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Ultraleicht-Hubschrauber nach Start explodiert

Unfall am Flugplatz in Saarmund Ultraleicht-Hubschrauber nach Start explodiert

Bei einem Unfall mit einem neuartigen Ultraleicht-Hubschrauber in Saarmund haben am Mittwoch zwei Menschen in der Nähe von Berlin schwere Verbrennungen erlitten. Das Fluggerät soll in Saarmund nach dem Betanken beim Starten der Rotoren umgekippt sein, Feuer gefangen haben und explodiert sein.

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Quelle: Julian Stähle

Potsdam/ Saarmund. Am Mittwochnachmittag kam es auf dem Flugplatz Saarmund zu einem Unfall, bei dem zwei Personen schwer verletzt worden sind.

Zunächst sollen zwei Männer einen Ultraleicht Helikopter mehrere Meter aus einem Hangar, des Flugplatzes geschoben haben. Die beiden Männer, im Alter von 57 und 59 Jahren sollen dann in das Fluggerät eingestiegen sein.

Nach derzeitigen Erkenntnissen soll das Fluggerät beim Gasgeben umgekippt, in Brand geraten und explodiert sein.

Abtransport er Verletzten

Abtransport er Verletzten.

Quelle: Julian Stähle

Einer der Beiden Insassen schaffte es selbstständig aus dem brennenden Helikopter heraus und rettete anschließend den anderen aus dem Wrack. Beide mussten zur weiteren Behandlung, durch Rettungshubschrauber in ein Berliner Krankenhaus geflogen werden.

Beim Eintreffen der Polizei war der Brand bereits durch Feuerwehr gelöscht. Aufgrund der Entfernung zum nächst gelegenen Hangar waren zu keinem Zeitpunkt weitere Personen oder Sachen gefährdet.

Mitarbeiter der Kriminalpolizei untersuchen die Reste eines Tragschraubers

Mitarbeiter der Kriminalpolizei untersuchen die Reste eines Tragschraubers.

Quelle: Christian Pörschmann/ dpa

Bislang liegen noch keine Erkenntnisse zur Unfallursache vor. Die Kriminalpolizei ermittelt zum Verdacht einer Fahrlässigen Körperverletzung. Die Ermittlungen dauern an.

Bei dem verunglückten Fluggerät soll sich um einen neuartiges Modell gehandelt haben. Diese Art Ultraleichthubschrauber wurden erst Ende 2016 in Deutschland zugelassen.

Absturz im Havelland 2014

Vor drei Jahren ereignete sich auf dem Flugplatz Bienenfarm im Havelland ein ähnlicher Unfall. Anfang Dezember waren zwei Personen mit einem Gyrocopter vom Typ MT-03 am frühen Abend unmittelbar neben dem Flugfeld abgestürzt. Die beiden Männer, der 37-jährige Fluglehrer und ein 65-jähriger Fluggast, erlitten dabei schwere Verletzungen, waren aber noch ansprechbar.

Der Unfall hatte sich ebenfalls unmittelbar nach dem Start ereignete – nur war das Fluggerät bereits einige Meter über dem Boden. Dem Piloten zufolge hatte der Motor in 30 Meter Höhe plötzlich ausgesetzt und war etwa 50 Meter neben der Gaststätte Bienenfarm abgestürzt.

Hintergrund Gyrocopter

» Der Gyrocopter, auch Tragschrauber genannt, gehört zu den neuesten Fluggeräten am deutschen Himmel. Wie auch der Helikopter zählt er zu den Drehflügelflugzeugen und ist ein eigenständiges Fluggerät. Etwas befremdend wirkt jedoch der Heckpropeller. Sehr vereinfacht lässt sich sagen: Der Rotor erzeugt den Auftrieb; er wird aber nicht wie bei Helikoptern von einem Motor angetrieben. Er dreht sich passiv, also ausschließlich, wenn das Gerät durch die Luft bewegt wird. Dazu dient, wie bei einem Flugzeug, der Propeller. Dieser erzeugt den Vortrieb.

» Seit Mai 2004 sind Tragschrauber in Deutschland als Ultraleichtflugzeuge zugelassen und können mit der Sportpiloten-Lizenz „Tragschrauber” oder nach Ablegen einer Zusatzlizenz von Ultraleichtpiloten geflogen werden.

» Der Tragschrauber gilt mit Spitzengeschwindigkeiten von 240Stundenkilometern als ein „Motorrad der Lüfte”. Er ist leicht zu fliegen und kaum anfällig für Wind.

» Die Polizei in Brandenburg testete als erstes Bundesland die Fluggeräte. Sie waren im Sommer 2009 bereits zu ersten Einsätzen gestartet. Das führte zu einer lebhaften Debatte um den Nutzen der Tragschrauber. Ende November 2009 beendete Brandenburgs der damalige Innenminister Rainer Speer das Projekt. „Aufwand und Nutzen stehen beim Tragschrauber in keinem vernünftigen Verhältnis“, hieß es.

Von MAZonline

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