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Überlebenstraining in der Grundschule

Menschen im Fläming Überlebenstraining in der Grundschule

Bei Christian Senft lernen Viertklässler, wie man sich ein Schnitzmesser baut und Wasser aus Pflanzen gewinnt. Der 33-jährige Erzieher ist Archäotechniker, er weiß, wie die frühen Handwerker arbeiteten. Diese Kenntnisse gibt der Treuenbrietzener weiter. Dass seine Schützlinge keinen Unsinn anstellen, erreicht Senft mit viel Vertrauen in die Kinder.

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Christian Senft vermittelt frühe Handwerkstechniken.

Quelle: Foto: Thomas Wachs

Treuenbrietzen. Bei Christian Senft dürfen Kinder erst einmal alles. „Ich gebe einen Vertrauensvorschuss“, sagt der 33 Jahre alte Erzieher, „aber sie wissen auch, wenn sie Blödsinn machen, dann gibt es sofort Konsequenzen.“ Denn Blödsinn machen könnten die Kleinen durchaus, wenn Senft ihnen Schnitzmesser und Feuerholz an die Hand gibt.

Der Treuenbrietzener ist Horterzieher an der örtlichen Grundschule, dank seiner Zusatzqualifikationen – Senft hat Ausbildungen zum Überlebenstrainer und zum Archäotechniker absolviert – bringt er seinen Schützlingen auch bei, wie die Natur funktioniert. Drei Jahre lebte er in Österreich und erlernte dort altertümliche Handwerks- und Jagdtechniken. Dieser als Archäotechnik bezeichnete Zweig der Archäologie ist Christian Senfts Leidenschaft.

So lernen die Grundschüler, die Senfts Arbeitsgemeinschaft besuchen, wie man sich ein eigenes Schnitzmesser baut. Außerhalb der Schule bietet er Wochenendseminare und ganze Camps in freier Wildbahn an. Irgendwann soll das Lehren zum Hauptberuf werden, hofft der Treuenbrietzener.

„Notunterkunft bauen, Feuer machen, Wasser aus Pflanzen gewinnen“, zählt er auf, was er zu lehren hat. Mit Christian Senft kann man Felle gerben und Trommeln bauen. Dem Erzieher geht es darum, den Jugendlichen zu zeigen, dass sie auch ohne Erwachsene etwas erreichen können. „Sie schaffen gemeinsam etwas, finden ihre Stärken und lernen, darauf zu vertrauen“, sagt Senft. Er selbst war in seiner Kindheit gern draußen, Buden bauen und herumstromern gehörten dazu.

„Das machen die Kinder ja auch heute noch“, sagt Christian Senft. Doch er beobachtet, dass sich die Ängste der Eltern heute mehr auf die Kinder übertragen als früher. Deshalb ist es seine Mission, der Fläming-Jugend den Bezug zu ihrer Umwelt zurückzugeben. „Wir sind ein Teil der Natur“, beschreibt der Erzieher seine Philosophie, „wir stehen nämlich nicht drüber sondern mittendrin.“

Von Saskia Kirf

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