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Ungeahntes Wissen über Castingshows

Humorvoll in Bad Belzig durch die Musikgeschichte Ungeahntes Wissen über Castingshows

Die Pogo-Besucher sind schlauer als Komiker Moses W. auch nur im Traum gedacht hätte. Humorvoll schlittert der Musiker und Komiker durch die junge Musikgeschichte und stolpert dann aber beim Thema Castingshows.

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Musiker und Komiker Moses W. im Wilden Westen.

Quelle: Tobias Potratz

Bad Belzig, . Das hat sich Komiker und Musikkenner Moses W. ganz anders vorgestellt. Mit gräulichem Vollbart, einem Mikrofon und großer Lust am ständigen Kostümwechsel steht er am Freitagabend auf der Kleinkunstbühne im Kulturzentrum Pogo. Er philosophiert in seinem Programm „Musikboxen“ mit gesprochenen und gesungenen Witzen über die Musikgeschichte der vergangenen 30 Jahre.

Soweit ist noch alles gut. Doch als er im 21. Jahrhundert ankommt und das damals aufkommende Thema der Castingshows auf die Schippe nehmen will, stolpert er über das Bad Belziger Publikum. „Wer kennt denn überhaupt noch den ersten Gewinner von ‚Deutschland sucht den Superstar’?“, fragt Moses W. in die mit 40 Zuschauern gut gefüllten Sitzreihen – ohne jedoch wirklich eine Antwort zu erwarten. „Alexander Klaws, der ist jetzt Musicaldarsteller“, ruft eine Zuschauerin von den hinteren Plätzen. „Okay. Aber wer kennt denn überhaupt noch den Sieger der zweiten Staffel von ,Deutschland sucht den Superstar’?“, fragt Moses W. erneut und hofft wieder auf Unwissenheit des Publikums, um endlich den Gag über die vermeidlich so unbekannten Superstars vollenden zu können. „Ellie“, ruft eine andere Dame. Auch die Fragen nach den Staffeln drei und vier kann das Publikum wie aus der Pistole geschossen fehlerfrei beantworten.

Mit einem verzweifelten Lächeln gibt der Komiker auf

Dann gibt der Essener Komiker mit verzweifeltem Lachen auf. „Das gibt es doch nicht. Warum wisst ihr noch, werE da gewonnen hat?“, haucht Moses W. ins Mikrofon und fasst sich dabei mit der rechten Hand an die Stirn. „Da sind so viele Superstars entstanden, so viele Baumärkte können doch gar nicht eröffnet werden, um denen mal Auftritte zu geben“, führt der Künstler aus. Sowohl Publikum als auch Künstler müssen dann lautstark über sich selbst lachen.

Die Zwerchfelle der Bad Belziger werden darüber hinaus am gesamten Abend stark strapaziert. Egal, ob Moses W. über transportable Kassettenrekorder in Toastergröße in den Achtzigern oder über den berühmten Ententanz-Song spricht, das Publikum klatscht und lacht meist gleichzeitig. Den Ententanz präsentiert Moses W. dann in einer spontanen Tanzeinlage selbst.

Das Publikum fordert immer neue Zugaben

Als dann der letzte Ton des Ententanzes verklingt, greift er wieder zum Mikro und sagt in plötzlich sehr ernstem Ton: „Warum sind wir dagegen damals eigentlich nicht auf die Straße gegangen?“ Es fällt an diesem Abend schwer auf die Straße zu gehen, denn das Publikum fordert immer wieder Zugaben und will mehr von der Show, die von Stimmungs- und Kostümwechseln lebt. Mal erscheint der Künstler in feinem Sacko und wenige Minuten später in rotem Hemd und Handpuppe.

Die Humorreihe des Pogo wird schon im nächsten Monat fortgesetzt. Dann wird „Der Club der Zotendichter“ aus Magdeburg im Hohen Fläming zu Gast sein und einen Poetryslam veranstalten.

 

Von Tobias Potratz

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