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Potsdam-Mittelmark Überraschender Vorschlag im Bauhof-Streit
Lokales Potsdam-Mittelmark Überraschender Vorschlag im Bauhof-Streit
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20:39 28.02.2018
Der Kleinmachnower Bauhof benötigt bei einem Umzug allein schon rund 20 000 Quadratmeter für sich, sagt Bürgermeister Michael Grubert. Quelle: K. Kobel-Höller
Stahnsdorf

Eine unerwartete Wendung nimmt die Diskussion um das Grundstück, das seit November in Stahnsdorf für den geplanten regionalen Bauhof frei gehalten und seitdem heiß umkämpft wird: Die kreiseigene Abfallwirtschaftsgesellschaft Potsdam-Mittelmark (APM) tritt für einen gemeinsamen Sitz der beiden Betriebe im Stahnsdorfer Gewerbegebiet ein. „Das Grundstück ist 22 000 Quadratmeter groß – da müssen doch beide Unternehmen Platz haben“, ist Axel Mueller, Vorsitzender des APM-Aufsichtsrates, überzeugt. Er hofft auf Synergien: „So könnte man auch Geld sparen, zum Beispiel mit einer gemeinsamen Zufahrt.“ Die APM sei jedenfalls „voll dafür und startklar.“ Mueller geht davon aus, dass das Unternehmen am 1. Januar 2019, dem geplanten Starttermin des regionalen Bauhofes, direkt mitziehen könne.

Bereits in der jüngsten Stahnsdorfer Gemeindevertretersitzung hatten Bürgermeister Bernd Albers und seine Fraktion Bürger für Bürger (BfB) versucht, einen Teilverkauf der für den Bauhof geblockten Fläche zu erreichen. Die APM hatte angefragt, ob sie ein Grundstück für einen neuen Wertstoffhof in der Region erwerben könnte. Aus Sorge, damit den regionalen Bauhof zu gefährden, stimmte die Mehrheit der Kommunalpolitiker gegen einen Verkauf und damit die Ansiedlung der APM.

Die Abfallwirtschaft Potsdam-Mittelmark GmbH hat für ihren Wertstoffhof in der Region in Teltow eine Fläche angemietet. Sie möchte allerdings in Stahnsdorf auf ein eigenes Grundstück ziehen. Quelle: Archiv/Olaf Möldner

„Das ist für mich unverständlich“, äußerte sich Aufsichtsratschef Mueller enttäuscht. „Die Stahnsdorfer Gemeindevertreter sind nicht willens, diese Chance aufzugreifen. Sie denken nicht über die Potenziale und Synergien nach – das sollte man aber unbedingt.“ Gemeindevertreter Heiko Spleet (SPD) findet jedenfalls die neue Idee nicht schlecht: „Da bin ich aufgeschlossen, wenn das die Fläche dort hergibt“, gibt er sich gegenüber der MAZ kompromissbereit. Gerold Maelzer (BfB) ist überrascht: „Für mich war das eigentlich schon abgeschlossen – aber ich hätte gar kein Problem damit, wenn beide Unternehmen auf diesem Grundstück wären. Ich halte aber für den Bauhof immer noch die Variante für sauberer, dass sich die drei Kommunen gemeinsam ein Grundstück aussuchen. Im Gewerbegebiet gibt es noch 35 000 Quadratmeter, die der DIN gehören. Das Unternehmen hat auch Interesse bekundet, sie zu verkaufen.“

Auch wenn Kleinmachnows Bürgermeister Michael Grubert (SPD) mehrfach versichert hatte, dass vom Zweckverband selbstverständlich der von Stahnsdorf verlangte Preis für die Fläche bezahlt werde, sei er skeptisch, wie es laufen würde, wenn es um die Details des Kaufvertrags ginge. Für eine Ansiedlung der APM in Stahnsdorf sieht er jedenfalls mehrere gute Gründe: „Es ist ein Service für den Bürger aus der Region. Das Grundstück ist zentral gelegen, es gibt keine Anrainer, die sich gestört fühlen könten und es sind eigentlich keine anderen geeigneten Flächen in der Region mehr verfügbar.“

Kleinmachnows Bürgermeister bleibt skeptisch

Die drei Bürgermeister der Gemeinden Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf, Thomas Schmidt und Michael Grubert (beide SPD) sowie Bernd Albers (BfB), haben unterdessen eine knappe gemeinsame Erklärung zum neuen Vorschlag abgegeben: „Vorbehaltlich einer planerischen Prüfung ist das durchaus vorstellbar“, lassen sie über Stahnsdorfs Pressesprecher Stephan Reitzig verlautbaren. Grubert bleibt aber skeptisch: „Es wäre eine tolle Sache, wenn es klappen würde. Ich fürchte aber, dass das Grundstück das nicht hergibt.“ Er meint, der Kleinmachnower Bauhof benötige allein schon eine Fläche von 20 000 Quadratmeter. Das entspräche quasi dem gesamten reservierten Areal. Teltows Stadtchef Schmidt sieht in der Idee ein „sehr positives Anliegen“. „Wir verfolgen einen gemeinsamen Bauhof – alles, was dieses Ansinnen ergänzt, wird nicht ablehnend betrachtet. Es muss passen.“ In erster Linie müsse jedoch Stahnsdorf erwägen, was letztendlich möglich sei.

Die APM hat derzeit ein Grundstück in Teltow gepachtet – aber nicht von der Stadt. Sie müsste bei einem Umzug der Gesellschaft auf deren Gewerbesteuer verzichten, die sich im niedrigen vierstelligen Bereich bewegen soll.

Bauhof Kleinmachnow hat 40 Angestellte und 43 Fahrzeuge

Die drei Kommunen Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf haben bereits vor längerer Zeit beschlossen, einen Gemeinsamen Bauhof zu errichten.

Eine Arbeitsgruppe bereitet derzeit den Start des künftigen Zweckverbandes Bauhof der Region vor. Der Arbeitsgruppe gehören die jeweiligen Bürgermeister der drei Kommunen an sowie die jeweils zuständigen Sachbearbeiter der Verwaltungen.

Die APM hat in Teltow eine Fläche für ihren Wertstoffhof angemietet. Die Gesellschaft möchte allerdings auf einen eigenen Grund und Boden ziehen.

Weitere Wertstoffhöfe der APM befinden sich in Werder und am Hauptsitz der Abfallentsorgungsgesellschaft in Niemegk.

Im Bauhof Kleinmachnow arbeiten derzeit rund 40 festangestellte Mitarbeiter.

Der Fuhrpark in Kleinmachnow umfasst aktuell 43 Fahrzeuge. 35 davon waren nach dem Beschluss zur Bildung des gemeinsamen Bauhofes von der Gemeinde angeschafft worden.

Von Konstanze Kobel-Höller

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