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Unternehmer aus dem Fläming in IHK vertreten

Bad Belzig / Brück Unternehmer aus dem Fläming in IHK vertreten

Alexander Scheer aus Belzig und Marcus Mattes aus Brück gehören zur neu gewählten Vollversammlung der Potsdamer Industrie- und Handelskammer (IHK). Die beiden Geschäftsführer kennen die Problem der Wirtschaft in ländlichen Gegenden aus erster Hand und sehen sich deshalb nicht als Vertreter ihrer Branchen sondern als Vertreter der Wirtschaft im Fläming

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Marcus Mattes (40) möchte sich als IHK-Vollversammlungsmitglied für den Ausbau der Infrastruktur in Potsdam-Mittelmark einsetzen.

Quelle: Foto: Victoria Barnack

Bad Belzig/Brück. Am Mittwoch tritt die neue Vollversammlung der Potsdamer Industrie- und Handelskammer (IHK) erstmals zusammen. Zu den 75 Mitgliedern zählen auch Alexander Scheer und Marcus Mattes. Ihre Stimmen stehen stellvertretend für jeweils fast 1000 brandenburgische Betriebe. Die beiden Unternehmer aus Bad Belzig und Brück kommen aus unterschiedlichen Branchen, möchten sich jedoch für ein gemeinsames Ziel einsetzen. „Das flache Land darf bei den Entscheidungen in Potsdam nicht vergessen werden“, sagt Alexander Scheer.

Der 38-Jährige ist Geschäftsführer des Belziger Baustoffhandels mit vier Niederlassungen und erstmals Teil des „Parlaments der Wirtschaft“, das bestimmt wie die IHK in Potsdam arbeitet und wofür sie sich einsetzt. Scheer beschäftigt vor allem der Fachkräftemangel in seiner ländlichen Heimatregion. Er sei in den dünn besiedelten Gebieten besonders deutlich spürbar. „Wir brauchen die Fachkräfte in der Region“, sagt er, „anders schaffen wir es nicht.“

Scheer merkt als Geschäftsführer am eigenen Leib, dass es die Fachkräfte vermehrt in die Zentren zieht und möchte sich in der Vollversammlung für konkrete Maßnahmen einsetzen: ein besseres Datennetz, der Ausbau von Straßen und des öffentlichen Nahverkehrs. Denn die Wirkung der bisherigen IHK-Projekte scheint bei ihm und anderen Unternehmen in der Region nicht anzukommen. Als Mitglied der Vollversammlung könne er nun Druck auf die Politik ausüben und auf diese Weise Anreize schaffen, die Fachkräfte und Auszubildende in der Region halten.

Alexander Scheer (38) möchte frischen Wind in das höchste Gremium der Potsdamer IHK bringen

Alexander Scheer (38) möchte frischen Wind in das höchste Gremium der Potsdamer IHK bringen.

Quelle: Victoria Barnack

Um kurzfristig etwas an der Fachkräftenot vor Ort zu ändern, entschied sich Alexander Scheer, im eigenen Betrieb auszubilden. Bis die IHK den Vorbereitungskurs für die Ausbilderprüfung voll besetzt hatte, gingen mehrere Monate ins Land. Lange Wartezeiten, zu viel Bürokratie – Missstände, die Scheer in seiner Zeit als IHK-Vollversammlungsmitglied mit viel Nähe zur unternehmerischen Praxis abschaffen möchte. „Da muss frischer Wind rein“, sagt er.

Scheers einziger Mitstreiter aus dem Süden des Kreises wird in der Vollversammlung Marcus Mattes (40) sein, Geschäftsführer der Firma Mattes-Granit in Brück und seit fünf Jahren Mitglied im „Parlament der Wirtschaft“. Auch er kennt das Problem des Fachkräftemangels. Debatten um den Mindestlohn, Ladenöffnungszeiten und die Richtlinien der Ausbildungsberufe hat er in seiner ersten Wahlperiode miterlebt – hauptsächlich Themen, die Unternehmer in den Zentren mehr beschäftigen als Betriebe im wirtschaftlichen schwächeren Potsdam-Mittelmark.

„Vernünftige Bedingungen“ für Fachkräfte schaffen

Mattes sieht sich daher ebenfalls als „Stimme des flachen Landes“ und möchte vermehrt Themen einbringen, die Standorte im Süden des Kreises betreffen. Wo Ballungsgebiete bereits gut aufgestellt seien, müsse man aufholen. Wie Scheer verweist er auf die Infrastruktur und Anreize für junge Fachkräfte. „Dafür müssen vernünftige Bedingungen geschaffen werden“, sagt Mattes, „meine Mitarbeiter müssen genügend Wohnraum vorfinden, auch nach 17 Uhr ordentlich einkaufen gehen können und für einen geselligen Abend mit Freunden nicht erst nach Berlin oder Potsdam fahren müssen.“ Die Mitgliedschaft in der IHK-Vollversammlung sei eine von wenigen Möglichkeiten, sich für diese Belange aktiv zu engagieren, Statements zu setzen und politischen Druck auszuüben.

Auch das Thema Unternehmensnachfolge möchte er verstärkt auf die Agenda der IHK bringen. Denn er weiß, dass wie für Fachkräfte in den ländlichen Regionen auch die Anreize für Menschen fehlen, die unternehmerische Verantwortung übernehmen wollen. „Von der IHK gibt es zahlreiche Möglichkeiten zur Gründerförderung“, erklärt er, „das Thema Unternehmensnachfolge darf dabei in Zukunft jedoch nicht vergessen werden.“

So wurde die IHK-Vollversammlung gewählt

Rund 67 000 Unternehmer aus Brandenburg waren bei der Abstimmung über die Mitglieder der IHK-Vollversammlung wahlberechtigt. Aus 151 Kandidaten wählten sie 75 Branchenvertreter.

45 Mitglieder sind neu in der IHK-Vollversammlung, die für fünf Jahre gewählt wurde. Der Frauenanteil ist mit 36 Prozent um vier Prozent angestiegen. Auch die Wahlbeteiligung war höher als im Jahr 2012. Sie lag bei fast neun Prozent. Es beteiligten sich also circa 6000 Unternehmer an der Wahl.

Von Victoria Barnack

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