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Potsdam-Mittelmark Ungewollter Nachwuchs muss nicht sein
Lokales Potsdam-Mittelmark Ungewollter Nachwuchs muss nicht sein
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00:35 13.08.2015
Daniel Pfitzner, Chef der Bad Belziger Tiertafel. Quelle: Foto: privat
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Bad Belzig

Zeichen zu setzen für das Tierwohl und damit nicht nur den Tieren, sondern auch Tierbesitzern zu helfen, ist das Anliegen der Bad Belziger Tiertafel. Gemeinsam mit dem Verein „Tierfreunde im Fläming“ organisierten die Tierfreunde eine Kastrationsaktion für Katzen. Tiertafel-Chef Daniel Pfitzner sieht die Aktion als gelungen.

MAZ: Woher kommt der Anstoß, sich für die Kastration von Katzen einzusetzen?

Daniel Pfitzner: Gerade hier gibt es einfach viel zu viel ungewollten Nachwuchs. Viele der Jungkatzen werden dann mit zweifelhaften Methoden „entsorgt“ oder verwahrlosen, weil sich niemand um sie kümmert. Kastration kann helfen, diese Teufelsspirale zu beenden. Der Weltkatzentag war ein gutes Datum.

Bei herrenlosen Katzen ist es verständlich, dass Tierschützer bei der Finanzierung einspringen. Warum werden nun auch Tierhalter finanziell bei der Aktion zu unterstützt?

Pfitzner: Der Grundgedanke unserer Arbeit ist: Wenn es dem Halter gut geht, geht es auch seinem Tier gut. Nicht jeder kann sich eine Katzen-OP leisten. Wer seine Bedürftigkeit nachweist, wird von uns unterstützt.

Wie wurde das Angebot angenommen?

Pfitzner: Für das erste Mal sind wir schon mal sehr zufrieden. 13 Katzenbesitzer haben insgesamt 16 Katzen beider Geschlechter angemeldet und dafür teilweise sogar weite Wege auf sich genommen. Praktisch die ganze Region Hoher Fläming war vertreten. Die weiteste Anreise hatte ein Potsdamer.

Wie haben Sie Aktion logistisch bewerkstelligt?

Pfitzner: Auf Grund der starken Nachfrage hat sich unsere Tierärztin entschlossen, einen Extratag für die Voruntersuchung aller Katzen einzuschieben und die OP’s auf zwei weitere Tage zu verteilen. Die Untersuchungen fanden am vergangenen Sonnabend in der Tierarztpraxis statt. Heute werden die ersten Katzen operiert. Am nächsten Dienstag folgen die letzten.

Wer bedürftig ist, ist sicherlich nicht immer im erforderlichen Maße mobil. Ist er deshalb von der Aktion ausgeschlossen?

Pfitzner: Ganz bestimmt nicht. In solchen Fällen holen wir die Katze ab und bringen sie wieder zurück. Wenn der Besitzer mitfahren möchte, auch ihn. Ich selbst würde ja auch nicht mein Tier irgendwem mitgeben und nur darauf hoffen, dass es wieder zurück kommt.

Wie war die Stimmung bei den Katzenbesitzern während der Registrierung und Voruntersuchung?

Pfitzner: Sehr aufgeschlossen. Es gab viele gute Gespräch, natürlich vor allem zum Thema Tierschutz. Es war zu merken: Viele Menschen wissen nicht, wohin sie sich wenden sollen, wenn sie Tieren in konkreten Notsituationen helfen wollen. Die Frau, die eine verletzte Katze aufnimmt, zum Tierarzt bringt und hinterher im Ordnungsamt wegen der Kostenerstattung ins Kreuzverhör genommen wird, ist kein Einzelbeispiel. Gut, dass diese Leute nun wissen, dass wir manchmal weiterhelfen können.

Spielte die eigentliche Arbeit ihres Vereins, die Versorgung mit Tierfutter, in den Gesprächen eine Rolle?

Pfitzner: Der Kreis der bedürftigen Empfänger hat sich durch die Aktion erwartungsgemäß erhöht. Nicht erfüllt hat sich die Hoffnung, dass sich auch Spender finden, die die Aktion vielleicht mal mit einem Euro aus dem eigenen Portemonnaie unterstützen würden.

Wird es trotzdem eine Wiederholung geben?

Pfitzner: Mit Sicherheit, aber erst, wenn es unsere Finanzlage wieder gestattet. Die Voruntersuchungen haben uns auf ein weiteres Thema gestoßen, dem wir uns annehmen wollen. Denn die wenigsten Katzen haben den ärztlich empfohlenen Impfschutz. Etwa im Halbjahresturnus wollen wir hier aktiv werden.

Von Uwe Klemens

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