Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam-Mittelmark Unwetter fordert alle Feuerwehren der Region
Lokales Potsdam-Mittelmark Unwetter fordert alle Feuerwehren der Region
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:54 27.02.2018
Auch am Freitag waren Treuenbrietzener Feuerwehren gefordert, um Sturmschäden zu beseitigen. Quelle: FFW Treuenbrietzen
Anzeige
Bad Belzig

Das zum Teil schwere Unwetter vom Donnerstagnachmittag hat fast alle Feuerwehren der Fläming-Region bis in die Nacht und den Freitag hinein stark gefordert. An vielen Orten stürzten Bäume um. Personen kamen nicht zu Schaden. Überflutung waren in der Region eher kein Problem.

„Die Situation war ein bisschen vergleichbar mit dem Wirbelsturm Kyrill“, sagt Burkhard Brüning, Wehrführer der Gemeinde Wiesenburg/Mark. Ab 14.30 Uhr mussten insgesamt rund 80 Leute aus neun der zwölf Ortswehren innerhalb von vier Stunden zwölf Einsätze im Gemeindegebiet absolvieren. Probleme gab es dabei mit der Kommunikation. „Denn ab Mittag war der zentrale Digitalfunk und der Kontakt zur Leitstelle zeitweise ausgefallen“, sagt Brüning. „Und nicht überall funktionierten alle Netze der Handys gleichermaßen, die wir alternativ nutzen mussten“, so der Wehrführer.

Bei Niemegk riss ein umgestürzter Baum die Straße nach Lühnsdorf auf. Quelle: FFW Dahnsdorf

Besonders stark waren die Wiesenburger Helfer bei Setzsteig und im Bereich der Bundesstraße 107 zur Landegrenze nach Sachsen Anhalt gefordert. Dort gelang es dank der Kooperation mit der Feuerwehr Bad Belzig, einen Bungalow zu retten. „Ein Eichenbaum hatte sich an einem Hang stark geneigt und drohte auf das Gebäude zu stürzen“, erklärt der Einsatzleiter. Mit der Bad Belziger Drehleiter und viel Geschick der Helfer gelang es, den Baum kontrolliert genau neben den Bungalow stürzen zu lassen. „Die Jungs griffen dort tief in die Trickkiste, damit dies gelang“, erzählt Burkhard Brüning. Die Einsätze zu vielen umgestürzten Bäumen im Raum Wiesenburg – so auch bei Grubo und Reetz – dauerten bis gegen 20.30 Uhr an.

In Setzsteig konnte ein Bungalow vor einem umkippenden Baum gerettet werden. Quelle: FFW Bad Belzig

Die Bad Belziger Wehr hatte gegen 13.45 Uhr zunächst eine Alarmierung der Waldbrandzentrale zu einer vermeintlichen Rauchentwicklung bei Lüsse. „ Dort war aber nichts“, sagt der Ortswehrführer Raphael Thon. Ernster wurde es dann jedoch gut eine Stunde später. Auf der B 102 zwischen Ortsausgang Richtung Schwanebeck und der Ampelkreuzung an der Umgehungsstraße hatte ein Blitz in einen Baum eingeschlagen und ihn gespalten . „Dabei brach ein 20 Zentimeter starker Ast herab, der über Telefonleitung und Straße hing“, erzählt Thon. Für die Bergungsarbeiten war die Bundesstraße für circa eine halbe Stunde voll gesperrt. Es kam zu Staus bis ins Stadtgebiet.

Bei Bad Belzig spaltete ein Blitz diesen Baum auf, der aus die B 102 krachte. Quelle: FFW Bad Belzig

Zunächst bis Mitternacht dauerten die Einsätze von Feuerwehren im Amt Brück an. „Insgesamt wurden 16 Einsätze absolviert“, sagt Amtsbrandmeister Uwe Paul. Schwerpunkt war die Waldgemeinde Borkheide, wo allein acht Alarmierungen erfolgten. „Überall ging es um umgestürzte Bäume“, so Paul.

Treuenbrietzener Feuerwehrleute waren den Nachmittag über zunächst zur Unterstützung für die Einsatzkräfte in Beelitz und der Gemeinde Seddiner See gefordert. Dort wütete das Unwetter stärker und ließ viele Bäume umstürzen. Zu Motorsägen greife mussten die Treuenbrietzener Brandschützer am Abend dann jedoch auch im eigene Gebiet. Direkt an der Hauptzufahrt zum Krankenhausgelände droht ein Baum umzustürzen. „Wir haben ihn mit Hilfe der Drehleiter heruntergeschnitten“, erklärt Stadtwehrführer Olaf Fetz. „Ingesamt ging bei uns alles viel glimpflicher ab als etwa in Beelitz oder rund um den Beetzsee“, erzählt der Treuenbrietzener Stadtwehrführer gegenüber der MAZ.

Auch im Raum Niemegk blieben die Unwetterschäden eher gering. Doch kippte an der Straße zwischen Lühnsdorf und Niemegk bei einer kurzen Sturmböe ein Chausseebaum auf eine Wiese. Dabei beschädigte er mit dem Wurzelwerk den Seitenbereich der Kreisstraße. Feuerwehrkräfte aus Dahnsdorf und Niemegk sicherten die Einsatzstelle und übergaben diese anschließend an die Polizei. Die Straße wurde halbseitig gesperrt.

Ein Bus der Verkehrsgesellschaft Belzig wurde durch einen Ast beschädigt Quelle: VGB

Erheblich Probleme bereitete das Unwetter auf diversen Straßen. „Durch herabgefallene Äste oder umgestürzte Bäume kam es im gesamten Kreisgebiet zu Verspätungen im Busverkehr“, sagt Hans Jürgen Hennig, Geschäftsführer der Verkehrgesellschaft (VGB). Direkt betroffen war ein Bus der VGB. Er wurde am Nachmittag auf dem Weg von Brandenburg an der Havel nach Ziesar von einem runterstürzenden Ast an der Front stark beschädigt. „Personen kamen nicht zu Schaden“, erklärt Hans Jürgen Hennig.

Mitarbeiter der Straßenmeistereien waren über Stunden im Dauereinsatz, um herabgestürzte Äste von Farbahnen zu holen. Teilweise griffen auf den Alleen im Fläming auch Autofahrer zur Selbsthilfe, um die Gefahrenstellen umgehend zu beseitigen.

Auch am Freitag waren Einsatzkräfte in Brück und Treuenbrietzen nochmals gefordert als am Morgen auf der B 246 bei Brück-Gömnig sowie am Nachmittag bei Rietz-Ausbau weitere Bäume entdeckt wurden, die drohten auf Straßen zu stürzen. Sie wurden beseitigt.

Von Thomas Wachs

Liebe deinen Nächsten – das ist das Motto der neuen Sonderausstellung, die jetzt im Lehniner Klostermuseum zu sehen ist. Die Ausstellungsmacher spannen dabei den Bogen bis in die Anfänge des Klosters im 12. Jahrhundert.

26.06.2017
Potsdam-Mittelmark Arbeiten mit Behinderung - Ein selbstbestimmtes Leben

Carsten Reich fährt täglich insgesamt zwei Stunden von Potsdam nach Borkheide, um auf dem Bauhof zu arbeiten. Er ist glücklich, denn er hat dort eine feste Stelle bekommen. Dass er eine geistige Behinderung hat, stört bei der Arbeit nicht. Der junge Mann punktet mit seinem Ehrgeiz.

23.06.2017

525 Hektar Wald brannten 2015 in Deutschland. Davon entfielen allein 57 Prozent in der Region Potsdam-Mittelmark, Teltow-Fläming und Brandenburg an der Havel. Am häufigsten ist es noch immer fahrlässiges Verhalten des Menschen, das ein Feuer verursacht. Mit ausgeklügelter Technik versucht die Feuerwehr, der Waldbrandgefahr zu entgegnen.

26.06.2017
Anzeige