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Potsdam-Mittelmark Facebook-Gerücht: Vandalismus im Ehrenhain?
Lokales Potsdam-Mittelmark Facebook-Gerücht: Vandalismus im Ehrenhain?
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15:49 22.02.2018
Im Treuenbrietzener Ehrenhain haben weitere Sanierungsarbeiten begonnen. Von 160 demontierten Gedenktafeln blieben nur Trümmer des Unterbaus. Das verwirrte einzelne Passanten.              Quelle: Thomas Wachs
Treuenbrietzen

Die Aufregung war groß. Zerborstene Betonstücke säumten in den zurückliegenden Tagen einige Wege im Treuenbrietzener Ehrenhain. Eifrig wird in sozialen Netzwerken im Internet über eine mutwillige Zerstörung der Gedenkanlage für Gefallene des 1. Weltkrieges debattiert.

Auch Vermutungen zu den vermeintlichen Tätern machen schnell die Runde. Doch hat alles seinen Sinn. Von Zestörung oder gar Schändung der Gedenkstätte kann keine Rede sein. Ganz im Gegenteil.

Wie seit vorigem Jahr geplant, wird die Anlage nun saniert“, erklärt Treuenbrietzens Bauamtsleiter Christoph Höhne auf Nachfrage der MAZ.

Arbeiter haben jetzt die Sanierung des gesamten Bereichs der Parkanlage zwischen Nieplitz, Badeanstalt und Jüterboger Straße in Angriff genommen. Sie soll im nächsten Jahr abgeschlossen sein. Erste Bäume wurden gefällt und im Ehrenhain alle Gedenktafeln geborgen.

Fast alle 160 Gedenktafeln sicher geborgen

„Bis auf vier oder fünf sind alle der 160 Platten unbeschädigt abgenommen und nummeriert gesichert worden“, erklärt Landschaftsarchitekt Gunnar Lange. Sein Büro in Bad Belzig begleitet die Sanierung des gesamten Parkabschnittes fachmännisch.

Die im Internet kursierenden Fotos von vermeintlich zerstörten Gedenktafeln zeigen lediglich Betonreste aus dem alten Unterbau der Gedenktafeln. „Die originalen Platten werden nun gereinigt und später auf einer feuerverzinkten Unterkonstruktion aus Metall genau an ihrem ursprünglichen Platz wieder neu aufgelegt“, erklärt Gunnar Lange.

So erfolgte das vor Jahren bereits auf dem sowjetischen Teil der insgesamt vierteiligen Gedenkanlage im Ehrenhain.

Vier Abschnitte in Gedenkstätte

Der Ehrenhain an der Jüterboger Straße in Treuenbrietzen hat seinen Ursprung in den 1920er-Jahren.

An der Straße liegt die Gedenkstätte für Gefallene der Roten Armee. Dort stand ab den 1950er-Jahre ein Obelisk, der zur Neugestaltung der Anlage 2002 abgerissen wurde.

Zum Park hin schließen sich zwei Stelen zum Gedenken an deutschen Gefallenen des 2. Weltkrieges an. Vier Namenstafeln wurden am Volkstrauertag 2010 angebracht.

Es schließt sich an der Ehrenhain für Gefallenen des 1. Weltkrieges. Diese besteht aus einer Löwenskulptur aus Sandstein und darum ausgelegt Natursteine mit unvollständigen Namen der Gefallenen.

Am Ende des Ehrenhains befindet sich ein Victoria-Säule für Gefallene des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71. Deren Namen sind wegen Verwitterung und Schmierereien nur noch schwer lesbar.

Im jetzt in Angriff genommenen Abschnitt geht es jedoch nicht um eine Wiederherstellung der ursprünglichen Inschriften der Gedenktafeln. „Denn sie sind nur lückenhaft dokumentiert und auf den Steinen längst zu stark verwittert“, erklärt Gunnar Lange.

Nach Ansicht des Experten hätten die Pflegearbeiten im gesamten Stadtpark „schon vor 50 oder 60 Jahren einsetzen müssen“. Seit 2004 halfen Reservisten der Bundeswehr mehrfach bei der kleinteiligen Sanierung des gesamten Ehrenhains.

Reservisten der Bundeswehr beteiligten sich seit 2004 mehrfach an der Sanierung und Pflege des gesamten Ehrenhains.               Quelle: MAZ-Archiv

Für die aktuellen Arbeiten musste zunächst das Sanierungsgebiet der Altstadt erweitert werden, um Fördergeld nutzen zu können.

Dutzende Bäume werden gefällt

Der Handlungsrückstau betreffe auch die Pflege der Bäume, erklärt der Landschaftsarchitekt gegenüber der MAZ. So wie vor acht Jahren im nördlich der Nieplitz gelegenen Teil der Parkanlage des Pauckert-Ringes bereits erfolgt, werden nun auch im südlichen Bereich an der Badeanstalt dutzende Bäume gefällt.

So sollen die verbleibenden besser wachsen und darunter eine Vegetation mit Sträuchern und Rasen möglich werden.

Zwischen Himmel-Denkmal und Badeanstalt sind zur Parksanierung große Eichen gefällt worden.       Quelle: Thomas Wachs

Ursprünglich standen 57 Bäume zur Disposition, die weichen sollten. Nach der Abstimmung mit den Umweltbehörden werden es nun aber deutlich weniger sein. „Denn 18 Fällungen wurden vorerst nicht genehmigt“, sagt Christoph Höhne in der aktuellen Sitzung des Ausschusses für Stadt- und Ortsteilentwicklung.

Wie der Bauamtleiter weiter erklärt, laufen die Arbeiten in Stadtpark und Ehrenhain nur teilweise mit Sperrungen nach Bedarf. „So ist vermutlich auch nicht gleich klar geworden, dass es sich um Bauarbeiten und nicht um Vandalismus handelt“, so Höhne: „Womöglich stellen wir ja noch ein paar Hinweise auf, müssen den Park derzeit aber nicht komplett sperren.“

Von Thomas Wachs

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