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Vandalen wüten in Werder immer häufiger

Stadt steht vor einem Problem Vandalen wüten in Werder immer häufiger

Vandalen hatten im Sommer erneut das Parkhaus am Werderaner Bahnhof beschmiert und verwüstet. Kaum war die teure Sanierung abgeschlossen, haben sie wieder zugeschlagen. Auch an anderen Stellen nehmen die Schäden zu. Die Stadt fühlt sich im Kampf gegen den Vandalismus allein gelassen und wünscht sich mehr Polizeipräsenz.

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Mit Graffiti haben Vandalen das Parkhaus am Bahnhof in Werder im Sommer 2017 verunstaltet.

Quelle: Julian Stähle

Werder. Sie kokeln Bänke an, schlagen Scheiben ein und beschmieren das Parkhaus, immer und immer wieder. Vandalismus entwickelt sich zu einem wachsenden Problem in Werder. 25 000 Euro hat die Stadt zum Beispiel im Jahr 2016 für die Beseitigung von Schäden an eigener Infrastruktur zahlen müssen. „Das zeigt, dass das keine Dummejungenstreiche mehr sind“, sagt Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) auf MAZ-Anfrage. „Unserer schönen Stadt wird von entwurzelten Dummköpfen großer Schaden zugefügt.“ An erster Stelle auf der Liste der Schäden steht das Parkhaus am Stadtbahnhof, das voriges Jahr aufwendig für rund 500 000 Euro saniert werden musste.

Vandalen hatten dort die Wände mit Graffiti beschmiert, die Feuerlöscher abgerissen und weißen Staub im Treppenhaus verteilt. Doch damit war der Spuk nicht vorbei: „Allein seit dem Sanierungsabschluss im November mussten zwei neue Garnituren Feuerlöscher bestellt werden“, berichtet die Bürgermeisterin. Wieder wurden Feuerlöscher auf den Decks entleert und das frisch renovierte Treppenhaus sowie die neu gestrichenen Auffahrtbereiche besprüht. Zweiter Schwerpunkt sei die Hafenpromenade in den Havelauen, an der immer wieder Papierkörbe ausgeschüttet, ins Wasser gekippt und zerstört werden. „Zuletzt wurde Silvester ein Papierkorb in die Luft gesprengt“, sagt Manuela Saß. Im Bereich Seeblick gebe es immer wieder Graffitischäden auf Bänken und auf dem Pflaster.

Auch in Kleinmachnow gab es vermehrt Vandalismus-Schäden

Drittens bereiten der Stadt der Skaterpark am Stadtwald und auch das kleine Erholungsgebiet selbst, das zwischen der Kemnitzer Straße und dem Plessower See liegt, große Sorgen. Alles, was dort an neuen Geräten oder Bänken aufgestellt wurde, sei mutwillig zerstört worden. „Sämtliche Bänke sind zurzeit in Reparatur oder müssen ersetzt werden. Bis zum Sommer wird es deshalb keine Bänke geben“, erklärt Saß. Mit viel Steuergeld und Engagement würden solche Bereiche für Werderaner und Gäste hergerichtet. „Und einigen wenigen Idioten gelingt es in kürzester Zeit, alles zunichte zu machen. Dafür fehlt mir und bestimmt allen Werderanern das Verständnis.“

Die Stadt fühlt sich im Kampf gegen den Vandalismus allein gelassen. „Der zunehmende Vandalismus ist meiner Meinung nach auch ein Ergebnis des nachlassenden Verfolgungsdrucks des geschrumpften Polizeiapparates“, sagt die Stadtchefin. Wer sich an städtischen Werten austobe, habe wenig zu befürchten. Der Höhepunkt sei im vorigen Jahr ganz klar erreicht worden. „Zum Teil haben wir Belohnungen ausgelobt. Auch unser Ordnungsamt fährt an bestimmten Stellen verstärkt Streifen. Das Sicherheitskonzept wird im Parkhaus in den nächsten Wochen weiter geschärft“, zählt Manuela Saß auf. Dort habe die Stadt jetzt viel Geld in einen Sicherheitsdienst investiert, das sie lieber in die Vereinsförderung stecken würde. „Unsere Bemühungen allein werden nicht reichen, wir brauchen in Werder auch wieder mehr Polizeipräsenz.“

Anhaltende Diskussion über Parkgebühren

Wie berichtet, ist Vandalismus auch in Kleinmachnow verstärkt aufgetreten. Dort wurden zuletzt die Scheiben einer Bücherbox und einer Bushaltestelle zerschlagen. Unbekannte haben außerdem den historischen Straßenbahnwagen an der Schleuse in Kleinmachnow beschmiert. Die Gemeindeverwaltung fordert auch dort mehr Polizeipräsenz auf den Straßen. Eine Stellungnahme der Polizei zum Vandalismus-Problem der Kommunen steht aktuell noch aus.

Nach den erneuten Schmierereien im Werderaner Parkhaus im Sommer 2017 kündigte die Stadt an, über Parkgebühren nachzudenken. Aktuell gibt es dazu laut Manuela Saß noch keine Entscheidung, aber eine anhaltende Diskussion. Nachdem Vandalen im August außerdem an der Inselschule in Töplitz gewütet haben, setzte die Verwaltung eine Belohnung für Hinweise, die zum Ergreifen der Täter führen, aus. Erfolgreich war die Methode aber nicht, so die Bürgermeisterin.

Schäden durch Betonfraß kamen hinzu

Mehrere Male musste das Werderaner Parkhaus am Bahnhof schon saniert werden, allerdings nicht nur wegen Vandalismus-Schäden.

2005 hat es die Stadt für 2,2 Millionen Euro bauen lassen. 1,5 Millionen Euro gab das Land als Förderung hinzu.

Bis zum Abschluss der Sanierung im vergangenen Herbst waren immer wieder Decks wegen Betonfraß geschlossen. Weil das Parkhaus stark frequentiert ist, musste zum Teil übergangsweise notdürftig geflickt werden. Auch mit Dauerparkern hatte die Stadt zu kämpfen.

Von Luise Fröhlich

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