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Potsdam-Mittelmark Unwetter forderten die Feuerwehr heraus
Lokales Potsdam-Mittelmark Unwetter forderten die Feuerwehr heraus
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12:22 27.02.2018
Spezialisten der Ortsfeuerwehr Treuenbrietzen rückten mit der Gefahrstoffeinheit des Kreises Potsdam-Mittelmark auch zum Chemieunfall auf der A 24 an. Quelle: FFW Treuenbrietzen
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Treuenbrietzen

Die Treuenbrietzener Ortsfeuerwehr hatte im vorigen Jahr deutlich mehr Einsätze zu absolvieren als im Jahr davor. Das geht aus der Bilanz hervor, die Pressesprecher Philip Schega jetzt vorgelegt hat. Demnach fuhren die freiwilligen Kameraden 133 Einsätze. Das sind 25 mehr als im Jahr 2016.

Drehleiter auch bei den Nachbarn gefragt

Überdurchschnittlich oft wurden die ehrenamtlichen Kräfte im vergangenen Jahr vor allem zur „Hilfeleistung Natur“ alarmiert. Bedingt durch mehrere Stürme wie „Xavier“ und „Herwart“, waren die Männer und Frauen gefordert, umgestürzte Bäume und gefährliche Äste zu beseitigen.

Der Einsatz mit der Drehleiter war auch in Nachbarregionen gefragt. So am 22. Juni im Raum Beelitz, wo allein am Nachmittag sechs Hilfeleistungen nötig waren. Auch am 29. Juni war die Besatzung des Löschgruppenfahrzeugs in Beelitz und Zauchwitz unterstützend gefordert, um Keller, Straßen und Grundstücke, die vom Starkregen überflutet wurden, von den Wassermassen zu befreien.

„Diese aus Wetterkapriolen resultierenden 62 Alarmierungen machten rund 47 Prozent der Einsätze aus“, berichtet Philip Schega. Hingegen mussten in 2017 vergleichsweise wenige Brandeinsätze bearbeitet werden.

Diese 14 Alarmierungen resultierten aus sechs Brandmeldeanlagen, vier Alarmierungen zu Gebäudebränden und vier Flächen- und Waldbodenbränden, wovon zwei als Übungen angelegt waren.

Drei Einsätze galten der Höhenrettung

Insgesamt 114 Einsätze waren zur technischen Hilfeleistung nötig. Sie betrafen die 62 Naturschäden, 16 Verkehrsunfälle, zwölf Alarmierungen im Rahmen der Gefahrstoffeinheit des Kreises sowie acht Türnotöffnungen. Je viermal rückten die Retter als Tragehelfer für den Rettungsdienst aus und um Ölspuren zu beseitigen.

Drei Einsätze galten der Höhenrettung. Zudem stehen ein Schienenunfall und vier sonstige Einsätze, etwa bei der Ausleuchtung von Landeplätzen für Rettungshubschrauber, in der Jahresbilanz der Ortsfeuerwehr. Sie war zudem zur Absicherung von fünf Veranstaltungen im Einsatz.

Sturmereignisse haben die Einsatzbereitschaft der Ortsfeuerwehr Treuenbrietzen voriges Jahr besonders gefordert. So auch auf der Bahnlinie der RB 33. Quelle: FFW Treuenbrietzen

„Der wohl einsatzreichste Monat seit vielen Jahren war der Oktober“, berichtet Schega. Beim Orkan Xavier am 5. Oktober waren allein im Stadtgebiet von der Ortsfeuerwehr 16 Einsätze abzuarbeiten.

„Zahlreiche Bäume und Äste waren von öffentlichen Straßen und Flächen zu räumen und herumfliegende Schilder zu sichern“, berichtet der Feuerwehrmann.

An Bahnschienen am Hans-Grade-Weg mussten Dachelemente beseitigt werden, weil diese eine akute Gefahr für den Bahnverkehr darstellten.

Zwölf Einsätze mit der Gefahrstoffeinheit

Als Teil der Gefahrstoffeinheit des Landkreises Potsdam-Mittelmark wurden die Experten der Ortsfeuerwehr im vergangenen Jahr zu insgesamt zwölf Einsätzen gerufen. Besonders in Erinnerung bleibt ihnen der Großeinsatz der Sonderheit am 15. August.

In einem allein für die Kräfte aus Potsdam-Mittelmark fast 19 Stunden langen Einsatz musste im Rahmen einer überörtlichen Hilfeleistung auf der Autobahn 24 nahe der Raststätte Walsleben ein havarierter Lkw, der hoch konzentrierte Salpetersäure geladen hatte, umgepumpt und die Umweltgefahr minimiert werden.

Todesfälle belasten Einsatzkräfte besonders

„Zum Alltag der Männer und Frauen der Feuerwehr gehört leider auch die Konfrontation mit belastenden Einsatzsituationen“, erzählt Philip Schega.

Dazu zählen Todesfälle wie am 24. Februar auf die Bahnstrecke bei Treuenbrietzen-Süd oder bei der tragischen Kollision eines Autofahrers mit Watussirindern, die aus einem Zirkusbetrieb entlaufen waren, in den frühen Morgenstunden des 22. August auf der Bundesstraße 102 zwischen Treuenbrietzen und Haseloff.

Zu einem weiteren tödlichen Verkehrsunfall wurden die Treuenbrietzener Einsatzkräfte gemeinsam mit der Ortsfeuerwehr Schlalach in der Nacht auf den 24. Oktober gerufen.

Auf der Landstraße 851 zwischen Schlalach und Deutsch Bork stieß ein Auto gegen einen Baum und überschlug sich. „Für den Fahrer kam leider jede Hilfe zu spät“, bilanziert Philip Schega.

Bei der Brandbekämpfung in einer Beelitzer Werkstatthalle unterstützte die Feuerwehr Treuenbrietzen voriges Jahr im Juni mit ihrer Drehleiter. Quelle: FFW Treuenbrietzen

Zu einem der wenigen Brandeinsätze im vergangenen Jahr wurde der Löschzug Treuenbrietzen in den Nachmittagsstunden des 7. Juni ins benachbarte Beelitz gerufen. Bei dem Brand einer Werkstatthalle unterstützten die Sabinchenstädter die Löscharbeiten auch mit ihrer Drehleiter.

Patient sprang vom Klinik-Vordach

Die Notwendigkeit eines Sprungrettungsgeräts zeigte sich beim Einsatz am Abend des 2. September auf dem Krankenhausgelände in Treuenbrietzen. Dort drohte ein Patient, vom Dach eines Klinikgebäudes zu springen.

Mit der Höhenrettungsgruppe des Landkreises wurde die Ortsfeuerwehr Bad Belzig mit ihrem bis dato in Treuenbrietzen nicht vorgehaltenen Sprungpolster angefordert. Trotz mehrerer Versuche mit der Person Kontakt aufzunehmen, sprang diese letztendlich von einem Vordach in das Luftkissen und zog sich Verletzungen zu.

Die durchschnittliche Dauer pro Einsatz betrug für das vergangene Jahr 82,08 Minuten. Im Durchschnitt seien 10,12 Kameraden nach dem Alarm zum Einsatz erschienen, zitiert Philip Schega aus der Bilanz.

71 Einsätze mussten demnach tagsüber in der Zeit zwischen 6 und 16 Uhr und 46 Alarme abends zwischen 16 und 22 Uhr abgearbeitet werden. In 16 Fällen holten die Funkmeldeempfänger die Einsatzkräfte nachts zischen 22 und 6 Uhr aus dem Schlaf.

Neuzugänge dringend gesucht

„Die zunehmende Belastung im Einsatzdienst, aber auch die tägliche Organisation des Feuerwehralltags stellt eine immer größer werdende Herausforderung dar“ für die freiwilligen Kräfte, berichtet Philip Schega.

Wegen rückläufiger Mitgliederzahlen müsse diese Arbeit zum Wohle der Allgemeinheit auf immer weniger Schultern verteilt werden.

Nachwuchskräfte sowie Neuzugänge sind daher dringend gesucht. Willkommen sind sie im Gerätehaus der Ortsfeuerwehr Treuenbrietzen wöchentlich am Dienstag, ab 19 Uhr, zum Ausbildungsabend.

„Wer Interesse hat, die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr zu unterstützen und damit einen Beitrag für seine Stadt zu leisten, ist gerne gesehen“, sagt Philip Schega. Fragen rund um die Feuerwehr beantwortet er auch per E-Mail an oeffentlichkeitsarbeit@feuerwehr-treuenbrietzen.de.

Von Thomas Wachs

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