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Überraschung vom Himmel herab

Lütte Überraschung vom Himmel herab

Mit überraschenden Fallschirmsprüngen begann diesmal der traditionelle Nachtpokallauf der Feuerwehren in Lütte. An den Start zum Wettkampf in völliger Dunkelheit gingen sodann 25 Männerteams und vier Frauenmannschaften. Längst ist das Ereignis aber nicht nur ein besonderer Leistungsvergleich.

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Bei völliger Dunkelheit geht in Lütte der Nachtpokallauf der Feuerwehren über den Wettkampfplatz.

Quelle: Dirk Fröhlich

Lütte. Mit einer Überraschung hoch vom Himmel herab konnte die 14. Auflage des Lütter Nachtpokallaufes der freiwilligen Feuerwehren aufwarten. Zwar starteten die Wettkämpfe am Sonnabend erst nach 22 Uhr bei völliger Dunkelheit. Doch gab es den ersten Höhepunkt schon Stunden früher. Dafür verantwortlich war der Fallschirmspringer und Sprunglehrer Nils Klages. Der 43-Jährige ist vor kurzem mit seiner Familie nach Lütte gezogen. Nun eröffnete er mit seinen Sportfreunden das Feuerwehrtreiben mit einem Absprung aus 1300 Metern Höhe.

In seinem neuen Heimatort Lütte sorgten  Nils Klages (li) und  seine Fallschirm-Freunde für eine Überraschung  zum Nachtpokallauf der Feuerwehren

In seinem neuen Heimatort Lütte sorgten Nils Klages (li.) und seine Fallschirm-Freunde für eine Überraschung zum Nachtpokallauf der Feuerwehren.

Quelle: Andreas Koska

Um 19.45 Uhr war ein Cessna-Flugzeug in Lüsse gestartet. An Bord Nils Klage und drei seiner Kameraden. Zehn Minuten später springen sie am bedeckten und nicht mit Regentropfen sparenden Firmament aus der Maschine. „Es sind anspruchsvolle Sprünge, der Wind ist wechselhaft, die schlechte Sicht kommt hinzu“, sagt Marko Koark. Er koordiniert den Sprung vom Boden aus. „Ich selbst springe seit 25 Jahren und habe etwa 3600 Sprünge absolviert“, so Koark. Wie alle Beteiligten gehört er dem Team „Skydive“ vom Finsterwalder Lausitz-Flugplatz an.

Beinahe wäre der Start in Lüsse noch abgesagt worden, da eine starke Regenfront nahte. „Wir wären aber auch bei starkem Regen gesprungen“, betont Nils Klages. An dem Abend eilt er samt Mannschaft schon zum nächsten Termin. „Wir müssen noch vor Sonnenuntergang auf dem Flugplatz in Schacksdorf sein, keine Zeit also, uns hier aufzuhalten“, sagt Klages und dankt in Lütte noch schnell für den Applaus.

Party bis in den frühen Morgen

Nun gehörte das Feld den Feuerwehrsportlern. Die Regenfront ist bis zum Wettbewerb wieder verschwunden. So konnten alle 25 Männerteams sowie vier Frauenmannschaften unter gleichen Bedingungen starten. Die Neschholzerin Tatjana Schmoll war für die Ergebnisdokumentation zuständig, während ihr Mann Frank als Oberschiedsrichter fungierte. Für beide gab es Grund zur Freude. Denn die Feuerwehrmannschaft aus ihrem Dorf gewann in diesem Jahr den Wettbewerb, gefolgt von Caputh und Kuhlowitz. Bei den Frauen triumphierte Schwanebeck vor Rieben und Plötzin. Für Neschholz blieb der undankbare vierte und letzte Platz. Die Gastgeber wurden Neunte unter den 25 Männer-Mannschaften.

Etwas enttäuscht zeigten sich die Tremsdorfer. Als erste Mannschaft blieben sie bei ihrem Löschangriff mit 28,7 Sekunden unter der magischen Grenze von 30 Sekunden. Im Vorjahr wurden sie dritte, jetzt sollte der Sieg her. Trotz des guten Anfangs reichte es am Ende zwar für den Finaldurchgang, in diesem schlossen sie aber als Schlechteste ab, so dass am Ende nur der zehnte Platz blieb.

Teilnehmer aus dem Süden Brandenburgs

Neben der Feuerwehrmannschaften zieht es auch Kameraden ins Stadion an der Hufeiseneiche, die lediglich als Zuschauer kommen. „Wir wollen nicht am Wettkampf teilnehmen, wir hatten keine Zeit zum Üben“, sagt Ortswehrführer Michael Göde aus Cammer. Je später der Abend wird, desto mehr finden sich auch jugendliche Gäste ein. Denn der Nachpokallauf entwickelt sich über den Wettkampf hinaus immer stärker zu einem Party-Höhepunkt für die Jugend. Zwar stehen die Sieger schon kurz nach Mitternacht fest, gefeiert wird jedoch stets bis in die frühen Morgenstunden.

Im Dunkeln  muss jeder Handgriff blind sitzen

Im Dunkeln muss jeder Handgriff blind sitzen. Hier bereiten sich René Zarbock und seine Lütter Gastgeber auf den Start beim Nachtpokallauf vor.

Quelle: Andreas Koska

„Es ist schon Wahnsinn, wenn man sieht, was aus der kleinen Veranstaltung geworden ist“, sagt Organisator und Ortsvorsteher René Zarbock. Er sei immer wieder aufs Neue vom Erfolg überrascht. Am Nachtpokallauf in Lütte nehmen Mannschaften aus dem gesamten Süden Brandenburgs teil. Sie kommen unter anderem aus Zossen, Wagenitz, Kuschkow und Tremsdorf.

„Wie sind zum vierten Mal dabei“, erzählt Philip Hagen. „Wir kommen immer wieder gern nach Lütte“, sagt der Tremsdorfer Ortswehrführer. sien Team nimmt auch am BB-Cup teil, wo ja auch Neschholzer und Schwanebecker Feuerehrsportler aus dem Fläming dabei sind. „So haben wir davon erfahren und waren von der Stimmung in Lütte begeistert“, so Hagen. Weil sein Ortswehr selten im Einsatz sei, drohe das Feuerwehr-Leben eintönig zu werden. „Deshalb ist der Feuerwehrsport für uns eine Abwechslung. Er fördert das Gemeinschaftsgefühl und auch die Attraktivität dieses Ehrenamts“ sagt Philipp Hagen.

Von Andreas Koska

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