „Doch benötigen wir die Container in Schäpe ab Februar wieder für unsere Helfer zur Spargelernte“, sagte Josef Jakobs. Entsprechend sei der mit dem Landkreis Potsdam-Mittelmark geschlossene Vertrag gestaltet. Für konkrete Angaben zu dem Bauvorhaben in Linthe sei es jedoch noch einige Wochen zu früh, so Jakobs. Denn er und sein Bruder haben das Gelände an der Westfalenstraße erst am 31. August „überraschend günstig für elf Euro je Quadratmeter im Rahmen einer Zwangsversteigerung erwerben können“, erzählte der Spargelhofbetreiber in Linthe.

Nicht alles ist möglich

Das Areal im Gewerbegebiet Linthe, das nun für den Bau eines Motels vorgesehen ist, gehört zu einem 1993 im Bebauungsplan von der Gemeinde als „sonstiges Sondergebiet“ ausgewiesenen Bereich.

Dieser Status gilt zudem für ein Grundstück auf der gegenüberliegenden Seite der Westfalenstraße.

Zugelassen sind aktuell Beherbergungsbetriebe, Gastronomie, Tankstelle, Vergnügungsstätten, Geschäfte und Ähnliches. Solche Dienstleister haben sich dort bereits angesiedelt.

Dort hatten vor allem die spontanen Aktivitäten auf dem privaten Gewerbegrundstück für Verwirrung gesorgt. Denn noch während der Sperrzeit zum Naturschutz ließen die Investoren ohne Sondergenehmigung Bäume und Sträucher beseitigen. „Das war ein Schnellschuss, dafür entschuldigen wir uns“, sagte Jürgen Jakobs am Montagabend in Linthe.

Wohl voreilig wurden auf dem Baugrundstück Bäume gefällt

Wohl voreilig wurden auf dem Baugrundstück Bäume gefällt.

Quelle: Thomas Wachs

Dort wurden im Publikum bezüglich eines möglichen weiteren Flüchtlingsquartiers im Brück/Linther Gewerbegebiet auch Bedenken laut. So fürchten einzelne Einwohner, die aus Brück und Linthe zahlreich erschienen waren, dass die Aufnahmekapazität der Region überstrapaziert werden könnte.

Bürgermeister fordert gleichmäßige Verteilung

Linthes Bürgermeister, Ottheiner Kleinerüschkamp (CDU), plädierte für eine „gleichmäßige Verteilung von Asylanten im Land“, um die Herausforderungen meistern zu können. „Wenn das Brücker Wohnheim mit bis zu 370 Menschen belegt sein wird, haben wir hier den angestrebten Schlüssel von 1:30 erreicht“, so der Ortschef. „Doch sollten wir tun, was wir können, um auch Wohnungen für Menschen bereit zu stellen, deren Asylantrag bewilligt ist“, sagte der Bürgermeister. Er geht davon aus, dass die Situation ohne große Konflikte zu meistern ist.

Der Brücker Amtsdirektor verwies auf den Status als „sonstige Sonderfläche“ für das von den Gebrüdern Jakobs erworbene Grundstück im Gewerbegebiet. „Es ist laut Bebauungsplan derzeit kein Gewerbegrundstück und nur für spezielle Nutzungen ausgewiesen“, sagte Christian Großmann. Das jedoch könne mit Beschluss der Gemeindevertretung jederzeit auch geändert werden, sagte der Brücker Verwaltungschef. Er habe am Montag das erste Mal mit den Investoren zu deren Vorhaben telefoniert.

Von Thomas Wachs

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