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Ungeliebte Gewächse wirken auch positiv

Ehrentag des Unkrauts Ungeliebte Gewächse wirken auch positiv

Für die meisten Gartenfreunde sind Unkräuter ein Ärgernis. Doch ist ihnen gar ein Ehrentag gewidmet. Pflanzenexpertin Anette Mahs von der Gärtnerei in Borkheide erklärt aus diesem Anlass, dass diese ungebetenen grünen Gäste im Garten jedoch auch nützlich sowie lecker und gesund sein können.

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Kennt sich auch mit Unkräutern sehr gut aus: Anette Mahs ist Inhaberin der Gärtnerei Mahs in Borkheide und Diplom-Biologin.

Quelle: Johanna Uminski

Borkheide. Sie haben wohlklingenden Namen wie Vogelmiere, Breitwegerich und Ackersenf. Für manche Naturfreunde gehören diese Pflanzen selbstverständlich in den heimischen Garten. Meist aber gehen Gartenliebhaber den unliebsamen Besuchern mit der chemischen Keule oder der Hacke an den Kragen. Die Rede ist von Unkräutern. Ihnen ist eigens ein Ehrentag gewidmet, der dieses Jahr auf den Ostermontag fiel.

Anette Mahs von der gleichnamigen Gärtnerei in Borkheide weiß, dass die grünen Gäste im Garten nicht nur nützlich, sondern auch lecker und gesund sein können. Eigentlich gibt es gar keine Unkräuter, sagt die Expertin. „Das sind Wildkräuter, die dort wachsen, wo sie für sich günstige Bedingungen vorfinden“, sagt Anette Mahs. Und Wildkräuter gehören zu den Heilpflanzen. „Ihre wertvollen Inhaltsstoffe, darunter auch Mineralien, kommen Medizinern und dem Gartenboden zugute“, betont die Diplom-Biologin. Gemischte Unkräuter geben einen sehr guten Kompost.

Wertvolle Helfer im Boden

Wildkräuter oder Unkräuter geben Auskunft über die Beschaffenheit des Bodens, auf dem sie wachsen.

Ist der Boden verdichtet und neigt zu Staunässe, wachsen dort Hahnenfuß, Sauerampfer und Breitwegerich. Der Boden sollte gepflegt werden und der Humus verbessert werden.

Ist der Boden locker und humusreich, wächst dort Vogelmiere. Die Bodenverhältnisse sind in Ordnung.

Ist der Boden nährstoffreich und hat einen hohen Stickstoffanteil, wachsen dort Ackersenf, Schwarzer Nachtschatten, Brennnessel und Kletten-Labkraut.

Ist der Boden noch frei von Pflanzen, erobern dort Löwenzahn, Gänsedistel und Greiskraut als Pioniere den Bereich. Sie lockern mit tiefen Wurzeln die verhärtete Erde und holen aus tiefen Schichten die Nährstoffe.

Und noch einen wichtigen Tipp hat die Gartenexpertin: „Wer ausgerissene Unkräuter zwischen die Kulturpflanzen legt, verbessert damit seinen Boden.“ Auch heilen die Wildkräuter gestörte Bodenverhältnisse. Ein wertvoller Tipp, den Bauern seit Generationen anwenden, indem sie zur Regeneration ihre Felder auch mal ein Jahr brach liegen lassen. „Die Wildkräuter sammeln Stickstoff und andere Nährstoffe an und durchwurzeln den Boden, der dann krümelig und luftig ist“, erklärt die Fachfrau aus der Gärtnerei.

Tipps von der Gartenexpertin

Neben den positiven Effekten für den Gartenboden sorgen die Wildkräuter auch in der heimischen Küche für eine ganz besondere Note. Brennnessel, Giersch und Löwenzahn können zu frischem Blattspinat verarbeitet werden. Will man die Wildkräuter einfrieren, werden sie kurz blanchiert. Neben dem Einsatz in der Küche sind Unkräuter aber auch besonders gesund. „Brennnessel enthält viel Eisen, Kalzium und Vitamin C“, erzählt Anette Mahs.

Vom Geschmack her ist das Unkraut herb und frisch aromatisch. Die jungen Triebspitzen sollten vor der Blüte geerntet werden. Neben dem Einsatz in der Küche haben die Unkräuter auch eine heilende Wirkung. „Brennnessel wirkt harntreibend, appetit- und stoffwechselanregend und ist damit gut für eine Frühjahrs-Teekur“, erklärt die Gärtnerin.

Unkraut herb und frisch im Geschmack

Neben Brennnessel sind auch Gierschpflanzen als Wildkräuter gesund und enthalten Vitamin C. „Giersch hat eine bittere Note – die frischen, hellgrünen Blätter eignen sich für Salate“, sagt die Borkheiderin. Löwenzahn enthält viel Vitamin A, schmeckt bitter und nussig. Er sei geeignet für Wildsuppen und Salate, enthalte weniger Bitterstoffe und eigne sich daher besser für Salate, so Mahs. „Löwenzahn ist verdauungsfördernd und wirkt entwässernd“, erklärt die Diplombiologin. Vogelmiere enthält indes viele Vitamine und Mineralstoffe, schmeckt nussig und hat einen leichten säuerlichen Beigeschmack.

Das sei besonders für einen Frühlingssalat, in Wildkräutersuppen und in Quarkzubereitungen geeignet. Mit diesen Expertentipps im Kopf erscheinen Gartennutzern, die plötzlich auftauchende Unkräuter gerne wieder ausreißen möchten, womöglich in einem neuen Licht.

Von Johanna Uminski

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