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Niemegk: Umzugsstress statt Winterferien

Robert-Koch-Grundschule Niemegk: Umzugsstress statt Winterferien

Der erste Bauabschnitt an der Niemegker Robert-Koch-Grundschule ist abgeschlossen. Nach den Ferien können die Flexklassen ihr Notquartier im alten Schulhort verlassen und zurück in ihre sanierte Schule ziehen. Auch die Schüler der Klassen drei bis sechs wechseln vom Hinter- ins Vorderhaus – so dass der zweite Bauabschnitt beginnen kann.

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Bis zum Jahresende soll die Niemegker Grundschule komplett fertig saniert sein.

Quelle: Josephine Mühln

Niemegk. Während andere Schulgebäude in den Winterferien zu Geisterhäusern werden, wurde in der Niemegker Robert-Koch-Grundschule auch in der vergangenen Woche fleißig gewerkelt. Nicht von Schülern und Lehrern zwar, dafür aber von zahlreichen Handwerkern und Hausmeister Bernd Simon. Die Grundschule befindet sich seit April des vergangenen Jahres im Umbau – nun konnte der erste Bauabschnitt im vorderen Gebäudeteil abgeschlossen werden und der Umzug beginnen.

Neben neuen Fenstern bekam das Gebäude auch eine neue Lüftungsanlage und zwei Aufzüge, wie Hausmeister Simon erzählt. Der Einbau behindertengerechter Toiletten sowie farblich abgesetzter und somit für Sehbehinderte leichter erkennbarer Waschbecken gehören neben breiteren Türen und einem Farbleitsystem zu den Maßnahmen der Barrierefreiheit.

Bis Jahresende soll alles fertig sein

„Nach den Ferien gehen die Baumaßnahmen im hinteren Schultrakt in die zweite Runde“, sagt Simon, der seit 25 Jahren an der Robert-Koch-Schule arbeitet. „Auch dort werden Fußböden und Fenster erneuert.“ Bis Jahresende soll alles fertig sein, bis zum Frühjahr 2017 soll außerdem die Außenanlage auf Vordermann gebracht werden. Durch die Umbauten hat die Schule nun mehr Platz gewonnen, so dass alle 164 Kinder wieder unter einem Dach lernen können.

Auch das Team vom Hort „Flinke Eichhörnchen“, der sich seit 2006 in freier Trägerschaft der Johanniter-Unfall-Hilfe im Regionalverband Potsdam-Mittelmark-Fläming befindet, hielt über die Winterferien in der Niemegker Waldstraße die Stellung – und bot bis 17 Uhr eine „Notbetreuung“ für die Kinder an, wie Hortnerin Annegret Krenzin sagt. „Wir hatten darum gebeten, dass wirklich nur die Kinder kommen, bei denen es gar nicht anders geht – weil wir hier ja doch noch Baustelle haben.“

Seit 2004 nur noch Grundschule

Die heutige Robert-Koch-Grundschule wurde in den Jahren 1981/1982 gebaut – und damals noch als Polytechnische Oberschule (POS) eingeweiht.

1991 erfolgte die Umwandlung zur Grund- und Gesamtschule. Außerdem wurde in diesem Jahr auch die Heizungsanlage erneuert und auf Gas umgestellt.

Was vor 20 Jahren noch als hochmodern galt, ist heute unrentabel. Deshalb wird jetzt ein 30-kW Blockheizkraftwerk eingebaut. Alle energetischen Maßnahmen zusammen sollen künftig helfen, bis zu 70 Prozent der jährlichen Heizkosten zu sparen.

2004 kam für die Gesamtschule schließlich das Aus wegen zu geringer Schülerzahlen. Die Grundschule blieb erhalten.

Namensgeber Robert Koch gehörte zu den berühmtesten Medizinern und Mikrobiologen seiner Zeit und wirkte 1869 in Niemegk als Landarzt.

4,3 Millionen Euro sind für die energetische und behindertengerechte Sanierung der Schule geplant.

Vor allem die größeren Kinder hätten sich aber gefreut, ein bisschen zu helfen und beispielsweise die Spiele in die Regale zu räumen. „Und eine von uns ist dann mit den anderen rüber zum Spielplatz – da muss man sich einfach ein bisschen organisieren“, sagt Kollegin Andrea Caquisi. Beide Hortnerinnen sind seit gut 25 Jahren an der Niemegker Schule im Einsatz.

Übernahme der Mehrkosten durch das Land noch ungeklärt

Steffi Andexer zeigte sich zufrieden über den Fortschritt des Umzugs. „Die Firma Kranepuhl hat wirklich gut zugepackt und uns beim Schränke rücken viele Sonderwünsche erfüllt“, sagt die Hortleiterin und lacht. Gut 150 Kartons hatten sie und ihr Team gepackt. Genug Platz für alles ist vorhanden – der Hort hat nach dem Umbau seine eigene Etage mit zahlreichen Gruppen- und Bewegungsräumen.

Thomas Griesbach, Leiter des städtischen Bauamts, zeigte sich hinsichtlich der Fertigstellung des Gebäudes optimistisch. Auf Nachfrage der MAZ sagte er, dass der Fertigstellungstermin Ende des Jahres definitiv eingehalten werden könne. Unklar ist dagegen weiter, ob das Land auch die Mehrkosten übernimmt, die in der Zwischenzeit angefallen sind. Die ursprünglich veranschlagte Bausumme hatte sich um 919 000 Euro erhöht. Entschieden werden sollte über die Übernahme der Kosten Anfang des Jahres – was aber bisher noch nicht passiert sei, wie Griesbach berichtet. “Ich hoffe, dass die Entscheidung im Februar fällt“, sagte er am Donnerstag.

Von Josephine Mühln

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