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Potsdam-Mittelmark Unfall zu Weihnachten: Ersthelfer sagen aus
Lokales Potsdam-Mittelmark Unfall zu Weihnachten: Ersthelfer sagen aus
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00:18 31.12.2017
Der Angeklagte Michael A. und sein Verteidiger Steffen Voigt am zweiten Verhandlungstag vor dem Landgericht Potsdam. Quelle: Julian Stähle
Saarmund

Die Tachonadel zeigte noch 110 Stundenkilometer, als der Polizist Martin G. (38) und seine Kollegin vor dem Wrack standen. „Die Beifahrerin war schon verstorben und aus dem Fahrzeug befreit worden“, sagt Martin G. Der Fahrer hingegen sei noch eingeklemmt gewesen und wurde gerade ärztlich versorgt. Was auffällig war an dem Unfall, der sich vor zwei Jahren am ersten Weihnachtsfeiertag auf der L 77 zwischen Güterfelde und Saarmund ereignet hatte: „Der Wagen war auf gerader Straße nach rechts abgekommen und mit einem alleinstehendem Baum kollidiert“, sagt der Polizist. „Wir konnten keine Bremsspuren feststellen, er ist bei voller Fahrt aus nicht ersichtlicher Ursache nach rechts von der Fahrbahn abgekommen: Der Pkw geriet nicht ins Schleudern, es gab dort kein Wild, keine Fußgänger, keine Radfahrer – da war nichts auf der Fahrbahn, einfach nichts, nichts.“ Die Straße war trocken und frostfrei, es war noch hell. Martin G. zieht daher zunächst einen Sekundenschlaf in Erwägung – dann teilen ihm die Kollegen mit, dass der Autofahrer wegen Suizidgefahr zur Fahndung ausgeschrieben war. Der Polizist zuckt mit den breiten Schultern: „Wir hatten bis dato nie einen vergleichbaren Fall.“

Der Angeklagte will eine Aussage machen

Unfall, Suizidversuch oder wie vom Staatsanwalt angeklagt Mord? Dieser Frage geht das Landgericht Potsdam nach und kann dabei wohl auch auf die Aussage des Beschuldigten bauen. Dem Krankenpfleger Michael A. (63) wird vorgeworfen, mit Absicht gegen den Baum gerast zu sein und so seine dritte Ehefrau heimtückisch ermordet zu haben. Michael A., der die Vorwürfe abstreitet, wird am nächsten Verhandlungstag am Donnerstag, 4. Januar, aussagen und sich dabei nicht nur zu seiner Person, sondern auch zu dem Unfall äußern. Das kündigte sein Verteidiger Steffen Voigt am zweiten von acht angesetzten Verhandlungstagen an. Dieser war den Menschen vorbehalten, die an der Unfallstelle versuchten, Michael A. und seiner Frau Anna das Leben zu retten. Menschen wie Max K., heute 19 Jahre alt und in der Ausbildung zum Physiotherapeuten. Er war einer der ersten vor Ort – das Erlebnis hat ihn erschüttert. „Die Erinnerungen kommen stückchenweise, aber ich verdränge sie“, sagt er im Zeugenstand. Er habe versucht, Anna A. abzuschnallen und aus dem qualmenden Auto zu ziehen. „Ich habe der Frau nicht ins Gesicht gesehen“, sagt Max K., der zugibt, trotz kurz zuvor bestandener Erste-Hilfe-Prüfung mit der Situation überfordert gewesen zu sein. „Der Frau sind Gummibärchen aus dem Mund gefallen. Ein, zwei lagen schon auf ihrem Schoß, dann fiel mir ein weiteres auf die Hand – mir ist schwarz vor Augen geworden.“

Die Gummibärchen sind für Staatsanwalt Jörg Möbius ein wichtiges Detail: Sie weisen seiner Meinung nach darauf hin, dass Anna A., völlig ahnungs- und arglos war. Man könne daher auch einen gemeinsam geplanten Suizidversuch ausschließen – zudem habe Anna A. einer Freundin anvertraut: „Wenn ich einmal einen Unfall habe, dann war es kein Unfall.“

„Er hat keine Anzeichen gemacht, dass er wissen will, was mit ihr ist“

Max K. bittet damals seine Begleiterin Steffi K., sich zurückziehen zu dürfen. „Das alles war nicht so schön anzusehen – er war wirklich aufgelöst“, sagt die 29-jährige Pflegekraft, die ebenfalls ausgebildete Ersthelferin ist und sich am Unfallort um Michael A. kümmerte. „Ich habe ihn zugequatscht, dass er bei mir bleibt“, berichtet Steffi K. Sie legt dem Schwerverletzten eine Decke unter den Kopf, überprüft seine Vitalwerte, fragt, ob ihm kalt ist, ob er etwas trinken möchte oder irgendetwas anderes braucht. „Er war da, das ist wichtig. Es kam mir wie eine Ewigkeit vor, bis die Rettungskräfte kamen.“ Hat sich Michael A. in diesen Minuten nach seiner Frau erkundigt, fragt der Vorsitzende der Ersten Großen Strafkammer, Richter Theodor Horstkötter. Steffi K. schüttelt den Kopf: „Er hat nicht zur Beifahrerin geguckt und hat keine Anzeichen gemacht, dass er wissen will, was mit ihr ist.“ Michael A. vergräbt das Gesicht in den Händen.

Von Nadine Fabian

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